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Loisachhalle Wolfratshausen

Loisachhalle Wolfratshausen

Wortakrobaten in Bestform

Von Peter Herrmann

Wolfratshausen, 12.10.2026 – Der Wolfratshauser Poetry Slam bleibt ein Publikumsmagnet. 100 Besucher füllten vor Kurzem das Foyer der Loisachhalle und verfolgten gebannt den zweiten Wettkampf der Wortakrobaten in diesem Jahr. Am Ende siegte eine Newcomerin.  

Publikum entscheidet

Kulturmanager Andreas Kutter und Eventmanagerin Katharina Roßkopf verteilten zunächst kleine Metallstücke an die Besucher. Das Werfen der Plättchen in die mit Namen beschrifteten Kartons entscheidet, welcher der zehn Wortakrobaten den Sprung in die Finalrunde des Poetry Slams schafft. Dort war dann die Lautstärke des Beifalls ausschlaggebend für den Überraschungssieg einer 19-jährigen Absolventin des Ickinger Rainer-Maria-Rilke-Gymnasiums.

Dabei hatte sich Luisa Höser in der Vorrunde gegen renommierte Konkurrenz durchzusetzen. So besitzt Frank Klötgen dank vieler Auftritte mit dem Ensemble der Münchner Lach- und Schießgesellschaft über weitaus mehr Bühnenerfahrung. Seine ironisch-witzige Liebeserklärung vor dem Grabstein einer Frau mit Doppelnamen erheiterte zwar die Zuhörer, reichte aber nicht fürs Weiterkommen. Das Nachsehen in der Vorrunde hatte auch Bert Uschner, der vor zwei Jahren den Wolfratshauser Poetry Slam gewann. Der Lehrer überzeugte dennoch mit einer schnell vorgetragenen Märchensatire über Rotkäppchen, Schneewittchen und den sieben Zwergen. Nach dem ersten Durchgang verabschiedeten sich neben Uschner und Klötgen auch Adrian Westermann, Lea Schwarz, Tanja Hesel, Viviane Albrecht und Ludwig Langwieder.

Spannende Finalrunde

Das Finale eröffnete Svea Paul, die zuvor mit einem politischen Beitrag zu den Missständen in der Kleiderproduktion aufgerüttelt hatte. Ihre darauffolgende Hommage an den „Stift“ beschrieb ein Abhängigkeitsverhältnis vom Schreibprozess, den sie mit enormer Wucht darstellte. Über Alltagserlebnisse mit seiner pubertierenden Tochter und lustige Auseinandersetzungen mit engstirnigen Menschen, die eine umfassende Remigration von Ausländern fordern, berichtete der Kroate Mate Tabula. „Hoffentlich bleibt es so schön bunt hier in Deutschland“, erklärte er. Am Ende durfte sich Luisa Höser über den Sieger-Sekt freuen. Ihre Gedanken zu den dunklen Seiten des Frühlings und der Beziehungsabgesang „Für dich nicht“ berührten die Zuhörer. Dazu passte das dezente Gitarrenspiel von Alexander Oberrader, der zwischen den Beiträgen in die Saiten griff.

Fotos: Peter Herrmann


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