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OBERLAND-FILM

Tölzer Mordsgeschichten

von Andrea Weber

„Pension Freiheit“ heißt der Titel der zweiten Kriminalkomödie der beiden Tölzer Filmemacher Markus Kleinhans und Andreas Jordan. Der Kino-Film im Low-Budget-Format basiert auf dem wahren Kriminalfall „Briefbombe für den Staatsfeind Nr. 1“. Im Mai 2011 liefen dazu die Drehaufnahmen in Bad Tölz und Umgebung. Ab 26. April 2012 läuft der Film in den Kinos.

Es ist das Jahr 1988: Ein spektakulärer Kriminalfall in Bad Tölz sorgt für große Aufregung bei den Einwohnern. Eine Briefbombe sprengt dem Besitzer der „Pension Freiheit“ die Finger weg und verletzt ihn schwer. Angeblich arbeitet er als Schleuser, der in seinem umgebauten PKW Bürger aus der DDR zur Flucht in den Westen verhilft. Während der Pensionsbesitzer ins Krankenhaus eingeliefert wird, beginnen bei der Tölzer Kripo die Ermittlungen. Es  wird vermutet, dass die Stasi hinter dem Anschlag steckt.

Mit dem „Tölzer Tamponmord“ fing das Filmemachen an

Die Idee zu ihrer zweiten Kriminalkomödie haben die Filmemacher Markus Kleinhans und Andreas Jordan aus dem Buch „Mordsgeschichten aus Bad Tölz und dem Isarwinkel“, das 2003 erschienen ist. Darin dokumentierten die Journalisten Christoph Schnitzer und Maximilian Czysz, anhand von Zeitzeugen und Tatortberichten, dreißig authentische Kriminalfälle der vergangenen Jahrzehnte. Schon einmal diente den beiden Regisseuren einer dieser spektakulären Kriminalfälle als Drehbuchstoff. Es war der legendäre „Tölzer Tampon-Mord“, der in den 1970iger Jahren bundesweit für Aufsehen sorgte und beispiellos in der Geschichte der Kriminalfälle steht. Eine Frau starb an einem mit Zyankali getränkten Tampon. Die örtliche Polizei stand damals vor dem Rätsel, wie das giftgetränkte Hygiene-Utensil in den Körper der attraktiven Verkäuferin kam.
Als Markus Kleinhans, Edgar Kraus und Andreas Jordan im Jahr 2006 von dieser „Mordsgeschichte“ hörten, war ihnen klar: Dass ist der Stoff für ihren Filmtraum.

Mit wenig Geld, kreativen Ideen und viel Enthusiasmus produzierten sie damals ihren ersten Low Budget-Film unter dem Titel „Tödliche Verbindungen“. Eigentlich sollte es nur ein Kurzfilm werden, doch mit Liebe zum Detail und einem ansteckenden Idealismus, mit dem sie als Gastschauspieler Ottfried Fischer und Ruth Drexel (verstorben 2009) gewinnen konnten, wurde ein Film in Kinolänge daraus. Am Ende der Dreharbeiten schlug dann das Schicksal zu. Im Dezember 2006 verunglückte der dritte Mann im Bunde, Edgar Kraus tödlich bei einem Base-Jump am Monte Brento in Italien tödlich. Für Martin Kleinhans und Andreas Jordan war klar „Wir bringen den Film jetzt erst recht in die bayerischen Kinos.“

Seit damals ließ das Filmfieber Kleinhans und Jordan nicht mehr los. Mit ihrer Firma „mekkmovie“ produzieren sie Werbefilme. Das verdiente Geld stecken sie in professionelles Film-Equipment, und seit eineinhalb Jahren wieder in ihr zweites Kino-Projekt „Pension Freiheit“. Jede freie Minute investieren die beiden Tölzer. Trotz Sponsoren bleibt es dennoch ein Projekt auf Low Budget-Niveau. „Wir kompensieren die Qualität mit unserer Leidenschaft“, sagt Kleinhans.
In den Hauptrollen spielt die Stammbesetzung vom ersten Film, wieder mit dabei der Holzkirchner Adnan Erten als Kommissar Walter Degenhardt und Luky Zappatta aus Hausham als Kollege Rio Hartmann. „Es kann keine besseren Ermittler geben, als die beiden“, bestätigt Kleinhans. Ebenso wieder mit dabei sind die Polizeibeamten „Stevie“ (Stefan Schneider) und „Uebelacker“ (Herbert Uebelacker). Als Profischauspieler konnten sie Florian Schröder, Katharina Abt und Jürgen Tonkel gewinnen. Die Kamera führte der bekannte Filmemacher Benedikt Fuhrmann und Marcus H. Rosenmüller wirkte als Gast-Regisseur mit.

Wichtig ist ihnen, dass der Zeitgeist stimmt. Waren die Requisiten im ersten Film an die Siebziger angelehnt, muss nun alles wie in den Achtzigern wirken, sprich, lange Koteletten sind dem Schnauzbart gewichen, der Schmuddel-Look den knallengen Leggings. Auch die Musik hat sich mit Hardrock, Pop und Punk verändert.

„Derf ma wieder mitmacha?“

Für die musikalische Spannung sorgen Stefan Lenz von der Band „Turbolenz“, die „Bananafishbones“, die G-Peroni-Band und einige andere lokale Bands. Es sind die freiwilligen Helfer und Komparsen, Schauspieler in kleinen Rollen aus der Region, die dieses Flair in den Film bringen. „Derf ma wieder mitmacha?“ hatten viele gefragt, erzählt Markus Kleinhans und kennt den Grund dafür: „Wir leben unsere Filmprojekte und das ist auch in „Pension Freiheit“ wieder so.“

www.pension-freiheit-der-film.de

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