Drama „33 Variationen“ von Moisés Kaufman
33 VARIATIONEN
Drama von Moisés Kaufman
„33 Variationen“ gastiert am 22. März 2013 um 20 Uhr unter der Regie von Frank Matthus in der Loisachhalle in Wolfratshausen. Eine Produktion des Euro-Studio Landgraf (Leitung: Joachim Landgraf) mit Cordula Trantow, Susanne Evers, Peter Schmidt-Pavloff, Michael Pascher, Rafael Hilpert, Andrée Östen Solvik und Brigitte Strohbauer. Am Flügel: SooJin Anjou.
Für „33 Variationen“ wurde Kaufman von der American Theatre Critics Association mit dem Steinberg/ATCA Award für das Beste Neue Stück ausgezeichnet. Schauspielerin Cordula Trantow lässt in der Rolle der Dr. Katherine Brandt das Publikum miterleben, wie diese Musikologin fast 200 Jahre nach Entstehung der Diabelli-Variationen Beethovens Besessenheit für dieses Meisterwerk zu erklären versucht. Private und berufliche Szenen ihrer Forschungsarbeit am Beethovenarchiv in Bonn verschmelzen in Moisés Kaufmans Stück raffiniert mit Szenen aus dem Leben des großen Komponisten - und Pianistin Soojin Anjou macht Beethovens Kompositionsarbeit hörbar. „33 Variationen“ ist das Theaterstück, mit dem Jane Fonda am Broadway nach 45 Jahren Theaterabstinenz ihr triumphales Comeback feierte.
Inhalt
Warum hat Ludwig van Beethoven trotz gesundheitlicher und finanzieller Nöte vier seiner letzten Lebensjahre damit verbracht, für einen Hungerlohn 33 Variationen über einen einfachen Walzer des Wiener Komponisten und Musikverlegers Anton Diabelli zu komponieren? Um EINE Variation hatte Diabelli 1819 die fünfzig ‚vorzüglichsten’ Komponisten seiner Zeit für einen Sammelband gebeten. Alle machten mit – alle – außer einem: „Beethoven ärgerte sich über dieses Ansinnen. Sein Ärger liess eines der größten musikalischen Kunstwerke aller Zeiten entstehen. Doch dann geschieht etwas Unterwartetes. Geradezu besessen von dem Walzer, den er vorher abfällig als ‚Schusterfleck’ bezeichnet hatte, komponiert Beethoven nicht nur die eine verlangte, sondern am Ende 33 grandiose Variationen.
Was führte zu seinem Gesinnungswechsel? Genau das ist die Frage, über die sich im Stück Dr. Katharine Brandt den Kopf zerbricht. Obgleich schwerkrank fliegt sie von New York nach Bonn und hofft, im Beethoven-Archiv beim Analysieren der Skizzenbücher Beethovens dem Rätsel, das die Musikwissenschaftler seit 185 Jahren beschäftigt, auf die Spur zu kommen. Unterstützt wird sie dabei von der Bibliothekarin Gertrude Ladenburger. Zusätzliche Bewegung und Charme erhält das Stück nicht nur durch die Liebesgeschichte zwischen Katherines Krankenpfleger Mike und ihrer Tochter Clara, sondern auch durch die wunderbaren Szenen zwischen Beethoven, seinem Sekretär Schindler und Diabelli im Wien des Biedermeier.
Darsteller
Cordula Trantow (Dr. Katherine Brandt)
Cordula Trantow (Dr. Katherine Brandt) wurde als Tochter des Komponisten und Dirigenten Herbert Trantow und der Tanzpädagogin Edith Kirchhoff in Berlin geboren und wuchs dort auf. Ihre Schauspielausbildung erhielt sie bei Prof. Marlise Ludwig in Berlin. 1959 wurde sie von Bernhard Wicki für die Rolle der Franziska in seinem legendären Antikriegsfilm „Die Brücke“ engagiert. Für diesen Film erhielt sie als beste Nachwuchsschauspielerin als Auszeichnung den Filmband in Gold. Seither spielte sie über 150 Rollen bei Film, Fernsehen und Theater.
Zu ihren zahlreichen Kino- und Fernseharbeiten gehören u. a. „Jenseits der Stille“ als Partnerin von Charles Aznavour in der Regie von André Cayatte, die Hollywoodproduktion „Hitler“ als Hitlers Nichte Geli Raubal, „Bekenntnisse eines möbilierten Herrn“ (R: Franz Peter Wirth), „Das Schloss“ an der Seite von Maximilian Schell (R: Rudolf Noelte), „Babeck“ (R: Wolfgang Becker), „Vor Sonnenuntergang“ (R: Oswald Döpke), Mutter in der Serie „Unser Walter“ (R: Peter Schubert), Frau John in „Die Ratten“ (R: Rudolf Noelte) sowie mehrere Folgen der Serien „Der Alte“, „Tatort“, „Derrick“, „Ein Fall für zwei“. Cordula Trantow gehörte zur Stammbesetzung der Serie „Bis in die Spitzen“. In „Bella Block“ „Soko Leipzig“ und „Stubbe“ war die Schauspielerin ebenso zu sehen wie 2009 in dem Fernsehspiel „30 Tage Angst“ und 2010 in Dieter Wedels Zweiteiler „Gier“. 2012 spielte sie in Leonhard Schmidts Kinofilm „Die Schaukel“ sowie in den Fernsehproduktionen SOKO 5113 und „Der Knastarzt“.
