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KONZERT

Blasmusik ist wunderbar

Wolfratshausen, 20.5.2013 (red) – Fesche Burschen in Lederhos‘n, Wadlwärmer und Trachtenhüten kamen auf die Bühne der Loisachhalle am Samstagabend, unter ihnen zwei Damen im festlichen Dirndlgewand – allesamt hatten ihre Blasinstrumente unterm Arm und nahmen ihren Platz ein. Mit dem bayerischen Defiliermarsch begann ein langer Konzertabend und endete vor der Zugabe mit dem berühmten Radezky-Marsch. Dazwischen nahm das Konzert von Adi Stahuber und seiner original Isartaler Blaskapelle überraschend moderne Töne an.

Seit 55 Jahren gibt es die Isartaler Blaskapelle, die aus der direkten Nachbarschaft Baierbrunn stammt. Inzwischen leitet Adi Stahuber Junior das fünfzehnköpfige Orchester. Während der Sohn oben dirigiert, saß der 85-jährige Senior und Gründer der Isartaler Blasmusik im Publikum und genoss das Konzert. Das taten übrigens auch die überwiegend zum älteren Semester gehörenden Zuschauer und zugegebenermaßen auch solche Gäste, die bisher noch wenig Zugang zur Blasmusik hatten. Denn die Isartaler könnte man durchaus auch als Bayerische Bigband bezeichnen. Bekannt wurden Adi Stahuber und die Isartaler in den Siebzigern als Oktoberfestband und durch viele Auftritte im Hofbräuhaus. Im Laufe der Jahrzehnte sind rund zwanzig Alben erschienen und auf der ganzen Welt waren die bayerischen Musiker in ihrer Tracht gern gesehene Gäste. Die Tracht von einst ist bis heute unverändert geblieben, das Programm unter der Leitung von Adi Stahuber Junior ist moderner geworden.

Jeder Bläser, vom Tubisten bis zum Klarinettisten, interpretierte facettenreich und kunstvoll

Mit dem bayerischen Defiliermarsch begann ein qualitativ hochkarätiges Konzerterlebnis, das alles andere als schlichte Festzeltmusik war. Denn, egal ob Polka und Märsche aus Österreich und Böhmen oder später Swing-Klassiker von Luis Armstrong „What A Wonderful World“ und „Hallo Dolly“, es war eine ungewöhnlich sanfte Blasmusik – nie ein Ton zu schrill, nie ein Klang zu blechern. Mit viel Gefühl und Sympathie dirigierte der Kapellmeister seine Profis, die im Wechsel von samtig-leisen Passagen und kraftvollen Momenten eine Dynamik ins Spiel brachten. Jeder Bläser, vom Tubisten bis zum Klarinettisten, interpretierte facettenreich und kunstvoll traditionelle Stücke wie den „Klarinettenmuckl“, den „Marscheinzug der Gladiatoren“ aber auch den berühmte Klassiker, aus dem Musical Evita „Don’t Cry For Me Argentina“. Adi Stahuber und seine Isartaler Blasmusik haben ihrem Publikum am Samstagabend in Wolfratshausen einmal mehr beweisen können: „Blasmusi is wunderbar.“ Dafür gab es vom Publikum stehende Ovationen.


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