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Fabelhaftes Familienkonzert

von Andrea Weber

Gelting – Das war sicherlich der jüngste Publikums-Altersdurchschnitt, den der Hinterhalt bisher zu verzeichnen hatte, und zudem ein ausverkauftes Konzert.

Bis kurz vor Beginn, am Freitag, den 26.10.2012 um 18 Uhr, standen Klein und Groß an der Kasse an, während es drinnen schon mit lautem Getöse von Fans im Kinderalter wuselte. Sie saßen dicht gedrängt am Boden vor der Bühne und hatten Pullums-T-Shirts an, mit den Wuschelköpfen vorne abgebildet von den Musiker-Brüdern Titus Vollmer Junior (9 Jahre, Flöte, Gesang), Victor (11 Jahre, Gitarre) und Elias (13 Jahre, Klavier). Was das Publikum dann zu hören bekam, war kein Kinderkonzert mit Tralala-Musik, sondern ein fabelhaftes Familienkonzert, das den lebendigen Esprit der Jugend mit der kunstvollen Musik von Profis vereinte.

Die Vollmers stellten ihre Kinder nicht als Supertalente zur Schau, vielmehr spürte man, wie die Musik diese Familie vereinte. Die Brüder wurden von Vater Titus Vollmer an der Gitarre (Musiker und Filmkomponist) und ihrer Mutter Paloma Vollmer am Saxofon (Musik-Pädagogin im Temenos-Kindergarten) begleitet und bekamen zusätzlich Rückendeckung von hochkarätigen Gastmusikern, wie dem Münchner Dr. Will (Percussion), Peter Wrba am Schlagzeug und Lenz Retzer am Bass.

Musikalisch lernten die Vollmer-Jungs im vergangenen Jahr in Madrid viel dazu. Erst kürzlich ist die Familie von ihrem einjährigen Spanienaufenthalt zurück in die Heimat Geretsried gekehrt. Deshalb durfte ein kunstvoller Flamenco von Vater Titus und Sohn Victor im akustischen Gitarrenduett an diesem Abend ebenso wenig fehlen, wie ein kunstvolles Jazz-Arrangement von Elias am Klavier im Solo gespielt. Diese improvisatorische Spielweise hatte der junge Nachwuchsmusiker vom Kubaner Andres Alén in Madrid gelernt. Stolz verriet Vater Titus dem Publikum: „Elias hat mit seinem Lied „My Everything“ den Kompositionswettbewerb in Madrid gewonnen.“

CD-Präsentation des ersten Pullum-Albums „Dumbala“

Das Konzert im Hinterhalt war zugleich die CD-Präsentation des ersten Pullum-Album „Dumbala“, mit einem Titelsong der sich an afrikanische Rhythmen anlehnt und in einer Phantasiesprache gesungen wurde, die an den Dialekt der Wüstenstämme erinnert. Die meisten Liedtexte schreibt Paloma Vollmer selbst, die den Spagat schafft, kindgerechte Inhalte in anspruchsvolle Musik zu integrieren. Beispielsweise schwimmt „Oktavius der Oktopus“ auf Latinmusik daher und auf einem gespenstisch klingenden Bluesrhythmus kommt der „Flattergeist mit dem Koffer angereist“. Ohrwurmverdächtig waren indes der Boogaloo „Volle Pulle“ und der Reggae „Schlechte Laune“, beide Songs konnten die Pullums-Fans allesamt auswendig mitsingen. Und als Vater Titus den fröhlichen Popsong „Hummelhonig“ ankündigte, rief er ins Publikum: „Ist der Willy da?“ – Nein, Willy Astor war an diesem Abend nicht in den Hinterhalt gekommen. Er, Claudia Koreck, Wally Warning und die Jungs von der Spider Murphy Gang sind allesamt Musikerfreunde der Vollmers und haben beim ersten Album mitgewirkt.

Fotos: Andrea Weber, Fenny Rosemann

Bilderreihe – „Die Pullums“ im Hinterhalt


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