Das Trio „La Banda Ki“ im Foyer der Loisachhalle
Kammermusikalisches Potpourri
von Andrea Weber
Wolfratshausen, 8.7.2014 – Eine Reise durch die europäische Volksmusik präsentierte das Trio „La Banda Ki“ am Donnerstagabend im Foyer der Loisachhalle und zeigte eindrucksvoll, wie die klassische Musik von Volksmusik geprägt ist. Von der temperamentvollen Musik der Roma aus dem Balkan bis zum leidenschaftlichen Flamenco aus Spanien war stilistisch Vielfältiges geboten. Der Geiger und Leiter des Ensembles, Volker Biesenbender, hatte zudem zu jedem Stück eine kleine Anekdote mitgebracht, die er immer mit einem humorvollen Augenzwinkern dem Publikum zwischen den Stücken erzählte.
Zu dem Trio La Banda Ki gehören außerdem die französische Kontrabassistin und Sängerin Clara Gervais und der Italiener Michelangelo Rinaldi am Klavier und Akkordeon. Das Trio präsentierte eine anspruchsvolle Kammermusik, von beschwingt bis schräg, die alle Klangfacetten vereinte. Mit einem ungarischen Tanz von Johannes Brahms in der Version der Roma eröffnete La Banda Ki das Konzert. Der gebürtige Duisburger, Volker Biesenbender, ist preisgekrönter Geiger und Tenorsänger auf internationalem Niveau.
Biesenbender führte das Publikum durchs Programm. Zu jedem Stück hatte er eine Episode parat, zum Beispiel wie Brahms im Alter von 17 Jahren eine enge Freundschaft zu einem jungen Roma pflegte und mit ihm durch die Gassen tingelte, um zu musizieren. Auch Biesenbender ist von der Musik der Roma fasziniert: „lch lernte in Bulgarien die Roma kennen. Sie sind wunderbare Menschen.“ Wie ein roter Faden zog sich der Aspekt Klassik versus Volksmusik durchs Programm. „Alle klassischen Stücke sind mit ethnischer Volksmusik behaftet“, erklärte der Musiker. So war auch Joseph Haydn von einem Roma beeinflusst. Seinem Freund Joshi setzte er mit einem sanften Klavierstück ein musikalisches Denkmal.
Werke von Ludwig van Beethoven bis Béla Bartók und György Ligeti
La Banda Ki präsentierte wohl alle Facetten anspruchsvoller Kammermusik, von temporeichen Ungarischen Tänzen, gefühlvollen Wiener Sonaten, mitreißenden spanischen Flamenco und jüdischen Stücken – Werke von Ludwig van Beethoven bis Béla Bartók und György Ligeti. Instrumental wie gesanglich war das ein klassischer Kulturmix, der mitunter Klanggebilde von sanfter Harmonie bis zu bizarren und klagenden Lauten beinhaltete. Manche osteuropäischen Stücke waren gewöhnungsbedürftig, aber interessant. Und schließlich zeigte das Trio in der Zugabe auch noch auf, wie die klassische Volksmusik der Roma durchaus moderne Jazz-Elemente vereinen. Ein kammermusikalisches Potpourri auf hohem Niveau.






