Jahrhundertspiel des TSV Pähl gegen den 1. FC Bayern München
Von Isabel Meixner
Penzberg, 28.8.2011 – Es war für den TSV Pähl das Jahrhundertspiel schlechthin: Der FC Bayern München trat am Sonntag, den 28. August, zum Freundschaftsspiel an – und das in Bestbesetzung.
Der Ansturm war riesig, zahlreiche große und kleine Fans versuchten, ein Autogramm von Franck Ribéry, Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und Co. zu ergattern. Alle 6000 Eintrittskarten für das Penzberger Nonnenwaldstadion seien innerhalb kürzester Zeit vergriffen gewesen, berichtet Dieter Fottner vom TSV Pähl: „Wir hätten ohne Probleme noch 3000 weitere Karten verkaufen können.“ Einige ticketlose Fans versuchten, vom Absperrzaun aus einen Blick auf das Spielfeld zu erhaschen.
Fallschirmspringer landeten mit dem Spielball
Noch vor Spielanpfiff erwartete die Zuschauer ein erstes Highlight: Vier Fallschirmspringer landeten auf dem Platz des Nonnenwaldstadions und hatten den Spielball im Gepäck. Mit großem Jubel wurden anschließend die Mannschaften begrüßt, vor allem ein Bayernspieler avancierte zum Publikumsliebling: Thomas Müller, der bei den Pählern das Kicken gelernt hatte. Über ihn und seinen Vater war denn auch der Kontakt zwischen den beiden Klubs zustande gekommen. „Es macht Spaß, die ganzen Leute wiederzusehen“, sagte Müller.
Die Brüder Simon und Thomas Müller traten gegeneinander an
Besonders, weil sein Bruder Simon auf Seiten der Pähler spielte. „Es war schon ein komisches Gefühl, gegen meinen Bruder zu spielen“, sagte Simon Müller nach dem Spiel und gab zu, etwas aufgeregt gewesen zu sein. Auf dem Spielfeld trafen die Geschwister jedoch nur selten aufeinander, nur einmal foulte Simon seinen zwei Jahre älteren Bruder. Er habe sich extra zurückgehalten, um Demut gegenüber seinem Heimatverein zu zeigen, sagte Thomas Müller. Für ein Tor hat es dennoch gereicht: Der Stürmer traf zum zwischenzeitlichen 7:0.
Zuschauer in Feierstimmung
In der Halbzeit zeigte sich Thomas Müller auf Abwegen: Er stellte sich zwischen die Pfosten und parierte die Schüsse einiger Losgewinner. Anschließend war er – wie seine Bayernkollegen auch – von zahlreichen Autogrammjägern umzingelt. Dass Müller nur eine Halbzeit spielte und der TSV beim 22:1-Sieg der Bayern chancenlos war, tat der Feierstimmung der Zuschauer keinen Abbruch. Sie starteten eine Laola-Welle nach der anderen und bejubelten auch die kleinen Szenen, als Pähls Spielertrainer Peter Krems etwa einen Flugkopfball von Nils Petersen hielt oder dem Dribbelkünstler Franck Ribéry der Ball abgeluchst wurde. Großer Jubel brach aus, als Christian Mühlbauer den Ehrentreffer des TSV Pähl zum 1:14 erzielte.
Nach dem Schlusspfiff gab es kein Halten mehr: Die Zuschauer rannten auf das Spielfeld, die Bayernspieler hatten Mühe, die Kabine zu erreichen. Auch wenn das Ziel, weniger als 20 Gegentreffer zu kassieren, nicht erreicht wurde – für den TSV Pähl war dieses Spiel ein echter Volltreffer.
Fotos: Hartmut Pöstges




