Das Magazin für das Bayerische Oberland

Europäische Metropolregion München

Bewusstsein für Kultur- und Kreativwirtschaft schärfen

Von Peter Herrmann

Geretsried, 29.3.2014 – Zum Vortrags- und Diskussionsabend „Kreativ. Erfolgreich im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen“ laden die Europäische Metropolregion München, der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen und das Wirtschaftsforum Oberland am Donnerstag, den 3. April, ab 18.30 Uhr in die Geltinger Kulturbühne Hinterhalt ein. Der Ickinger Pianist Ralph Kiefer wird die Veranstaltung musikalisch begleiten.

Mit einem Jahresumsatz von rund 20 Milliarden Euro stellt die Kultur- und Kreativwirtschaft in der Metropolregion München einen nicht zu unterschätzenden Wirtschaftsfaktor dar. Die Branche umfasst die elf Teilmärkte Musikwirtschaft, Buchmarkt, Kunstmarkt, Filmwirtschaft, Rundfunkwirtschaft, Markt für darstellende Künste, Designwirtschaft, Architekturmarkt, Pressemarkt, Werbemarkt sowie Software- und Gamesindustrie. Alle Teilbranchen verbindet die Gemeinsamkeit, dass ihrem Schaffen immer ein schöpferischer Akt zugrunde liegt. Anders als öffentlich finanzierte kulturelle Institutionen wie Theater oder Oper, sind sie überwiegend erwerbwirtschaftlich orientiert.

Energie in das Vermarktungspotenzial stecken

„Da diese Branche sehr heterogen und zudem oft sehr kleinteilig strukturiert ist, wird ihr vielfach nicht die Beachtung zuteil, die der ökonomischen Bedeutung entspricht. Die Kultur- und Kreativwirtschaft im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen wird daher im Mittelpunkt unserer Veranstaltung stehen“, erklärt Andreas Roß. Als Vorsitzender des Wirtschaftsforums Oberland und Wirtschaftsförderer des Landkreises wird Roß den Abend am 3. April zusammen mit dem Dritten Landrat Klaus Koch und dem Geschäftsführer der Europäischen Metropolregion München Wolfgang Wittmann eröffnen.

Künstler können sich häufig selbst schlecht vermarkten

„Wir wollen die Veranstaltung dort machen, wo Kultur gelebt wird“, sagt Andreas Roß über die Kulturbühne Hinterhalt in Gelting. Wirtin Assunta Tammelleo hofft, dass viele Künstler kommen. „Ich kenne viele Künstler und Maler mit beeindruckenden Werken, die sich selbst aber schlecht vermarkten können und lieber im Hintergrund bleiben wollen. Deshalb ist diese Veranstaltung so wichtig“, so Tammelleo. Der Geretsrieder Theaterautor und Musiker Günter Wagner („Aufstand“) sieht das genauso. „Wenn die CD eines Musikers fertig ist, fängt die Arbeit erst an. Du musst dann mindestens doppelt so viel Energie in die Vermarktung legen als vorher in die Produktion“, so Wagner.

Wie können Existenzgründer und Selbständige ihre Modelle am besten in der Öffentlichkeit präsentieren

Jürgen Enninger, der sich im Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes engagiert will in seinem Vortrag Wege aufzeigen, wie Existenzgründer und Selbständige ihre Modelle am besten in der Öffentlichkeit präsentieren können. Sein Thema „Kreativ arbeiten. Mit Erfolg“ wird auch in der anschließenden Podiumsdiskussion diskutiert. Ihre Teilnahme haben Gerhard Meinl (Zweiter Bürgermeister der Stadt Geretsried und Vorsitzender des Verbands Deutscher Musikinstrumentenhersteller), der Theaterautor und Musiker Günter Wagner, der Film- und Theaterkulissenbauer Nikolaus Sanktjohanser und die Grafikerin Carola Cinelli zugesagt.

„Wir wollen Wirtschaftskraft in Einklang mit Natur und Umwelt fördern“

Die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft bedeutet für Wolfgang Wittmann eine Steigerung der Lebensqualität in der Region. Denn die Bevölkerungszahl in München und Umgebung wird bis 2030 voraussichtlich um 260.000 Menschen zunehmen – das entspricht etwa der Einwohnerzahl einer Großstadt wie Augsburg. „Wir wollen aber nicht Wachstum um jeden Preis. Unsere Aufgabe besteht eher darin, dieses Wachstum zielgerichtet zu lenken und Wirtschaftskraft in Einklang mit Natur und Umwelt zu fördern“, betont Wittmann. Umso wichtiger sei es, ideale Rahmenbedingungen für Kulturschaffende und Kreative zu entwickeln. „Wir müssen aus den Hinterzimmern rauskommen und die Kultur- und Kreativwirtschaft in die Mitte der Produktionszentren führen“, fordert Dritter Landrat Klaus Koch. Im Rahmen der Pressekonferenz im Hinterhalt kündigte Wolfgang Wittmann an, dass die Reihe im Mai im Landkreis Fürstenfeldbruck und voraussichtlich im Oktober im Landkreis Weilheim-Schongau fortgesetzt wird.

Anmeldung

Wirtschaftsförderer Andreas Roß, wifoe@remove-this.lra-toelz.de oder Tel. 0 80 41/50 52 88

Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 3. April, ab 18.30 Uhr im Hinterhalt Gelting, Leitenstr. 40, 82538 Geretsried-Gelting statt.

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