Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Miesbach würdigt 300 Jahre Nachhaltigkeit
Mit dem Förster in den Wald
von Andrea Weber
Wolfratshausen, 7.3.2013 – 300 Jahre alt ist der Begriff „Nachhaltigkeit“ und stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft. Dass ihn einst der sächsische Oberberghauptmann Johann Carl von Carlowitz geprägt hat, dürfte wenigen bekannt sein. Wie es heute um den Wald im Oberland bestellt ist, will das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in einem für diesen Anlass speziell entwickelten Jahres-Programm unter dem Titel „Nachhaltigkeit leben – Wald, Holz und Forstwirtschaft als Vorbild“ den Bürgern vermitteln.
Der Begriff „nachhaltig“ ist heutzutage ein Modewort: Nachhaltig ist alles – die Gesellschaft, der Finanzausgleich und nachhaltig wünscht man sich die eigene Gesundheit. Derweil hat dieser Begriff eine lange Tradition in der Forstwirtschaft. Bereits im Jahr 1713 schrieb der sächsische Oberberghauptmann Johann Carl von Carlowitz mit der „Sylvicultura oeconomica, oder haußwirthliche Nachricht und Naturmäßige Anweisung zur wilden Baum-Zucht“ das erste Werk über die Forstwirtschaft und gilt daher als Erfinder des forstlichen Nachhaltigkeitsbegriffs. Mit seinem Buch machte er einst auf die Übernutzung der Wälder aufmerksam. Damals wurde das Holz für den Hausbau, als Brennmaterial und in der Landwirtschaft willkürlich gerodet. Carlowitz – dem Visionär – war klar, wenn mit Fauna und Flora nicht sorgsam umgegangen wird, wird das Zusammenspiel der Natur in der Zukunft nicht mehr funktionieren. Ihm ist es somit auch zu verdanken, dass heute in Deutschland noch großflächige Waldgebiete vorhanden sind.
„Die Tanne ist die Schokolade für die Rehe“
In den beiden Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach besteht 52 Prozent der Fläche aus Wald, mit einer Gesamtfläche von 105.000 Hektar. Davon sind 44 Prozent Staatswald, der Rest ist in Privatbesitz. Für viele Eigentümer ist der Wald von finanzieller und landwirtschaftlicher Bedeutung und sichert ein unverzichtbares Zusatzeinkommen. Umso wichtiger ist es für die Waldbauern, mit ihrem wertvollen Gut sorgsam umzugehen. Die Regel sagt: „Was ererbt wird, soll in gleicher oder besserer Güte an die Nachkommen weiter gegeben werden.“ Wolfgang Neuerburg, Bereichsleiter Forsten vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Wolfratshausen weiß, dass im bayerischen Oberland „der Wald einen natürlichen Fortbestand hat, weil Ökologie, Ökonomie sowie der soziale Bereich, sprich, das Leben mit dem Wald, ausgewogen sind.“ Das heißt auch, dass Rehe oder Wildschweine nur in gewisser Menge im Wald leben dürfen, sonst würde der Verbiss hohe Schäden anrichten. „Die Tanne ist besonders gefährdet, denn sie ist die Schokolade der Rehe“, sagt Neuerburg.
Auftaktveranstaltung „300 Jahre Nachhaltigkeit“ am 22.3. in Fischbach
Nachhaltigkeit heißt für Neuerburg und Nörr: Die Ressourcen zu schonen, die Energiewende voranzubringen und den Wald zu pflegen. Unter diesem Aspekt beginnt am Freitag, den 22. März in Fischbach mit einer Waldexkursion als Auftaktveranstaltung ein interessantes Jahresprogramm unter dem Titel „300 Jahre Nachhaltigkeit – mit dem Förster in den Wald“.
Weitere Informationen
- „300 Jahre Nachhaltigkeit – mit dem Förster in den Wald“. Hier finden Sie <link fileadmin nachhaltigkeit_2013_flyer.pdf>den Flyer.
- Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Miesbach: www.aelf-mb.bayern.de
Fachliche Beratung für Waldbesitzer durch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) mit Sitz in Wolfratshausen und ab 2014 im Grünen Zentrum in Holzkirchen, hat u.a die Aufgabe, Privateigentümer sowie die Kommunen neutral forstlich zu beraten. Neun Revierleiter sind für rund 10.000 Waldbesitzer in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach zuständig.







