Wolfratshausen betritt kulturelles Neuland an der Floßlände
von Peter Herrmann
Wolfratshausen, 26.6.2013 – Unter dem Motto „Stadt in Bewegung“ wird die beschauliche Alte Floßlände vom 5. bis zum 21. Juli zur Bühne für bekannte Bands, Kabarettisten und Theaterschauspieler (wir berichteten, mehr…). Marion Klement, die Kulturmanagerin der Stadt Wolfratshausen, hat in Zusammenarbeit mit Günter Wagner, Autor des Stückes „Aufstand“, das erste Flussfestival in der Loisachstadt organisiert. Am Mittwochabend standen die Veranstalter zusammen mit Bürgermeister Helmut Forster und einigen Künstlern für die Pressekonferenz das erste Mal auf der Flussbühne.
Im vergangenen Jahr sorgte Günter Wagner zusammen mit engagierten Helfern für einen reibungslosen Ablauf des Geretsrieder Kulturherbstes. Damals applaudierten die zahlreichen Zuschauer unter anderem dem Münchner Kabarettisten Andreas Giebel und den Schauspielern in dem von Wagner getexteten Stück „Aufstand – Die Sendlinger Mordweihnacht“ (wir berichteten, mehr…). Wer die Auftritte damals verpasst hat, kann nun Versäumtes nachholen. So stellt Andreas Giebel am 14. Juli sein neues Programm „Das Rauschen in den Bäumen“ (mehr…) vor. Und Wagners „Aufstand“ ist vom 19. bis 21. Juli als krönender Abschluss des Flussfestivals gleich an drei aufeinanderfolgenden Abenden zu sehen (Beginn jeweils 20 Uhr).
Eröffnet wird das Festival am 5. Juli von den Cubaboarischen. Die sieben Musiker beweisen, dass sich alpenländische Hochzeitsmärsche durchaus mit Chan Chan und Salsa kombinieren lassen. In verschiedene Rollen wird am darauffolgenden Samstag die aus „Ottis Schlachthof“ und „München 7“ bekannte Kabarettistin Luise Kinseher (mehr…) schlüpfen. Am 10. Juli werden der Kabarettist Josef Brustmann, Balloon-Pilot-Sänger Matze Brustmann und die in der Waldramer Tanzlmusi spielenden Familienmitglieder erstmals zusammen auftreten. Eine Woche später, am 17. Juli, gibt der im Ruhrgebiet aufgewachsene Komödiant Piet Klocke (mehr…) eines seiner seltenen Gastspiele in Oberbayern.
„Jetzt reicht’s“, meint am 11. Juli Kinsehers bayerischer Kabarettkollege Fonsi alias Christian Springer (mehr…). Konzerte der Gypsy-Rocker „Django3000“ am 7. Juli, der Bananafishbones am 12. Juli sowie des auch optisch überzeugenden Südtiroler Frauentrios Ganes am 13. Juli runden das abwechslungsreiche Festivalprogramm ab. Dabei haben die Landkreislokalmatadoren Bananafishbones als einziger Act schon Erfahrungen auf der Loisachflussbühne gesammelt. Im Rahmen des Wolfratshauser Kino-Open-Airs trotzte das Trio im vergangenen Sommer dem Regen und begeisterte auch den damals anwesenden jetzigen Organisator Günter Wagner und Kulturmanagerin Marion Klement. So reifte bei beiden die Idee, in diesem Jahr das erste Flussfestival in Wolfratshausen zu veranstalten.
Aufwändiger Bühnenaufbau
„Während ich mich um die Genehmigungen und den technischen Aufbau kümmere, wird Günter die Künstler betreuen“, erklärt Kulturmanagerin Marion Klement. Eine eigens installierte überdachte Tribüne soll 420 der 500 Zuschauer vor Regenfällen schützen. Die Stadt Wolfratshausen rechnet mit einem Budget von rund 50.000 Euro, das über Ticketverkäufe und Sponsoren ausgeglichen werden soll. „Wenn wir nur die Künstler bezahlen müssten, würden wir am Ende sicher mit schwarzen Zahlen herauskommen“, erklärt Klement. Die eigentliche Herausforderung besteht aber im Aufbau einer aufwändigen technischen Infrastruktur, die zudem vom Landratsamt genehmigt werden muss. Deshalb werde das erste Wolfratshauser Flussfestival trotz des guten Vorverkaufs und rund 40 ehrenamtlichen Helfern sicher mit einem Kostendefizit abschließen.
Flammkuchen und Cocktails am Loisachufer
Für das kulinarische Wohl werden bewährte einheimische Caterer wie Michel Amato sorgen. Der Deutsch-Italiener wird die Festivalbesucher mit Flammkuchen, Cheeseburgern, Hamburgern, Chili mit und ohne Fleisch sowie überbackenen Ofenkartoffeln verwöhnen. Die Getränkeauswahl umfasst neben Bier, Wein, Aperol Spritz, Hugo auch Cocktail-Klassiker wie Mojito oder Caipirinha. „Zudem bieten wir eine große Auswahl antialkoholischer Getränke an“, ergänzt Amato.
Musiker aus der Region im Vorprogramm
„Ich will auch Künstlern aus der Umgebung die Chance bieten, mal vor einem großem Publikum zu spielen“, sagt Wagner. So werden sein 18-jähriger Sohn Maximilian (mehr…) und das Geltinger-Wolfratshauser Duo „the picking project“ (mehr…) das Vorprogramm für Christian Springer beziehungsweise für Luise Kinseher bestreiten. Obwohl einige Konzerte des Flussfestivals schon nahezu ausverkauft sind, lohnt sich eine spontane Stippvisite ans Loisachufer. „Bei schönem Wetter werden zusätzliche Stuhlreihen aufgestellt. Dann sind an der Abendkasse noch einige Resttickets erhältlich“, rät Klement.










