Das Magazin für das Bayerische Oberland

Serie: Von Bad Bayersoien nach Venedig

Mit dem Fahrrad auf den Spuren alter Handelsstraßen

12. Etappe, 23.8.2013: Vicenza

  • Fahrtzeit: 6 h
  • Tageskilometer: 65

Unser Tag begann mit der Suche nach dem Balkon der Julia aus Shakespeares bekanntem Werk. Doch den Balkon hat es nie gegeben. Erst Mitte des letzten Jahrhunderts wurde ein Balkon irgendwo im alten Verona angebracht, um Touristen zu bespaßen und auch die vermeintliche Grabstätte Julias ist mittlerweile eine kostenpflichtig. Betrübt verließen wir Verona in Richtung Venedig.

Die Stadtausfahrt war wegen dem starken Verkehr und fehlenden Hinweisschildern chaotisch. Ostwärts ging es scheinbar endlosen Straßen entlang. Unterwegs aßen wir Pistazien während der Fahrt. So vergingen die Minuten in der Hitze schneller. Heute schlossen wir Bekanntschaft mit der Polizei und wissen nun, dass man, italienischem Gesetz zufolge, sich nicht außerhalb von Porzellanschüssel erleichtern darf. Mit einem Augenzwinkern und ohne Verhängen einer Geldbuße setzten die Polizisten ihre Verbrecherjagd und wir unsere Fahrradtour fort. Auch heute entgingen wir nur knapp den Autobahnauffahrten im Gewusel der italienischen Kreisverkehre.

Bei einem McDonalds machten wir einen Campingplatz bei Vicenza ausfindig. Da wollten wir hin. Während unserer Stadtdurchquerung zogen mit einem Mal mehrere dunkle Gewitterwolken auf. Wir beeilten uns den Wolken vorwegzufahren. Angekommen, in Voraussicht auf den Regen, durften wir direkt – vor den Formalitäten – unser Nachtlager errichten. Als wir den letzten Hering anbrachten, fing es an wie aus Tanklastern zu regnen. Wir saßen jedenfalls im Trocknen und hatten einen spannenden Abend mit dem vielgereisten Campingplatzbetreiber.