Ausstellungseröffnung „Was können wir tun? Widerstand gegen den Nationalsozialismus 1939 – 1945“ im Museum der Stadt Geretsried
Die Freiheit als kostbarstes Gut
Von Andrea Weber
Geretsried, 1.4.2015 – Ohne Krieg würde es die Geschichte der Stadt Geretsried nicht geben. „Wir tragen deshalb eine besondere Verantwortung mit uns“, mit diesen Worten eröffnete Bürgermeister Michael Müller die Ausstellung „Was können wir tun? Widerstand gegen den Nationalsozialismus 1939 – 1945“. Die Ausstellung, die ab sofort im Museum der Stadt Geretsried zu sehen ist, widmet sich der kleinen Minderheit derer, die im 2. Weltkrieg mutig in vielfältigsten Formen gegen das Schreckens-Regime Adolf Hitlers kämpften und ihr Leben für die wichtigsten Werte der Menschheit ließen: für Willens- und Entscheidungsfreiheit.
Auf 25 wandhohen Bannern sind jeweils das Leben, der persönliche Widerstandskampf und das Schicksal dieser Helden und Heldinnen dargestellt. Zur Eröffnung wurde ein Teil der Ausstellung, initiiert und organisiert von Kulturamtsleiterin Anita Zwicknagl, im Ratsstubensaal präsentiert. Eingeladen waren auch Lehrkräfte aus allen Geretsrieder Schulen, die als Multiplikatoren die Botschaft dieser Ausstellung in die Schulen bringen sollen. Musikalisch begleitete wurde die Eröffnung von dem Pianisten und Komponisten Dr. Peter Wegele.
Eingeladen war auch die erste Vorsitzende der Weiße Rose Stiftung, Dr. Hildegard Kronawitter, die in ihrer kurzen Rede nicht nur an die Schreckenstaten des Nationalsozialismus erinnerte, sondern auch aufzeigte, wie die Kämpfer der Weißen Rose, darunter die Geschwister Scholl, mit ihren Flugblattaktionen versuchten die Bürger wachzurütteln, für ihren Mut allerdings in die soziale Isolation gerieten und schließlich verfolgt und hingerichtet wurden. „Hitlers Regime vermochte mit seinem Belohnungssystem die Loyalität der Bevölkerung bis zum Kriegsende aufrechtzuerhalten, trotzdem Millionen von Kriegsopfern und Opfern des Holocaust zu beklagen waren sowie das Leid vieler Schicksale der Vertriebenen", so Kronawitter.
Wenige versuchten auf das Verbrechen hinzuweisen
1933 übernahmen Hitler und die Nationalsozialisten die politische Macht in Deutschland. Die meisten Menschen folgten begeistert dem neuen Regime, passten sich an oder blieben passiv gegenüber den Verletzungen der Menschenrechte. Nur wenige versuchten auf verschiedene Weise auf die Verbrechen der Machthaber hinzuweisen. Zum Beispiel der Theologe Hermann Stöhr, der seinem Prinzip der Gewaltlosigkeit treu blieb und als Kriegsdienstverweigerer hingerichtet wurde. Der Berufsoffizier Hans Oster warnte die Niederlande vor einem Angriff und wurde als Verräter inhaftiert und ermordet. Der Bäcker Hanno Günther verbreitete unzensierte Nachrichten über die Kriegsfront in Flugblättern „Das freie Wort“. Dagmar Petersen informierte sich über die Lage an der Front über verbotene „Feindsender“ aus dem Ausland und verbreitete die Wahrheit in Flugblättern, ebenso wie der Münchner Mechaniker Walter Klingenbeck. Elisa Hampel schreibt Postkarten und verteilt sie in Berliner Hausfluren. Der Schreiner Georg Elsner bereitete wochenlang einen Sprengstoffanschlag auf Hitler im Münchner Bürgerbräukeller vor, der aber misslang.
Die Ausstellung transportiert eine wichtige Botschaft: Jeder Einzelne trage die Verantwortung, dass sich die Gräueltaten des Nationalsozialismus nicht wiederholen. Die Helden des Widerstands wurden Vorbilder für Zivilcourage und für das rechtzeitige Wahrnehmen der Ausgrenzung von Minderheiten. Jeder sei selbst Verantwortlich die Zukunft zu gestalteten, das sei heute gültiger denn je. Menschen wie du und ich, setzten ihr Leben aufs Spiel, um die Freiheit als kostbarstes Gut zu bewahren.
Ausstellung „Was konnten sie tun? Vom 1.April bis 31. Mai 2015 im Museum der Stadt Geretsried, Graslitzer Straße 1, Geretsried.
Öffnungszeiten: Di., Mi. von 14 bis 16 Uhr, Do. von 17 bis 19 Uhr, Fr.,Sa.,So. von 14 bis 16 Uhr
Gruppenführungen nach telefonischer Vereinbarung: 08171/629827









