Das Magazin für das Bayerische Oberland

3D-Diashow „Island – Insel der Naturgewalten“ in der Loisachhalle

Im Land der Mythen und Trolle

von Andrea Weber

Wolfratshausen, 17.2.2014 – Gletscher, Geysire, glasklares Wasser – und noch vieles an Naturschönheiten mehr, bietet die größte Vulkaninsel der Welt – Island. Ein raues Land, 103.000 Quadratkilometer groß, knapp südlich des Polarkreises. Im Winter tanzen die Polarlichter am Himmel, im Sommer galoppieren Islandponys über die endlosen Weiten, und die Menschen glauben an Geister im Erdreich. Ein halbes Jahr war Stephan Schulz mit seiner 3D-Fotoausrüstung unterwegs, per Auto, mit dem Rad und zu Fuß. In seiner musikalisch untermalten 3D-Diashow „Island – Insel der Naturgewalten“ brachte er die Zuschauer in der Loisachhalle zum Staunen.

Island gibt alles her, was ein Fotograf sucht – spektakuläre Motive so weit das Auge reicht. Egal wann man den Auslöser seiner Kamera betätigt, das Foto ist perfekt. Der Reisereporter und Fotograf Stephan Schulz geht tiefer ins Detail, er sucht das Besondere und findet oftmals unerwartet Verborgenes. Seit 1989 arbeitet Stephan Schulz intensiv mit der 3D-Fotografie. Seine Reisevorträge, unter anderem aus Costa Rica, Südafrika, den Dolomiten, zählen zu den imposantesten ihrer Art und werden in renommierten Fachzeitschriften veröffentlicht.

Imposante Felsformationen, brodelnde Schlammtöpfe und riesige Gletscher

Ein halbes Jahr war der 40-jährige Dresdner auf Island unterwegs, hat die verschiedenen Jahreszeiten – vom Frühling bis zum Herbst – mit allen ihren rauen und spektakulären Facetten dokumentiert. Schulz umrundete mit einem PKW die sogenannte Ringstraße der Insel und bog von dort aus immer wieder zu Abstechern ins Landesinnere ab. Wenn die „Wellblech-Lavapisten“ nicht mehr fahrtauglich wurden, stieg er aufs Fahrrad um oder wanderte vollbepackt mit Campingausrüstung zu Fuß weiter durchs Land – mutterseelenallein. Seine 3D-Fotografien zeigen imposante Felsformationen, die versteinerten Trollgesichtern gleichen - brodelnde Schlammtöpfe, die wie aus der Schwefel-Küche Luzifers blubbern - riesige Gletscher, die bis ins Meer kalben. Und auf seinem ersten Kaltwasser-Tauchgang hielt er eine Unterwasserwelt fest, in der zartseidene Algen, wie Feen durch das vulkangefilterte Wasser schweben. Schulz durchquerte schwarze Hochebenen aus Vulkanasche, wo im Makrobereich winzige bunte Blumen blühen. Island ist ein Land der wilden Gegensätze. Jedes Inselgebiet hat seinen eigenen Charakter: schwarze Sandstrände, zerklüfteten Fjorde, Tafelberge in allen mineralhaltigen Farben.

Knapp zwei Stunden präsentierte Schulz seine fantastischen Aufnahmen und erzählte von Erlebnissen, Pannen, Erfahrungen und Faszinationen. Durch die 3D-Brille entstand ein Effekt, der die Details im Vordergrund aus dem Bild wachsen ließ. Die Tiefe der Bilder war realitätsnah. Noch spektakulärer waren die Luftaufnahmen, die der Fotograf mit einer stereoskopischen Aufnahmetechnik erstellt. Hier bekommt der Betrachter das Gefühl vom Fliegen.

Island ist ein modernes und ökologisches Land, es ist Vorreiter der Geothermie und bewahrt sich gleichzeitig seine Naturtradition

Doch was wäre ein Land ohne Kultur. Stephan Schulz traf die Menschen, mit ihrem mystischen Glauben und ihrem modernen Stadtleben in Reykjavík. In Island leben 319.575 Einwohner bei einer Bevölkerungsdichte von gerade mal drei Menschen pro Quadratkilometer. Island ist ein modernes und ökologisches Land, es ist Vorreiter der Geothermie und bewahrt sich gleichzeitig seine Naturtradition. Schulz traf den Musiker, der auf einem Xylophon aus Lavastein die Nationalhymne spielte und den alten Fischer, der ihm luftgetrockneten Eishai servierte, eine Spezialität die seiner Meinung nach nicht für das Geschmacksempfinden von Mitteleuropäern taugt.

Am Ende seiner zweistündigen Präsentation „Island – Insel der Naturgewalten“ hat Stephan Schulz eine Faszination für das raue kalte Land mit dem warmen Herzen seinem Publikum vermitteln können. 

Fotos: Stephan Schulz