Neujahrsempfang der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Geretsried
„Kreativität entsteht im Dialog mit den Bürgern“
Von Peter Herrmann
Geretsried, 6.1.2014 – Ein Vortrag zur Gestaltung der Kommunalpolitik stand im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB). Im Versammlungssaal des katholischen Pfarramtes Heilige Familie in Gartenberg forderte der Vorsitzende des KAB-Diözesanverbandes München und Freising, Dieter Thalhammer zu mehr Bürgerbeteiligung auf. Zudem würdigte der 70-Jährige die Verdienste des Geretsrieder KAB-Ortsvorsitzenden Gerhard Beißler und seiner Ehefrau Karin mit der roten Ehrenadel des KAB-Diözesanverbandes.
Verleihung der roten Ehrennadel
„Sie haben ein immenses Programm in ehrenamtlicher Arbeit durchgeführt. Geretsried kann sich glücklich schätzen, so ein engagiertes Ehepaar in der Stadt zu haben“, erklärte Thalhammer in seiner Laudatio. Denn Gerhard Beißler und seine Frau Karin haben über viele Jahre hinweg wesentlich dazu beigetragen, ein Spendenvolumen von insgesamt rund 45.000 Euro für soziale Zwecke zu organisieren. Zudem riefen sie in Zusammenarbeit mit der KAB-Ortsgruppe das Projekt „Sonnenofen in Peru“ ins Leben, unterstützten ein Waisenhaus sowie eine Betreuungs- und Heilanstalt für Frauen im oberschlesischen Gleiwitz (heute Polen) und engagierten sich für den 2003 gegründeten Verein „Förderverein Schülerfirma Freizeit aktiv & sozial e.V.“. Diese Vereinigung will Lebensqualität und Integration von behinderten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in der Gesellschaft langfristig verbessern. Der Erlös aus Altpapier- und Gebrauchtkleidersammlungen sowie aus KAB-Familienfesten kommt ebenfalls diesem Zweck zugute. Karin und Gerhard Beißler erhielten für ihren Einsatz die roten Ehrenadel des KAB-Diözesanverbandes.
„Kommunalpolitik funktioniert nur mit Bürgerbeteiligung“
„Kommunalpolitik ist Gesellschaftspolitik“, erläuterte Dieter Thalhammer in seinem Vortrag. Der Erfahrungsschatz des SPD-Politikers ist groß. Immerhin war Dieter Thalhammer 18 Jahre lang von 1994 bis 2012 Oberbürgermeister der wirtschaftlich aufstrebenden Kreisstadt Freising. Zuvor wirkte der heute 70-Jährige unter anderem als Kreisrat, Stadtrat sowie als Referent für Wirtschaft und Finanzen. Dabei hat Thalhammer erkannt, dass Bürgerbeteiligung in den vergangenen Jahrzehnten immer wichtiger wurde. Gerade bei großen Bauvorhaben oder Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen sei es notwendig, die Bürger frühzeitig und verständlich zu informieren. „Die Information darf sich nicht nur an Experten richten. Kreativität entsteht im Dialog mit den Bürgern“, erklärte Thalhammer. Demnach seien auch die Bürger gefordert, sich zu engagieren und einzubinden. Am besten funktioniere der demokratische Willensbildungsprozess, wenn im Stadt- oder Gemeinderat Vertreter möglichst unterschiedlicher Bevölkerungs- oder Interessengruppen sitzen. Den anwesenden drei Bürgermeisterkandidaten Michael Müller (CSU), Robert Lug (Freie Wähler) und Hans Hopfner (SPD) riet Thalhammer, auf die Stimmen der Bürger zu hören. „Dann bekommt ihr deren Stimmen auch bei der Wahl“, glaubt der KAB-Diözesanverbandsvorsitzende. Beim anschließenden Empfang hatten die rund 80 Gäste die Gelegenheit, den Gedankenaustausch mit Stadträten, Bürgermeisterkandidaten und KAB-Mitgliedern zu pflegen.






