Oberland auch künftig obergut: Neue Studie prophezeit der Metropolregion München das höchste Wachstumspotential Deutschlands
"München 2025"
von Torben Lauridsen, Claudia Köstler
Oberland, 1.11.2013 - "München ist eine führende deutsche Metropolregion für High-tech-Unternehmen, mit einem starken Innovationssystem. Sie ist sozusagen Deutschlands "Silicon Valley" – mit einer dominierenden Position in den Bereichen Elektrotechnik und moderner Fertigung." Zu diesem Schluss kam bereits 2010 eine Studie der London School of Economics. Nun legen die Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC) und das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) gemeinsam eine neue Studie mit dem Titel "München 2025" vor. Und diese zeigt nicht nur ein fortwährendes Wachstum in den kommenden Jahren. Es bescheinigt der Stadt an der Isar und seinem Umfeld auch das höchste Wachstumspotential Deutschlands.
Metropolregion München steht mit dem stärksten wirtschaftlichen Wachstum an erster Stelle
Bereits heute steht die Metropolregion München, zu der die Städte Augsburg, Ingolstadt, Kaufbeuren, Landshut, Rosenheim und die umliegenden Landkreise sowie das bayerische Oberland gehören, mit dem stärksten wirtschaftlichen Wachstum an erster Stelle: Hier gibt es das höchste Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf, den größten Bevölkerungszuwachs, die geringste Arbeitslosigkeit, die meisten DAX-Unternehmen und den höchsten Industrieanteil am Bruttoinlandsprodukt. Der Studie von Pricewaterhouse-Coopers und dem WeltWirtschaftsInstitut zufolge bleibt die Region auch in den kommenden zehn bis 15 Jahren deutscher Meister in all diesen Kategorien. Für dieses Ergebnis wurden Untersuchungen und ein Vergleich der Metropolregion München mit fünf anderen deutschen Metropolregionen, nämlich Rhein-Ruhr, Frankfurt/Rhein-Main, Berlin-Brandenburg, Stuttgart und Hamburg, herangezogen.
Solides Industriefundament und viele wissensintensive, technologiegetriebene Unternehmen
Mehrere Faktoren führen dabei zur wirtschaftlichen Stärke Münchens: Das solide Industriefundament etwa, das auch ganz Deutschland im Verhältnis zu vergleichbaren Industrienationen auszeichnet. Dazu kommt der hohe Anteil sowie eine gesunde Mischung aus großen, mittleren und kleineren Industrieunternehmen. Zusammen mit Dienstleistungen, Universitäten und Forschungseinrichtungen verschaffen sie der Metropolregion München eine besonders vorteilhafte Stellung. Grundsätzlich hat der Bereich der Fertigung in Deutschland einen höheren Anteil am Bruttoinlandsprodukt als in anderen Industrienationen. Das gilt insbesondere für München, wo sich besonders viele wissensintensive, technologiegetriebene Unternehmen angesiedelt haben. In der Region arbeiten mehr als die Hälfte aller Angestellten in der Fertigungsindustrie in wissensintensiven Industrieunternehmen. In der Landeshauptstadt selbst ist dieser Anteil sogar grösser als 75 Prozent. Das ist der höchste Anteil unter allen deutschen Metropolregionen. Der Anteil Angestellter mit Hochschulabschluss in der Fertigungsindustrie beträgt dabei 14 Prozent. Auch das ist ein Spitzenwert für Deutschland.
Typischerweise investieren die zahlreichen regionalen Technologieunternehmen viel in Forschung und Entwicklung, um innovativ und wettbewerbsfähig zu bleiben. Beispielsweise sei hier BMW mit seinem Forschungs- und Innovations-Zentrum (FIZ) genannt, das rund 20.000 Mitarbeiter beschäftigt. In den Bereichen Luft- und Raumfahrttechnik sowie der Satelliten-Navigation ist München bereits ebenfalls ein führender Standort in Europa.
Aber: Solche hochtechnologischen Unternehmen brauchen qualifizierte Mitarbeiter, die in den Fachbereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, also den sogenannten MINT-Sparten, eine gute Ausbildung haben. Der Bedarf an solchen Mitarbeitern wird auch in Zukunft weiter steigen. Doch die demographische Entwicklung in Deutschland wird in den kommenden Jahren zu einem Rückgang der Zahl der Beschäftigten führen. Denn mehr Menschen werden das Rentenalter erreicht haben als junge Arbeitnehmer hinzukommen.
Aufgaben für die Zukunft
Genau hier liegt eine der großen Aufgaben für die Zukunft: Die Region wird Migration aus dem In- und Ausland brauchen, um den Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften zu decken. Der Studie zufolge wird die Region bis zum Jahr 2015 rund 380.000 neue Arbeitskräfte brauchen. Die Herausforderung für die Metropolregion München liegt ergo darin, die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit zukünftig mehr Menschen in die Region ziehen können. Dazu braucht es also genügend bezahlbaren Wohnraum, eine gut funktionierende Infrastruktur, einen gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehr sowie internationale Schulen und KITAs.
Es ist somit Aufgabe der Politik, das wirtschaftliche Wachstum nicht alleine zu fördern, sondern auch die Rahmenbedingungen zukunftsfähig zu gestalten, um die hohe Attraktivität und Lebensqualität der Region weiter auszubauen.
Quellen: Welt am Sonntag, 27.10.13; Süddeutsche Zeitung, 02.10.13; LSE Cities 2010; Landeshauptstadt München, Referat für Wirtschaft und Arbeit; Foto: Landeshauptstadt München/Michael Nagy


