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„Alpenländische Weihnacht“ der Musikschule Geretsried in Gelting

Besinnliche Stunde in St. Benedikt

Von Peter Herrmann

Geretsried-Gelting, 21.12.2015 – Die hervorragende Akustik der Geltinger Kirche nutzten am Freitagabend Musikschüler und befreundete Künstler für den Vortrag von Weihnachtsliedern, Geschichten und Gedichten. Die Besucher spendeten nach der besinnlichen Stunde nicht nur reichlich Applaus, sondern leisteten auch einen freiwillig finanziellen Beitrag für die Renovierung von St. Benedikt.

Erinnerung an alte Adventsbräuche
Rund 100 Besucher – unter ihnen auch Bürgermeister Michael Müller mit seinen Kindern – sangen am Freitagabend Weihnachtslieder und hörten zwischendurch Menuette, Pastorellen und Gedichte. „Der Eintritt ist zwar frei. Dennoch bitten wir um Spenden, die der Renovierung der Kirche zugutekommen“, erklärte Kirchenpfleger und „Hausherr“ Josef Karner in seiner kurzen Grußansprache. Danach wurde es besinnlich: Sissy Mayrhofer zündete die vier Kerzen des Adventskranzes an und erinnerte daran, dass dieser Brauch 1839 von einem evangelischen Erzieher aus Norddeutschland erfunden wurde. „Ich wünsche mir, dass Menschen, die Kummer haben, ein Licht sehen“, erklärte sie die Symbolik des Kerzenlichts. Annette Hornsteiner appellierte in ihren vorgetragenen Gedichten auch an das Mitgefühl für Menschen, denen es weniger gut geht als dem Durchschnittsdeutschen: „Advent ist, wenn man Mitleid spürt für die Armen“.

Im Vordergrund des Abends standen aber – wie könnte es bei einer Aufführung der Musikschule anders sein – Instrumentalstücke und Gesang. Dabei gelang erfreulicherweise auch der Übergang vom leisen Mettenstückl, das vom Querflöten- und Harfenspiel geprägt war, zum gemeinsam mit dem Publikum gesungenen Lied „Jetzt geht’s na, meine Nachbarn“. Vor dem abschließenden „Es wird scho gleich dumpa“ erinnerte Sissy Mayrhofer an einen weiteren vielerorts schon vergessenen Adventsbrauch: In ihrer Kindheit stand neben einer anfangs noch grünen Krippe ein Behältnis mit vielen Strohhalmen, die nach und nach zu dem Christkind in die Krippe gelegt wurden. Die Strohhalme symbolisierten gute Taten, die die Kinder in der Adventszeit vollbracht haben. Im Idealfall war die Krippe am Ende voller Stroh. „Da durfte dann aber auch mal ein krummer Halm dabei sein“, erzählte Mayrhofer. Und meinte damit, dass nicht nur im Advent oft schon der gute Wille zählt, sein Herz für andere zu öffnen.
 
Verdienter Beifall für alle Mitwirkenden
Am Ende wurden die 23 Musiker mit viel Applaus verabschiedet. Sissy Mayrhofer, Daniel Erhard, Lisa und Simon Schorre, Lisa Maurer, Sandra Pech, Martin Zimmermann, Susanne Krippner, Magdalena Binder, Leah Kube, Franziska Schulz, Sina Mück, Yvonne Schauer, Anette Hornsteiner, Renate Eichele, Annette Kopanski, Gisela Schmidt, Stefan Barnea, Jacqueline Kess, Florian Chudalla, Kai Doering, Amelie Rösch und Christian Horak hatten sich den Beifall zuvor redlich verdient.

Fotos: Peter Herrmann