Das Magazin für das Bayerische Oberland

Ernie Watts in Concert

Ein Weltklassemusiker in Wolfratshausen zu Gast

Wolfratshausen, 18.11.2013 –  Im Rahmen der Reihe „Loisach-Jazz“ kam am Freitagabend der Weltklasse Saxofonist Ernie Watts aus Los Angeles (USA, CA) mit seiner europäischen Quartettbesetzung ins Foyer der Loisachhalle. Das war ein Konzertabend im Hochgeschwindigkeits-Tempo, ein Jazzmusik, die hohe Ansprüche an das Publikum stellte. Watts selbst definiert seine Musik so. „You must not have understood it, but you must have to feel it.“

Ein Zuhörer war auch Gerhard Meinl, Geretsrieder Stadtrat und Mitinhaber der Wenzel Meinl Musikinstrumentenmanufaktur in Geretsried. Er war mit Freunden zum Konzert des Amerikanischen Jazz-Saxofonisten in die Loisachhalle gekommen. „Weil ich ihn schon lange kenne“, verrät Meinl. Für ihn ist Ernie Watts nicht nur ein international renommierter Musiker, sondern einer, der es versteht, anspruchsvollen Jazz auch in Regionen der Erde bekanntzumachen, in denen dieser Musikstil noch weniger etabliert ist. „Die kommen gerade von einer Tournee aus der Ukraine hierher zu uns.“

Watts ist einer der weltbesten Jazzmusiker, der zweimal für seine Musik mit dem Grammy-Award ausgezeichnet wurde. Im kommenden Jahr soll ihm die Ehre auch in Deutschland zuteil werden. „Ernie Watts bekommt den Frankfurter Musikpreis überreicht“. Meinl weiß das so genau, weil er Vizepräsident im Komitee ist.

Hochgeschwindigkeitsjazz

Pünktlich erschien der Meister des modernen Jazz mit seinen Musikern auf der Bühne. Leise sagt der Amerikaner „Hello“ und „I hope you have some fun!“ Mehr einleitende Worte gab es von ihm nicht zu hören. Und dann ging es auch schon direkt hinein in einen Hochgeschwindigkeitsjazz. Die Musik von Ernie Watts und seinen Freunden aus Deutschland, Pianist Christof Saenger, Bassist Rudi Engel und Heinrich Koebberling am Schlagzeug, ist energisch, schräg und sehr anspruchsvoll. Vom ersten Ton an geht es ab, direkt hinein in extrem schnelle Improvisationen, keine Klangnuancen werden ausgelassen - vom schrillen Hoch bis zum rauchigen Tief. Watts‘ Jazz ist sehr eigen. „That’s my way to make music”, erklärte er seinem Publikum. Keine klare Melodie führt durch das Thema. Vielmehr sind es emphatische Dialoge zwischen den Musiker im Quartett. Höhen und Tiefen wechseln mit stürmischen Parts ab und zwischendurch geboten heftigen Stopps einen Moment der Entspannung.

Jeder der vier Musiker spielte abwechselnd im Solo. Jeder ist ein Virtuose auf seinem Instrument. Rudi Engel brillierte im rasanten Bass-Solo, wenn er zum Bogen griff, entstand eine schrille und verzerrte Klangwelt, eine Mischung aus Klassik und Moderne. In vollem Speed fegte Pianist Christof Saenger über die Tasten des Flügels und blieb dabei sanft und weich im Klang. Dem Zauber des Jazz gab Schlagzeuger Heinrich Koebberling mit seinen Sticks noch den letzten Schliff. Fazit: Cooler Jazz wie es das Ernie Watts Quartett seinem Publikum präsentierte, ist schwierig und außergewöhnlich einzigartig. Dafür erhielt das Quartett schließlich lauten Applaus.