Oberland.de  Das Online-Medium für die Region Bayerisches Oberland

Sprachauswahl
Inhaltsbereich

Film 

9. Drehtag der Bayerischen Komödie "Ein blaues Wunder" in Egling

Von Andrea Weber

Totalsperrung in Eulenschwang: „Achtung Filmaufnahmen“ stand am Ortseingang. Von dort aus konnte man bereits das rührige Treiben am Set beim „Wagner“, so heißt der Hof von Landwirt und Schreiner Michael Oliv, beobachten. Es ist der Hauptdrehort der bayerischen Komödie „Ein blaues Wunder“. Es ist eine Produktion von der Hager Moss Film GmbH im Auftrag der ARD Degeto und in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Fernsehen. 2011 soll der Film im ARD ausgestrahlt werden.

Am Set ist es wie in einer Parallelwelt – irgendwie unwirklich und doch wieder ganz real. So muss es Landwirt Michael Oliv vorgekommen sein, als er von der Straße aus das Geschehen auf seinem Hof beobachtete. Kameras wurden auf Schienen hin und her bewegt, riesige Scheinwerfer leuchteten aus, wo das Licht in den Nischen des alten Hofes fehlte und Tontechniker schwenkten pelzige Außenmikrofone an langen Stangen umher. Am Samstag war der neunte Drehtag auf dem Hof von Landwirt und Schreiner Michael Oliv. „Im Sommer haben die bei mir angefragt, ob sie hier ihren Film drehen dürfen.“ Zugestimmt habe er deshalb, weil er einmal sehen wollte, wie das Filmemachen funktioniert. Seine Frau, die Irmgard, ist Komparsin, wie auch Thomas Urban aus Gaißach, der am Samstag am Set im Trachtenanzug auf seinen Einsatz wartete. Er spielt einen Einheimischen aus dem Ort, einen Freund der Filmfamilie Fenzl. „Ich habe mich auf eine Zeitungsannonce mit drei Fotos beworben – im Trachtenanzug, im Arbeitsgewand und beim Musikspielen – und die haben mich gleich genommen.“


„Bitte jetzt Ruhe, wir drehen.“ Bis eine Szene von nur wenigen Minuten im Kasten ist, dauert es. Das Motiv „Fenzlhof mit Biergarten“ wurde solange wiederholt, bis Regisseur Thomas Kronthaler zufrieden war. Der Hauptdrehort der bayerischen Komödie „Ein blaues Wunder“ ist Eulenschwang (Ortsteil von Egling). Im Film heißt der Ort Merching. Die Handlung: Hier gibt es nichts, was Besucher anlocken würde – keine berühmten Kirchen, barocke Bauten oder malerische Seen. Deshalb will der Bürgermeister von der Nachbargemeinde (Stephan Zinner) das kleine Dorf eingemeinden. Als die Bäuerin Kathi vom Fenzlhof (Jule Ronstedt, bekannt aus „Wer früher stirbt, ist länger tot“) dies erfährt, wird sie aktiv. Sie lebt mit ihrem Sohn (Klaus Steinbacher) und ihrem gebrechlichen Vater (Fred Stillkrauth) allein auf dem alten Hof. Kathi will vermeiden, dass sie und die Bewohner ihre Heimat verlieren. Als sie in der Kapelle um himmlischen Beistand bittet, fällt ein Regentropfen durch das undichte Dach auf das Gesicht der alten Marienstatue. Kathi kommt die Idee von der „weinende Maria“. Die Sensation zieht schnell ihre Kreise und Pilgerscharen kommen nach Merching.

„Ich glaube daran, dass man mit positiver Energie etwas ins Rollen bringen kann, dass es Kräfte gibt, die wir nicht beeinflussen können, die aber etwas Heilendes haben. Das hat mir an dem Drehbuch besonders gefallen“, sagte Jule Ronstedt am Set.

Poducerin Anja Föringer begleitet das Filmprojekt vom Anfang bis zur Ausstrahlung im Fernsehen. Sie war vor Monaten mit dabei, als das Team auf Motivsuche ging. Es ist nicht einfach, das richtige Objekt zu finden, weiß sie. Schließlich musste der Hof eine Kapelle haben, die auf einem Hügel gleich gegenüber liegt. Der Wagner-Hof von Michael Oliv war genau das richtige Motiv. Föringer: „Wir sind froh, dass er sein Zuhause zur Verfügung stellt.“
Die bayerische Komödie „Ein blaues Wunder“ wird noch bis Ende Oktober in der Gegend um Egling und Dietramszell gedreht.

Diverse Seitentools, RSS-Feed, Social Bookmarking
Tagcloud Werbung
Werbung