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125. Todestag König Ludwig II. – Tanzperformance „Die Krone im Wasser“ in Berg

Vincenzo Lapertosa als das „Innere Selbst“ von König Ludwig II.
Klaus Walterspiel (r.) als König Ludwig II.

Text und Fotos von Andrea Weber

Königliche Inszenierung – schaurig und schön

Berg, 13.06.2011 – Am Dienstagabend fand im Marstall in Berg, die Tanz- und Theater-Performance anlässlich des 125. Todestages König Ludwigs II. statt. Die Initiatoren des ungewöhnlichen Schauspiels – Choreografin und Tänzerin Aurelia Baumgartner, Schauspieler Klaus Walterspiel und Architektin Ulrike Adldinger – versprachen bereits im Vorfeld unter dem Titel „Die Krone im Wasser“ eine stilvolle Mischung aus verschiedenen Ausdrucksformen – und sie haben nicht zu viel versprochen.

Es herrschte großer Besucherandrang – lockte an diesem Tag bereits eine Gedenkfeier zu Ehren des bayerischen Regenten viele Menschen nach Berg und gegen Spätnachmittag schließlich auch in den Marstall. Die Besucher saßen und standen entlang der vier Außenwände, somit konzentrierte sich die Spielszenerie im Mittelpunkt des Geschehens und es kam zu einer stilvollen Gesamtwirkung.

Zeitgenössischer Tanz, der unter die Haut ging

Der zeitgenössische Tänzer Vincenzo Lapertosa eröffnete die Performance mit einem unter die Haut gehenden Ausdrucksstanz. Er stellte das Alter Ego – das zweite Ich –  des Königs in einer aufwühlenden Gebärdensprache dar, nach der Choreografie von Aurelia Baumgartner. Unmerklich langsam fiel der Tänzer aus seiner erhabenen, aufrechten Haltung in sich zusammen und verkrampfte schließlich unter der Last einer imaginären Königskrone. Lapertosa stand dabei in einem bläulich-kalten Lichtschimmer und monoton, klagende Kinderstimmen wühlten sicherlich am Gemütszustand bei so manchem Zuschauer. 

Gewölbedecke des Marstalls schien im Wasser des Starnberger See zu versinken

Im Zentrum der einstündigen Performance aus Tanz, Kontrabassklängen, Lichtspiel und Filmsequenzen, in denen die Gewölbedecke des Marstalls im Wasser des Starnberger See zu versinken drohte, standen Ludwigs Kampf mit seiner Identität, seine Zerrissenheit und schließlich sein ominöser Tod. Die Videos und die Lichtregie gestaltete Aurelia Baumgartner.

Butoh-Tänzerinnen mit starker Mimik und feingliedriger Gestik

Die japanischen Butoh-Tänzerinnen, unter der Leitung von Ulrike Adldinger, übernahmen mit starker Mimik und feingliedriger Gestik, die symbolische Darstellung der Gefühlszustände des Königs. In ihren weißen Gewändern interpretieren sie seine Träume und Sehnsüchte. Die sachliche Realität, schlicht der Mensch Ludwig im Leben, war Schauspieler Klaus Walterspiel in kurzen Theaterszenen mit Kaiserin Sissi und ihren Hofdamen. Die einstündige Performance „Krone im Wasser“ wurde vom Publikum mit großem Beifall als gelungenes Gesamtkunstwerk honoriert. 

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