Skitouren-Tipp: Juifen
Skitouren-Tipp: Juifen
Abfahren und Auffellen am Juifen
Von Benjamin Engel
Testfazit: Wer im Oberland von Bayern nach Tirol wechselt, findet mit dem Juifen einen Skitourenberg, der zwar Kondition verlangt, dafür vielfältige Abfahrtsvarianten und eine schöne Aussicht bietet. Mit um die dreieinhalb Stunden ist Aufstieg zwar relativ lang. Das macht den 1987 Meter hohen Berg aber auch zu einer wenigen stark besuchten Alternative als die Hochplatte. Das Gipfelplateau ist zwar gerne verblasen. Dafür bieten die folgenden Nordosthänge bei richtigen Verhältnissen feinsten Pulver. Wer das voll auskosten will, muss allerdings kurze Gegenansteige einkalkulieren. Und so konditionszehrend die Tour ist, gibt es doch niemals schwierige Passagen.
Ausgangspunkt
Aus Bayern geht es über die Bundesstraße 181 und die einstige Grenze zwischen Deutschland und Österreich Richtung Achenkirch. Das Auto können die Skitourengeher am Parkplatz unterhalb des früheren Wirtshaus Tirolerland abstellen. Das Tagesticket kostet fünf Euro.
Dauer
Für den Aufstieg sollten Skitourengeher mit dreieinhalb Stunden rechnen. Wer mag kann sich aber noch währenddessen umentscheiden und stattdessen links zur Hochplatte abbiegen.
Wegbeschreibung
(Diese Beschreibung ist nur ein Touren-Tipp und nicht detailgetreu! Bitte verwendet die einschlägigen Touren-Apps oder GPS-Karten!)
Je nach Schneelage lassen sich die Ski direkt am Parkplatz auffellen. Ein ganz kurzes Stück geht es auf der in südlicher Richtung ansteigenden Straße zum einstigen Wirtshaus Tirolerland. Es schließt sich ein freier Wiesenhang an, dem die Wintersportler nun nach oben bis zu den Häusern aufsteigen. Die Straße wird kurz überquert. Der Wegweiser zur Falkenmoosalm weist den Weiterweg. An einer eingezäunten Wiese geht es mäßig steigend bergan. Wenn sich der Weg teilt, heißt es sich links zu halten. Die rechts abzweigende Forststraße bietet sich später als Abfahrtsvariante an.
Ein Hohlweg führt durch Wald, ehe es wieder auf Freiflächen unterhalb der Falkenmoosalm hinausgeht. Linkerhand ist schon der Gipfel der Hochplatte auszumachen, der viele Skitourengeher anzieht. Über den Wiesenhang geht es jetzt mittig nach oben, bis auf 3131 Höhenmetern ein Plateau mit den Gebäuden der Falkenmoosalm erreicht ist. Das gibt Gelegenheit für eine kurze Rast und erste schöne Ausblicke auf den markanten Guffert sowie den lang gezogenen Bergrücken des Unnütz im Osten auf der gegenüberliegenden Seite des Achensees.
Nach der Pause erholt steigen die Skitourengeher kurz in eine leichte Senke ab, ehe es über den Hang und lichten Wald weiter bergaufwärts geht. Schließlich wird es flacher. Wer zur Hochplatte will, muss sich nun links halten. Zum Juifen führt die Tour rechts und in westlicher Richtung in einen weiten Kessel mit der Großzemmalm im Zentrum.
Blick weit nach Bayern hinein
Ist die erreicht, heißt es sich rechterhand zur orientieren, um den steileren Südosthang zu erreichen, der zur Lämpereralm hinaufführt. Jetzt gerät der breite Bergrücken des Juifen erstmals in vollem Panorama ins Blickfeld. Die letzte Aufstiegsetappe ist also ganz nah. Parallel heißt es nun unterhalb des schattigen Nordosthangs der Marbichlerspitze den Hang zur queren, bis der Anfangspunkt des Juifen-Gipfelgrats erreicht ist. Das Panorama umfasst jetzt die Karwendelkette im Südwesten. Auf der linken Seite des Grates führt die Tour nun zum Ziel hinauf. Am Gipfel reicht der Blick nach Norden weit nach Bayern hinein. Dort sind etwa das Brauneck und die Benediktenwand und viele weitere klassische Berge gut auszumachen.
Für die Abfahrt geht es erst am Gipfelgrat entlang und schließlich den Nordosthang bis zu den ersten Bäumen hinab. Über einen Bach geht es hinüber – und es heißt wieder etwa eine Viertelstunde zur Lämpereralm aufzusteigen. Auch die folgenden Hänge im Kessel der Großzemmalm bieten bei guten Schneebindungen bestes Abfahrtsvergnügen. Wer einen zweiten kleinen Gegenanstieg nicht scheut, kann das auskosten und noch ein gutes Stück über die Alm hinaus abfahren. Dafür müssen anschließend die Felle wieder auf die Skier. Doch der Weg, der zum Kamm oberhalb der Falkenmoosalm leitet ist in wenigen Minuten wieder erreicht.
Verpflegung
Wer den dreieinhalb stündigen Aufstieg zum Juifen wagt, sollte genügend Essen und Getränke in den Tourenrucksack packen, um die Kraftreserven immer wieder aufzufüllen. Selbstverständlich gilt es sich, für Unternehmungen im freien Gelände gut vorzubereiten und insbesondere den Lawinenlagebericht zu studieren.
Fotos: Benjamin Engel