Bühnenengagements hatte Cordula Trantow am Bayerischen Staatsschauspiel München, am Württembergischen Staatstheater Stuttgart, an den Münchner Kammerspielen, am Renaissance-Theater Berlin und an der Freien Volksbühne Berlin. Das Regiehandwerk lernte sie bei Rudolf Noelte. 1989 schrieb und inszenierte sie das Fernsehspiel „Besuch“ mit Judy Winter. Von 1988-1998 war sie Leiterin des Theatersommers in Weilheim, seit 1999 in Garmisch-Partenkirchen. Von 2003 bis 2006 war sie Intendantin des Südbayerischen Theaterfestivals. Zu ihren zahlreichen Regiearbeiten gehören u.a. „Die Möwe“, „Romeo und Julia“ mit Cosma Shiva Hagen als Julia, „Die Irre von Chaillot“ und „Ein Sommernachtstraum“. Für das Tournee-Theater Thespiskarren inszenierte sie 2011 die Krimikomödie „Arsen und Spitzenhäubchen“ von Joseph Kesselring und spielte eine der beiden weiblichen Hauptrollen. 2012 kam der von ihr inszenierte Film „Casting für Casting“ in die Kinos. Sie spielte in dem Stück „Talfahrt“ und war an der Seite von Doris Kunstmann in „Ein ungleiches Paar“ zu sehen.
Shoshana Evers (Clara Brandt)
Geboren in Dessau, reiste Shoshana Evers (Clara Brandt) 1985 aus der damaligen DDR aus und studierte von 1987 bis 1989 an der Schauspielakademie Zürich. Darauf folgte ein Studium an der Universität der Künste Berlin, wo sie 1992 ihr Schauspieldiplom ablegte. Susanne Evers begann ihre Fernsehkarriere 1992 in der Serie „Ein besonderes Paar“. Hier war sie als Sonja Liszt die Tochter Klausjürgen Wussows. Es folgten weitere Fernsehrollen, u. a. in Karin Herchers „Die Wüste“, in „Lukas“ (ZDF) und in der RTL-Serie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“. 2001-2009 spielte Evers die Rolle der Suzanne Richter in der ARD-Serie „Lindenstraße“. Neben ihrer Fernseharbeit spielt Susanne Evers auch häufig Theaterrollen, so unter anderem an der Schaubühne Berlin, an der Berliner Tribüne, an den Kammerspielen des Deutschen Theaters Berlin sowie an Theatern in Dessau, Trier und am Grenzlandtheater Aachen.
Peter Schmidt-Pavloff (Beethoven)
Nach dem Schauspielstudium an der Universität für Schauspiel und Musik „Mozarteum“ in Salzburg bekam Peter Schmidt-Pavloff (Beethoven) zunächst ein Engagement an der Landesbühne Niedersachsen, danach war er fest beziehungsweise als Gast an den Städtischen Bühnen Augsburg, dem Volkstheater Wien, Volkstheater München, am Schauspielhaus Zürich und am Theater Bonn. Er stand bei den Salzburger Festspielen und beim Bayerischen Theatersommer auf der Bühne. Bei den Nibelungenfestspielen in Worms spielte Peter Schmidt-Pavloff den Ortwin von Metz bei der Uraufführung von Moritz Rinkes „Nibelungen“. Er war in der Titelrolle des Hendrik Höfgen in „Mephisto“ am Schauspielhaus Zürich (Regie: Jürgen Bosse) zu sehen, als Fernando in „Stella“, als Jedermann in Hofmannsthals gleichnamigen Werk und als Antrobus in „Wir sind noch einmal davongekommen“ am Volkstheater Wien.
Fürs Fernsehen arbeitete er u. a. mit Dieter Wedel in „Die Affäre Semmeling“. Er spielte in der Inszenierung von Sorkins „Eine Frage der Ehre“, war Orgon in Molières „Tartuffe“ und in „Tannöd“, Maya Fankes mit dem 1. INTHEGA-Preis ausgezeichneten Inszenierung nach dem Bestseller von Andrea Maria Schenkel, zu sehen. In Frank Matthus’ Inszenierung von „Der blaue Engel“ nach dem Roman „Professor Unrat“ von Heinrich Mann übernimmt Schmidt-Pavloff auch in der Spielzeit 2013/14 wieder die Rolle des Herrn Kiepert.
