Die Macht überrascht von kluger Liebe
Nur noch dieses Wochenende 5.-7. August! Carl-Orffs „Die Kluge“ in Andechs
Inspiriert von dem Grimmschen Märchen „Die kluge Bauerstochter“ hat Carl Orff die Oper komponiert. Die Uraufführung fand am 20. Februar 1943 in Frankfurt am Main statt. Die Neu-Inszenierung von Marcus Everding ist noch am folgenden Wochenende 5./6./7. August auf dem Heiligen Berg im Florian-Stadl zu sehen.
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von Claudia Mohrherr
Andechs, 29.7.2011 – In einer gelungenen Premiere am Freitag im Florian-Stadl in Andechs begeistert Marcus Everding das Publikum mit seiner Neu-Inszenierung von Carl Orffs „Die Kluge“.
Das Märchen der Brüder Grimm „Die kluge Bauerntochter“ diente Carl Orff als Vorlage. Die Geschichte des Bauern und seiner Tochter, die den König durch ihre Klugheit gewinnt, ist eine kritische Auseinandersetzung mit politischer Willkür.
Was Gerecht ist, bestimmt die Macht
Everdings zweistündige Inszenierung kommt ganz ohne Schnörkel aus. Das Bühnenbild, gestaltet von Thomas Pekny, beeindruckt durch seine Klarheit. Die kühle Metallkonstruktion, in weisses Licht getaucht, nimmt der Oper das Märchenhafte. Nichts lenkt von der Botschaft der Geschichte ab: „Wer viel hat, hat auch die Macht, und wer die Macht hat, hat das Recht, und wer das Recht hat, beugt es auch, denn über allem herrscht Gewalt.“ Eine Wahrheit die ganz ohne Raum und Zeit auskommt und im Jahr der Uraufführung 1943 allgegenwärtig war.
Durch Klugheit befreit
Gefangen im dunklen Kerker hört man den Bauer jammern „Oh, hätt ich meiner Tochter nur geglaubt“. Hatte sie ihn doch gewarnt, den goldenen Mörser nicht ohne Stössel zum König zu bringen. Doch der brave Bauer (Andreas Kohn) vertraut seinem König und bringt ihm den Mörser, den er ohne dazugehörigen Stössel auf dem königlichen Feld gefunden hat. Statt des erhofften Finderlohns beschuldigt ihn der König den goldenen Stössel unterschlagen zu haben. Im Kerker wehklagt er bis der König sein Gejammer hört und die kluge Tochter holen lässt. Drei Rätsel muss sie lösen um ihren Vater zu befreien. Durch ihre Klugheit rettet sie nicht nur ihren Vater, sondern gewinnt auch das Herz des Königs, der sie heiratet. Durch Intrigen und Missgunst in die Irre geleitet, verbannt der König seine Frau. Am Ende beschämt sie ihn mir ihrer Liebe und kehrt zu ihm zurück.
Aus dem Märchenstoff wird ein modernes Bühnenstück, eine Oper mit ungewöhnlich vielen Textpassagen. Bravourös gespielt und gesungen von der jungen Sopranistin Bele Kumberger, die als kluge Bauerntochter nicht nur den imposanten König (Benjamin Appl) von ihrem Talent überzeugt. Neben all den tragischen und ernsthaften Ereignissen verleihen drei Strolche (Michael Schlenger, Wolf von der Burg, Birger Radde) durch ihr spöttisches Geplapper dem Spiel eine Leichtigkeit und eine Komik, die das Publikum im ausverkauften Florian-Stadl zum Schmunzeln bringt. Die Musiker der Andechser ORFF-Akademie des Münchner Rundfunkorchesters spielen unter der Leitung von Christian von Gehren.
Minutenlang feiert ein begeistertes Publikum die gelungene Aufführung und belohnt sie mit viel Applaus. „Die Kluge“ wird noch am 5., 6. und 7. August aufgeführt.
Fotos: Stefan A. Schuhbauer - v. Jena


