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Verein Bürger fürs Badehaus Waldram-Föhrenwald

Galerist Albrecht Widmann stiftet Zeichnungen von Karl Maldek

von Peter Herrmann

Wolfratshausen, 21.6.2014 – Vor zehn Jahren starb der österreichische Künstler Karl Maldek in Pöcking (Landkreis Starnberg). Seine leidvollen Erfahrungen, die er während des Zweiten Weltkriegs und in der anschließenden Gefangenschaft machte, verarbeitete der Österreicher in beklemmenden Tusche-Zeichnungen. Sieben dieser Bilder schenkte der Geretsrieder Galerist und Kulturförderer Albrecht Widmann nun dem Verein „Bürger fürs Badehaus Waldram-Föhrenwald“. Ergänzend stiftete der Geretsrieder Kulturpreisträger der Bürgerinitiative historische Publikationen zur jüdischen Geschichte.

Bausteine der künftigen Begegnungsstätte
„Wir freuen uns sehr über dieses Geschenk. Die Zeichnungen passen kongenial in den künftigen Ausstellungsraum des Badehauses“, erklärte Dr. Sybille Krafft. Die Vorsitzende der Vereine "Historischer Verein Wolfratshausen" und "Bürger fürs Badehaus Waldram-Föhrenwald" erinnerte zudem daran, dass der Todesmarsch der KZ-Häftlinge auch am Badehaus vorbeiführte. Krafft bezeichnete die Werke als „wertvolle Bausteine“ für die künftige Gedenkstätte am Waldramer Kolpingplatz und als Beleg für die Verbindung zwischen Wolfratshausen und Geretsried.  „Waldram ist der kleinste gemeinsame Nenner der beiden Städte“, so die BR-Fernsehjournalistin.

Leidvolle Erfahrungen eines Kriegsüberlebenden
Der Künstler und Schauspieler Karl Maldek wurde am 12. Juni 1924 in Wien geboren, übersiedelte mit seiner Familie aber schon in jungen Jahren in die Niederlande. Nach dem Anschluss Österreichs an das deutsche Reich, lebten die Maldeks erneut in Wien. Noch nicht einmal volljährig, verweigert Karl Maldek 1941 einen Stellungsbefehl und wird daraufhin zwangsweise zu einer Grundausbildung in eine Kaserne bei Korneuburg verdonnert. Bei einem Kampfeinsatz im italienischen Monte Cassino erleidet seine Kompanie schwere Verluste.

Nur Maldek und ein weiterer Offizier überleben. Daraufhin schließt er sich den Partisanen als Meldegänger an, wird aber noch vor Ende des Zweiten Weltkriegs erneut verhaftet und standrechtlich zum Tode verurteilt. Dank der Hilfe eines Feldkurats entgeht der Häftling der Hinrichtung, wird aber zum Dienst in einer Strafkompanie in Russland verurteilt. In den dortigen Strafgefangenlagern lernt Maldek nicht nur Russisch, sondern spielt auch Theater und beginnt zu zeichnen. Nach der Rückkehr aus dem Gefangenlager nimmt der Österreicher zunächst viele Theaterengagements an, widmet sich aber anschließend mehr und mehr der Malerei.

Beabsichtigte Schockwirkung
Albrecht Widmann besuchte den Künstler einst in dessen Pöckinger Wohnung und berichtete Beklemmendes. „Die Fenster waren zugeklebt und sein Zimmer zugesperrt. Plötzlich machte er das Licht an und dann wurden all diese Bilder sichtbar“, erinnert sich Widmann. Freilich war die Betrachtung der beklemmenden Szenen aus dem Krieg alles andere als ein beglückendes Erlebnis. Der Künstler selbst rechtfertigte diese beabsichtigte Schockwirkung einmal mit folgendem Satz: „Der Erinnernde muss durch den Schrecken hindurch, der aus den Zeugnissen der überlebenden Opfer herausspringt“.

Nach Maldeks Tod im Jahr 2004 konnte Widmann Maldeks Tochter davon überzeugen, den Städten Wolfratshausen und Geretsried jeweils 200 Werke zu überlassen. Nur ein Jahr später wurden sie während zweier Ausstellungen im Wolfratshauser Heimatmuseum und im Geretsrieder Kunstbunker erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Sieben weitere Tuschezeichnungen stellte Widmann nun dem Badehaus zur Verfügung. Dass die Zeichnungen, die Krieg und Vertreibungen thematisieren, immer noch aktuell sind, beweisen nicht zuletzt die Konflikte in Syrien oder die Situationen in Gefangenenlagern wie Guantanamo.

Weitere Informationen

www.badehauswaldram.de
www.barlow-widmann-stiftung.de