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Die „Vinoteca Marcipane“ in Münsing vereint mediterrane Küche mit dem Genuss edler Weinsorten im geschmackvollen Lounge-Ambiente direkt am Dorfanger.
Von Andrea Weber
Wer am Münsinger Dorfplatz vorbeispaziert, wird ein Lokal entdecken, das den dahin-schmelzenden Namen „Marcipane“ trägt. Ein Wort, das südländisches Flair suggeriert, einem das Wasser im Munde zusammen laufen lässt und Appetit macht, auf die süße Nascherei, die man entweder liebt oder hasst. Und ehe man sich versieht, steht man auch schon drin in dem Lokal. Es ist keine reine Konfiserie. Gute Weine stehen in einem wandgroßen Regal, fein säuberlich sortiert nach Region und Jahrgang, die auf ihre Abnehmer warten. Eine Bar lädt zum Plausch mit dem Wirt ein und auf den kleinen Speisetischen liegen Papiersets, die dem Gast vorab schon die Geschäftsphilosophie verraten - regionale Küche auf hohem Qualitätsniveau ohne unnötigen Firlefanz. Die drei Kohns, die die Vinoteca Marcipane seit 2007 zusammen mit Jan Weiler betreiben, sind Küchenchef Corbinian Kohn, Weinkenner Maximilian Kohn und Geschäftsmann und Vater der beiden, Christian Kohn.
Am Münsinger-Dorfplatz werden die Gäste wie in Italien bedient
Als der „Münsinger Radl Ladl“ aus den Räumen auszog war die Idee einer Vinothek mit Bistro bei den Kohns schon geboren. „Einen besseren Standort hätten wir für so ein Projekt nicht finden können“, sagt Christian Kohn – Parkmöglichkeiten gibt es genügend am Lokal und am idyllischen Dorfplatz stehen im Sommer Tische und Stühle bereit. „Wir bedienen über die Straße hinüber, so wie es in Italien üblich ist.“ Kohns Geschäftskonzept ist eigentlich gar nicht italienisch, eher regional und mediterran. „Bei uns gibt es keine Pasta und Pizza.“ Nur der Name „Marcipane“ ist italienisch, der hat aber nichts mit der köstlichen Süßspeise zu tun, sondern so heißt der Schwiegervater von Journalist, Autor und Filmregisseur Jan Weiler; nicht wirklich, dafür in Weilers Bestseller und aktuellem Kinofilm „Maria, ihm schmeckt’s nicht!“. Es ist die autobiografische Geschichte seiner angeheirateten italienischen Sippe – freilich ein wenig satirisch überzogen. Weiler ist ein Freund der Kohns und war von der Vinothek-Idee sofort angetan. Er ist der stille Teilhaber, „weil er nicht kochen kann“, verrät Kohn.
Eine kleine Auswahl an Speisen – nur soviele auf die Schiefertafel passen
Kochen kann ein anderer: Sohn Corbinian Kohn. Er ist der Fachmann, hat seine Erfahrungen in der berühmten „Sansibar“ auf Sylt gemacht und arbeitete zuletzt bei „Walter & Benjamin“ in München. Deren Geschäftsidee faszinierte den jungen Kohn. In dem „Marcipane“ haben gute Weine den gleichen Stellenwert wie eine kleine und feine Auswahl von Speisen. Täglich kocht Corbinian Kohn nur soviel verschiedene Gerichte, wie auf die Schiefertafel im Lokal passen. Was darauf steht, klingt dann etwa so: Ingwersuppe – Krake gegrillt – Lotte in Orangenbutter gebraten oder Entenkeule mit Marzipanrahmkartoffeln. Bodenständige Rezepte in klassischen Kochmethoden – kein „Schnick-Schnack aus Sößchen und Schäumchen auf irgendwelchen Betten“, so Christian Kohn.
Gaumenfreuden und Literaturgenuss
Seine Rezepte verrät Corbinian Kohn nun in seinem ersten Kochbuch „Das Marcipane-Kochbuch“. Jan Weiler schlüpft darin in die Rolle des nachdenklichen Gastes und kommentiert 50 ausgesuchte Gerichte. Künftig soll es in der „Vinoteca Marcipane“ noch mehr Gaumenfreuden mit Literaturgenuss geben: Geplant sind für das kommende Jahr Lesungen. Das erste Thema von George Deffner "Ein Mann - ein Bauch / Mein umfangreiches Leben mit der Problemzone" ist für das Frühjahr geplant.
Fotografien von Andrea Weber
Bachstrasse 1a
82541 Münsing
Telefon: 08177-929687
E-Mail: info@vinoteca-
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