Team Oberland.de beweist Kampfgeist:
In 24 Stunden: 87 Runden durchs Olympia-Gelände
von Andrea Weber
Nichts scheint unmöglich, nicht einmal das Laufen ohne Ruhepausen in 24 Stunden nonstop. Dieser sportlichen Superlative stellten sich viele Sololäufer und Staffelteams beim Ultramarathon im Olympiagelände am vergangenen Mittwoch- auf Donnerstagabend.
Um 20 Uhr starteten die Amateur-Athleten, darunter auch der erste Staffelläufer Hans Moock, vom Team Oberland.de. Drei Kilometer lang führte die Runde von der Olympiahalle, vorbei am Olympiasee, durch die futuristische BMW Welt und wieder zurück. Zähe Ausdauer, eine ganze Nacht hindurch und einen Tag lang, wurde von den Teilnehmern abverlangt. Durchhaltevermögen bewies auch das Mixed-Team aus fünf Herren und drei Damen vom Oberland.de-Team. Sie schafften den vierten Platz in der Kategorie der Achterteams.
Die Oberländer – das waren Teamleiter Hans Moock, Claudia Juretzki, Jennifer Jüttner, Torben Lauridsen, Elke Löffek-Türkcan, Georg Mayerbacher, Christian Pach und Walter Schmitt – legten gemeinsam bis zum Zieleinlauf am gestrigen Donnerstagabend um 20 Uhr, 87 Runden mit einer Wegstrecke von gesamt 268 Kilometern zurück.
Am 24 Std-Marathon nahmen auch Sololäufer teil. Die besten Athleten des Rennens waren Dirk Malsch. Er hat es in 24 Stunden auf 199 Kilometer gebracht. Bei den Damen war Carmen Hamm unschlagbar. Sie sammelte 183 Kilometer nonstop.
Eine besondere Körpererfahrung
Teamchef Moock und seine Oberländer hatten ein eigenes Betreuungsteam mit Arzt und Masseur dabei und ihren blauen Team-Bus im Fahrerlager direkt am Start- und Zielbereich positioniert. Dort erholten sie sich, während sie auf ihren nächsten Einsatz warteten. „Jeder hat knapp zwei Stunden zum Relaxen, bis er wieder an die Reihe kommt“, erklärte Moock. Er war der Initiator, der seine Teamkollegen zum Mitmachen motivierte. Sie sind Freunde und hatten vor einem Jahr ihre erste Teilnahme am Ultra-Marathon beschlossen. Moock lief letztes Jahr schon mit und war begeistert: „Es ist eine besondere Erfahrung, zu spüren, wie schnell sich der Körper von der Anstrengung erholt.“ Die hohe Motivation, der Spaß und der Teamgeist machen die Teilnahme am 24Std-Ultra-Marathon zu einem unvergesslichen Erlebnis, findet Moock.
Warum Laufen?
Wie gut das Laufen tut, weiß auch der 56-jährige Torben Lauridsen. Erst mit dreißig Jahren habe er zum Laufen begonnen. Heute braucht er das regelmäßige Training „um den Kopf frei zu machen und Ideen zu schöpfen“, sagt er. Der Betriebswirt, der im Innovation Centre Denmark im Dänischen Konsulat in München arbeitet, sorgt dafür, dass Delegationen aus seiner Heimat mit Vertretern der bayerischen Wirtschaft zusammenkommen. Wenn er beim Laufen dann in den Zustand kommt, wo Atemrhythmus und Bewegung synchron wird, hat er erreicht, nach was er sucht: „Nach dem wunderbaren Gefühl der Ausgeglichenheit von Körper und Geist.“
Streckenverlauf durch die futuristische BMW Welt
Mit unheimlicher Ausdauer und Leidenschaft kämpften die Amateur-Athleten für ihren Sport. Permanent sah man die Läufer ihre Runden drehen, zum Glück bei gutem Wetter. Man konnte dem Streckenverlauf durch die futuristische BMW Welt folgen und vorbei an der unverwechselbaren Zeltarchitektur des Olympiageländes schlendern, und je länger man am Streckenrand als Zuschauer verweilte, umso mehr kam insgeheim der Wunsch auf, auch einmal durch Tag und Nacht zu laufen.
Fotos: Andrea Weber, Fenny Rosemann


