Wochenmarkt in Geretsried
Die Heimat der Schmankerl
Von Andrea Weber
Geretsried, 26.8.2013 – Jeden Dienstag von 8 bis 12.30 Uhr gibt es den Wochenmarkt in Geretsried auf dem Karl-Lederer-Platz. Bis zu zwölf Anbieter von regionalen sowie internationalen Spezialitäten bieten ihre Ware feil. Frische und Qualität stehen bei allen Standbesitzern an oberster Stelle und immer haben sie leckere Schmankerl in ihren Marktwägen dabei.
Seit Jahren kommt Jürgen Saorski mit seinem roten Kleintransporter nach Geretsried. Sein Firmenlogo ist ein Pilzgesicht, das freundlich lächelt. Jeden Tag ist er auf einem anderen Wochenmarkt im Bayerischen Oberland. Wenn er morgens früh die Klappe seines kleinen Lieferwagens öffnet, duften die frischesten Pilze. „In keinem Supermarkt bekommt man diese Qualität“, behauptet er. Er holt die Schwammerl aus Pöttmes, nördlich von Augsburg, wo 90 Prozent der Egerlinge, Austernpilze, Champions und Shii-Take, am Vortag geschnitten werden. Auf seine gute Qualität ist Saorski besonders stolz. Die Zuchtpilze sind saisonal unabhängig, deshalb kommt der Pilzhändler das ganze Jahr nach Geretsried. Auch besondere Pilzsorten kann er auf Wunsch beschaffen. „Alles, was es im Wald gibt“, versichert er.
Von den Pilzen ist auch Gisela Rosemann-Leiwe aus Melle in Niedersachsen begeistert. Sie ist zu Besuch bei ihrer Schwester in Eurasburg und mit ihr heute auf dem Geretsrieder Markt. „Ich bin sehr angetan von der Auswahl und der Qualität der Pilze und ändere deswegen spontan den Mittagsplan: Aus den köstlichen Champignons, Braunkappen und Austernpilzen koche ich eine Pilzrahmsauce mit Semmelknödeln. Das können auch wir Niedersachsen,“ lächelt sie verschmitzt.
Trentingraner vom Gardasee und Käsesorten mit Birnen-Extrakt oder Apfel-Nuss-Kruste
Im Vergleich zum mobilen Pilzhändler ist das „Tiroler Bauernstandl“, gleich schräg gegenüber, ein hochmoderner Ladenwagen mit gekühlter Verkaufstheke. Werbeplakate winken mit den österreichischen Nationalflaggen. Es ist ein Franchise-Unternehmen, das sich auf die Fahne schreibt, „die Heimat der Schmankerl“ zu sein. Doch mehr noch als die bunten Werbebanner, lockt der verführerische Duft von Kaminwurz, Rauchfleisch und allerlei Käsesorten. „Bei uns gibt es nur das Besondere, weil wir uns von den Geschäften und Supermärkten abheben wollen“, erklärt Standbetreiber Sebastian Waitz. Sein Käse-Sortiment ist unwiderstehlich, da lacht einen der Trentingraner vom Gardasee an, Käsesorten mit Birnen-Extrakt oder Apfel-Nuss-Kruste, Grau- und Blauschimmelkäse. Seit fünf Jahren ist Waitz in München und im Umland unterwegs, seit kurzem auch hier im Oberland. Der gelernte Koch hat eine Affinität zu Tirol und war früher selbst ein Stammkunde am Markt. Waitz: „Jawohl, bei mir geht die Liebe durch den Magen.“
Alles für das tägliche Wohl gibt es am Geretsrieder Wochenmarkt
Alles für das tägliche Wohl gibt es am Markt: wie Wurst, Fleisch, Fisch und natürlich Obst und Gemüse, wo die meiste Farbe im Spiel ist. Rote Tomaten, gelbe Paprika, lilafarbene Auberginen, gelbe Zucchini – einfach alles, was das Herz begehrt. Und natürlich auch hier steht Frische an oberster Stelle. Deshalb holt die Firma Tafe Kvasnigi täglich um drei Uhr früh die Ware vom Großmarkthandel in München. Und solange das Gemüse in der Region wächst, wird es auch von hier bezogen. „Erst im Herbst und Winter kommt bei uns das Obst und Gemüse aus Italien, Frankreich und Spanien.“









Fotos: Fenny Rosemann



