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Energiewende Münsing

Vorbildliche Nahwärmenetze in der Pilotgemeinde

Von Peter Herrmann

Münsing, 7.8.2013 – Im August 2009 traf sich zum ersten Mal ein Arbeitskreis der Energiewende Münsing, die sich später als Non-Profit-Genossenschaft gründete. Hauptziel bleibt, bis 2035 Unabhängigkeit von fossilen und nuklearen Energieträgern herzustellen. Andreas Scharli, Energiemanager am Kompetenzzentrum der Energiewende Oberland (EWO) in Penzberg, machte sich nun vor Ort ein Bild von den zahlreichen Münsinger Projekten.

Nahwärmenetze versorgen Bürger

„Münsing verfügt über ein großes  Potenzial an Energieholz und Biomasse“, erklärte Scharli bei einem Pressegespräch im Rathaus. Der jährliche Holzzuwachs  beträgt derzeit 12 Festmeter pro Hektar. „Pro Münsinger Einwohner ergibt sich daraus ein zusätzliches Potenzial von 0,86 Ster“, rechnet Scharli vor. Bürgermeister Michael Grasl berichtete, dass in den Münsinger Ortsteilen bereits kleine Nahwärmenetze aufgebaut wurden. „Die sind auf unserer großen Gemeindefläche sinnvoller als ein großes Fernwärmenetz“, erklärt Grasl. Er verwies dabei auf das Gesamtenergiekonzept, das Professor Markus Brautsch vom Institut für Energietechnik an der Hochschule Amberg-Weiden vor zwei Jahren im Auftrag der Gemeinde erstellt hat. Darin wurde empfohlen, viele kleine Nahwärmenetze einzurichten. Grasl nannte das Nähwärmenetz im Ortsteil Degerndorf, das an dem dortigen Kindergarten angeschlossen ist, als nachahmenswertes Beispiel.

Energieberater zeigt Einsparpotenziale auf

„Die Energiewende wird von den Bürgern positiv angenommen. Dennoch haben wir noch Luft nach oben“, sagte Grasl. So berichtete Dritter Bürgermeister Ernst Grünwald von der mäßigen Resonanz auf eine Heizungspumpentauschaktion. Um die Energiewende voranzutreiben, wurde im vergangenen Jahr ein Fragebogenkatalog zum Thema „Energetische Sanierung von Gebäuden“ zusammengestellt. Wird dieser ausgefüllt, besucht der Wolfratshauser Energieberater Volker Davids den jeweiligen Hauseigentümer und klärt ihn über Einsparpotenziale auf. Die von der Gemeinde und der Energiewende Münsing geförderte Beratung kostet 200 Euro, spiele laut Grünwald diese vergleichsweise geringe Investition aber schnell wieder ein. Zudem kündigte Grünwald an, dass noch in diesem Jahr gemeinsam mit Münsinger Schülern ein Kalender mit Energiespartipps gestaltet werde.

Besuch auf dem Bauernhof von Bernhard Ruhdorfer

Im Anschluss an das Pressegespräch besichtigte Andras Scharli das Heizkraftwerk von Bernhard Ruhdorfer. Der Münsinger schließt demnächst das sechste Haus an sein Nahwärmenetz an. „Weitere Häuser sollen noch hinzukommen“, kündigt Ruhdorfer an. Der Arbeitsaufwand sei aber nicht zu unterschätzen. „Ich muss 365 Tage im Jahr rund um die Uhr erreichbar sein“, so Ruhdorfer. Scharli lobte die Initiative Ruhdorfers: „Leute wie Sie sind der Kern der Energiewende. Die müssen unterstützt werden“.

Weitere Informationen

Fragen zur Umsetzung der Energiewende beantwortet Andreas Scharli jeden Dienstag von 9 bis 13 Uhr unter der Telefonnummer +49 8856 805 36 20.