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von Teresa Pieschacón Raphael
Weilheim, 29.4.2012 – Sonntag-Abend im Stadttheater Weilheim, volles Haus: aus München war der Autor Harry Kämmerer gekommen, um seinen zweiten Kriminalroman „Die Schöne Münchnerin“ zu präsentieren. Und er hatte die in seinen Augen schönste Münchnerin mitgebracht: die Schauspielerin Michaela May.
Launig führten sie – musikalisch untermalt von Reinhard Soll (E-Gitarre) und Songwriter Flo Pfeifer – ein in Kämmerers Krimi, der als bissige Satire und liebevolle Hommage an München angekündigt wurde und in Kurzform sich so anhört: Eine schöne junge Frau wird tot aufgefunden. Bei der Obduktion stellt man fest, dass die Nase der Toten eine andere DNA aufweist, als der Rest ihres Körpers. Ein Fall für Kämmerers Münchner Ermittlungsteam, das sich bereits in seinem ersten Roman „Isartod“ bewährte und vom Personal her etwas skurril fast jedes Klischee bedient – ein bisschen Münchner Boheme, ein bisschen Bussi-Bussi Gesellschaft und Einiges an bayrischem Bauernstadl. Da ist der Chefinspektor Mader und sein Dackel Bajazzo, die (beide) gerne in die Bergen gehen, da die stämmige Doris „Dosi“ Rossmeier, dort Hummel, der sich mit mäßigem Erfolg als Autor und Sänger in einer Band versucht und obendrein noch verliebt ist in die falsche Frau. Und zum Schluss Zankl, der dem Hormonterror seiner schwangeren Frau ausgesetzt ist, die ihn von einem Geburtsvorbereitungskurs zum nächsten hecheln lässt.
Doch zunächst gilt es den Fall zu lösen: Ein bekannter Münchner Schönheitschirurg (ja… genau der!) und Nasenexperte wird von den Vieren ins Visier genommen, bald stoßen sie auf bizarre Geschäftspraktiken und illegalen Organhandel. Und so stellt sich dem Leser die Frage der Fragen: Wurde die schöne Münchnerin zum Schweigen gebracht, weil sie über die dubiose Herkunft ihrer Nase auspacken wollte?
Am schönsten das Gedicht, das Harry Kämmerer seinem Roman voranstellte:
Münchens scharfer Scherenschnitt
klebt am Horizont wie Pritt
der Alpen wilde Zackenkette
echter Schönheit Silhouette
Von der Ferne in die Stadt
bedeckt mit Herbstlaub satt
Straßen, Parks, Alleen
überall ist es zu sehn
Ab und an Wind eisig schon
Blätterwirbel jetzt Saison
rot und gelb und braun
melancholisch anzuschaun
Alles hat so seine Zeit
Herbst heißt auch Vergänglichkeit.
Fotos: Fenny Rosemann
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