Temperamentvolles aus Südafrika und Südbayern
„Corroboration Gumboot Dance Company“ und „NouWell Cousines“
von Fenny Rosemann
Geretsried, 8.10.2012 - Der Geretsrieder Kulturherbst 2012 präsentiert eine Attraktion nach der anderen. Der erfolgreichen Uraufführung von „Der Aufstand!“ (wir berichteten, mehr…) folgte als Weltpremiere die gemeinsame Aufführung der „Corroboration Gumboot Dance Company“ und den „NouWell Cousines“. Auf Einladung von Michael Well (Biermösl Blosn) und der Kulturbühne Hinterhalt Gelting gestalteten die südafrikanischen Tänzer gemeinsam mit den Musikern Maria Well, Maresa Well und Alexander Maschke einen mitreißenden Abend.
Zwischen den Stücken der „Corroboration Gumboot Dance Company“ und den „NouWell Cousines“ moderierte Veit Lennartz. Er versprach „einen ganz tollen, vor allem kontrastreichen Abend“. Lennartz war von 1994-99 Fernsehkorrespondent der ARD in Südafrika, während der Regierungszeit von Nelson Mandela. Er begleitet die Corroboration auf ihrer Tour mit ihrem neuen Programm. Mit ihrem Gummistiefeltanz haben sie in Südafrika bereits Preise gewonnen. Entstanden ist diese Tanzform in den Goldbergwerken Südafrikas während der Sklaverei – als Alternative zum verbotenen Trommeln und Sprechen. Die Arbeiter kommunizierten mit ihren Stiefeln, stampften auf den Boden und entwickelten so einen Code, um zu kommunizieren. Im Laufe der Zeit entwickelte sich diese Gummistiefel-Kommunikation zu einem Tanz. Die Tänzer können ganze Geschichten mit ihren Stiefeln erzählen.
Ausdrucksstarke Gestik und Mimik
Die Tänze der Corroboration berichten von den Problemen der Minenarbeiter, davon wie man Bier trinkt, oder sich fürs Ausgehen herrichtet. Die Kostüme und die Gummistiefel variierten passend zu den gezeigten Themen, mal zebrafarbig, mal als blaue Schul- oder Arbeiteruniform. Der Gummistiefeltanz erinnert an eine Mischung von Stepptanz und Schuhplattler. „Halten Sie sich fest und schnallen Sie sich an“ stimmt Lennartz die Zuschauer ein vor dem modernen Pantsula, einem fetzigen südafrikanischen Hip-Hop, enstanden in den Townships. Mit ihren temperamentvollen und emotionalen Tänzen, untermalt von lautem Summen und Rufen der und Darsteller, kombiniert mit ausdrucksstarker Gestik und Mimik, begeisterten die Corroboration-Darsteller das Publikum.
Hingerissen waren die Zuschauer auch von den schneidigen Well-Cousinen Maria Well und Maresa Well und Alexander Maschke. Mit der lebhaften und swingenden finnischen Polka zeigten sie gleich zu Beginn, dass sie an Temperament den Gummistiefeltänzern in nichts nachstehen. Es folgten Eigenkompositionen und Arrangements traditioneller Stücke in einem Crossover von Volksmusik, über freche Lieder bis hin zu klassischen Stücken. Die drei Musiker boten mit unterschiedlichen Instrumenten (Geige, Bratsche, Cello, Akkordeon) ein gekonntes und abwechslungsreiches Programm.
Alle Darsteller der „Corroboration Gumboot Dance Company“ und den „NouWell Cousines“ präsentierten mit Temperament, Engagement und Begeisterung. Diese Funken sprangen rasch auf das Publikum über. Die Zuschauer dankten mit starkem Applaus.
Die Biermösl Blosn wurden im Jahr 2007 vom Goethe-Institut nach Südafrika eingeladen „und da haben wir die Tänze gesehen, die so ähnlich ausschauen wie die Schuhplattler“ so Well. Mit Alphorn, Tuba und Trompeten musizierten die Biermösl Blosn mit den schwarzafrikanischen Tänzern in Gummistiefeln. Über den Kontakt mit der Biermösl Blosn waren die südafrikanischen Tänzer bereits 2006 auf Deutschland-Tournee.
Fotos: Andrea Weber, Fenny Rosemann
Besucherstimmen
Zuschauer sprechen über Ihre Eindrücke von der Aufführung.
„Ich fand's super, es war ein ganz tolles Publikum, das beste Publikum bisher. Die sind so mitgegangen und waren sehr spontan.“ Barbara Harder aus Heidelberg (Veranstalter, Voices for Africa)
„Wunderbar! Ich finde die Mischung Bayern und Südafrika phantastisch und auch das Engagement derer, die die Darsteller hierherbringen großartig. Vor allen Dingen ist das nichts Aufgesetztes, sondern die Menschen leben und machen ihre Musik dort in Südafrika und wir dürfen das so weit entfernt hier miterleben. Ich finde das toll.“ Marion Turtur aus Münsing
„Ich fand's sehr beeindruckend. Die Tänzer waren super, der Rhythmus war Klasse, die Stiefel waren toll, alles war schön, auch die Kombination. Das war etwas konträr, aber mir hat es sehr gut gefallen, gerade in der Kombination.“ Wenus-Damian aus Geretsried
„Ich fands toll und bin ganz begeistert. Es war interessant und lustig. Wie die am Schluss zusammengespielt und getanzt haben, hat mir am besten gefallen. Jeder hat sein Land speziell vertreten, das Bayerische kam total echt und das andere war, glaube ich, genauso echt.“ Sybille Tauchmann aus Eurasburg






