SooJin Anjou (Pianistin)
SooJin Anjou, in Seoul (Südkorea) geboren, wuchs ab dem 10. Lebensjahr in den USA auf. Bereits mit 11-12 Jahren trat sie erfolgreich mit vielen Orchestern mit anspruchsvollen Stücken wie den Klavierkonzerten von Beethoven, Schumann und Prokofiev auf. Sie schloss ihr Studium an der Juilliard School in New York im Jahr 2002 ab; dabei wurde sie die erste – und bis jetzt die einzige – Absolventin der weltberühmten Hochschule, die mit zwei Abschlusspreisen gleichzeitig geehrt wurde. Nach ihrem ausgezeichneten Abschluss in New York unternahm sie intensive Privatstudien bei Ferenc Rados in Budapest. Anschließend hat sie ihr Konzertexamen an der Universität der Künste Berlin in der Klasse von Klaus Hellwig abgelegt. Als Solistin trat SooJin Anjou im Besonderen mit dem Boston Symphony Orchestra (Symphony Hall, Boston, USA) und dem Juilliard Orchestra (Lincoln Center, New York, US) auf. Sie gab erfolgreiche Klavierabende und Kammermusik-Konzerte u.a. im Leipziger Gewandhaus (Mendelssohn-Saal), im Budapester Liszt Museum und in der Alice Tully Hall in New York. Außerdem ist sie Preisträgerin namhafter internationalen Wettbewerbe, z.B. Robert-Schumann-Wettbewerb (Zwickau, DE) sowie Concours international de piano d'Orléans (Frankreich).
Seit ihrer Jugend entwickelte SooJin Anjou ein starkes Interesse für zeitgenössische Musik. So gibt sie seit dem Alter von 15 zahlreiche Uraufführungen von Solo- und Kammermusikwerken. Als Mitglied des New Juilliard Ensembles führte sie Werke von u.a. Valentin Silvestrov, Elena Kats-Chernin and David Del Tredici auf, Uraufführungen inklusive. Sie war zudem Solistin mit dem Ensemble in Lee Hylas Klavierkonzert Nr. 2 in der Alice Tully Hall. Im Jahr 2010 feiert sie den 200. Geburtstag von Schumann und Chopin mit neuen Werken von 3 zeitgenössischen Komponisten, die von ihr als Huldigung an die beiden Großmeister des 19. Jahrhunderts in Auftrag gegeben wurden. Sie gehört außerdem zum Ensemble von Morton Subotnicks elektronischer Kammeroper “Jacob’s Room”, die bei den Bregenzer Festspiele 2010 uraufgeführt wurde und in den nächsten Spielzeiten weltweit auf Tournee zu erleben ist.
SooJin Anjou ist eine begeisterte Liedbegleiterin, die intensiv mit Julia Varady und Semjon Skigin gearbeitet hat. Besonders prägende Impulse hat sie von Dietrich Fischer-Dieskau bekommen, bei dem sie einen intensiven Meisterkurs abgelegt hat. Sie ist darüber hinaus eine leidenschaftliche Partnerin in diversen interdisziplinären Projekten, u.a. als musikalische Leiterin der ersten deutschsprachigen Produktion des Theaterstücks “33 Variationen” von Moises Kaufman, die 2010 im Renaissance-Theater Berlin Premiere feierte. Zurzeit wirkt sie mit dem renommierten Theaterensemble Nico and the Navigators auf einer europaweiten Tournee.
In ihrem weitgefächerten Repertoire befinden sich mehr als 30 Klavierkonzerte, die von Bach bis Berio reichen, sowie die Gesamtsolowerke für Klavier von Ravel und die 12 Transcendentalen Etüden von Liszt. Sie ist in dem Dokumentarfilm "New York, New Yorkers" von Asahi-TV aufgezeichnet worden, der großräumig in Asien ausgestrahlt wurde und seit 2003 auf DVD gesehen werden kann.
SooJin Anjou lebt zurzeit in Berlin.
Veranstaltungsort
Das Drama „33 Variationen“ von Moisés Kaufman findet am 22. März 2013 in der Loisachhalle statt. Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr, Einlass ist ab 19 Uhr.
Preise
28 €, 24 € und 21 € sowie ermäßigt 14 € (für Schüler, Studenten und SozialCard-Empfänger) zzgl. Gebühren.
Karten
Rathaus Wolfratshausen
Bürgerbüro
Marienplatz 1
82515 Wolfratshausen
Tel. 08171 214 0
Fax. 08171 214 252
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0180-54 81 81 81 (€ 0,14 aus dem dt. Festnetz, ggf. abweichende Preise aus dem Mobilfunk (Preisänderungen vorbehalten)
und zzgl. 4 € (Abendkassengebühr) an der Abendkasse am Freitag, 22. März 2013 ab 19 Uhr.
Fotos: Bernd Böhner
Veranstaltungsort
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