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von Claudia Mohrherr
Andechs, 28.5.2011 - „Mythos, Epos, Theos“ unter diesem Motto eröffnete das Münchner Rundfunkorchester die Carl Orff-Festspiele 2011 in Andechs. Bereits seit 2009 gastiert das Orchester bei den Festspielen und begeistert das Publikum mit seinem großen Repertoire. So auch bei der Premiere der Festspiele am vergangenen Samstag.
Unter der Leitung des Dirigenten Ulf Schirmer wurden Werke von Richard Wagner, Darius Milhaud, Kurt Weill und Carl Orff präsentiert. Mit dem anspruchsvollen Programm gelang den Organisatoren der Festspiele ein fulminanter Auftakt.
Eröffnet wurde der Abend mit „Eine Faust-Ouvertüre“ von Richard Wagner. Verzweiflung, Mut und Hoffnung – starke menschliche Gefühle beschreibt Goethe in seinem Faust. Wagner hat die komplexe menschliche Seelenwelt in sein ausdrucksstarkes Musikstück aufgenommen und lässt den Zuhörer alle Nuancen der komplizieren Gefühlswelt miterleben. Mit großer dramatischer Intensität und Leidenschaft nimmt das Rundfunkorchester das Publikum mit auf die Seelenreise.
Leicht und beschwingt wirkt die Ballettmusik „La création du Monde op. 81“ von Darius Milhaud. Die Erschaffung der Welt – ein Flirt der strukturierten klassischen Musik mit dem eigensinnigen Jazz. Milhaud lernt den Jazz auf seinen Reisen in die USA kennen. Davon inspiriert übernimmt er den Rhythmus in die klassische Musik. Seine Ballettmusik komponiert er 1923. Fast hundert Jahre später erfüllt der exotische Flair dieser Klänge den Florianstadl in Andechs.
Von toten Soldaten und ertrunkenen Jungfrauen erzählen die Texte aus „Das Berliner Requiem“ von Bertolt Brecht. Das Requiem entstand als Gemeinschaftswerk des Komponisten Kurt Weil und dem Schriftsteller Brecht. Die Kantate für Tenor, Bariton und Chor bewegt und berührt die Zuhörer gleichermassen.
Den zweiten Teil des Konzerts füllten konzertante Auszüge aus dem bairischen Stück „Die Bernauerin“ von Carl Orff. Marcus Everding, künstlerischer Leiter der Festspiele in Andechs, führte als Sprecher und Moderator durch das Stück. Die Solisten Katharina Friedl als Bernauerin, Florian Fisch als Herzog Albrecht, Martin Petzold als Tenor, Peter Schöne als Bariton und ein ausdrucksstarker Chor, das Heinrich-Schütz-Ensemble Vornbach, überzeugten in diesem Gesamtwerk, das einen wunderbaren und bewegenden Musikabend bot.
In dem fast dreistündigen Programm erlebten die Besucher theatralische, versöhnliche und dramatische Musik und damit eine musikalische Reise durch Facetten menschlicher Tragödien. Das Publikum würdigte diese beeindruckende Premiere der Carl Orff-Festspiele 2011 mit viel Applaus und Bravo-Rufen.
Foto: Kloster Andechs
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