Alles außer Standards
Wolfratshausen, 18.1.2013 (red) – Immer dann, wenn das Loisachhallen-Foyer in farbiges Licht eintaucht, die Bar einer mobilen Bühne weichen muss und rote Sofas einladen, um gemütlich zu verweilen, dann ist es wieder Zeit für gute Livemusik im Rahmen der Reihe Loisachjazz. Dieses Mal war der Münchner Jazz-Saxofonist Claus Koch und seine „Boperators“ zu Gast. Das Quartett präsentierte den berühmten Bebop-Stil, den Ursprung des Modern Jazz.
Loisachjazz gibt es nur im Winter, erklärt Wolfratshausens Kulturreferentin Marion Klement: „Es muss draußen dunkel sein, damit drinnen die Atmosphäre stimmt.“ Sie ist die Initiatorin dieser Konzertreihe. Das sonst so kühle Foyer ist in sanftes blau-violettes Licht gehüllt, die Besucher sitzen gemütlich an gedeckten Tischen und genießen ein Gläschen zum Jazzgenuss.
Zum ersten Mal war Claus Koch und seine Band namens „Boperators“ zu Gast in Wolfratshausen. Er und seine Musiker – das sind Ralph Hesse (Trompete und Flügelhorn), Claus Raible (Klavier), anstatt des Londoner Schlagzeuger Matt Home vertrat dieses Mal Bastian Jütte am Schlagzeug und Giorges Antoniou spielte den Kontrabass – haben sich dem Bebop verschrieben. Es ist quasi der Ursprung des Modern Jazz. Bebop ist Swing mit einer größeren Rhythmusfreiheit von Bass und Schlagzeug, schnellerem Tempo und komplexeren Harmonien. Diese Musik kam in den Vierzigerjahren auf und wird gerne als schwierige Jazzform bezeichnet. Dass diese Musik auch eingängiger klingen kann, bewiesen Claus Koch und seine Musiker am Freitagabend.
Koch integriert in seinen Bebop melodischen Swing und temperamentvollen Latin
Ideen für seine Arrangements und eigenen Kompositionen holt sich Bandleader Claus Koch gerne von alten Jazzlegenden, wie Paul Gonsalves, einem Musiker des berühmten Duke Ellington Orchesters. Koch integriert in seinen Bebop immer wieder melodischen Swing und temperamentvollen Latin. Es entsteht dadurch eine sehr rhythmische Musik. Seit zehn Jahren spielt die Formation in dieser Besetzung zusammen. „Wir haben alle in der Münchner Bigband „Al Porcino“ gespielt.“ An diesem Musikstil fasziniert Claus Koch besonders, dass man „leichten Tanzbeat in hochkarätige Konzertmusik verwandelt hat“. „Wir achten allerdings darauf, dass man in unserer Musik immer noch den Beat spüren kann.“
Es war ein langer Konzertgenuss, mit viel eigener Musik und wenig gängigen Standards – eine Musik die alle Facetten vereinte, vom Blues, Funk bis zum Bossa Nova. Es war ein Kunstgenuss mit beeindruckenden Soli perfekt präsentiert. Ein Abend mit Klasse.
Besucherstimmen
Oberland.de wollte von den Besuchern wissen, was sie alles obergut fanden bei dem Konzert mit Claus Koch & The Boperators. Hier lesen Sie die Antworten, mehr…


Fotos: Fenny Rosemann






