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Wasserhexen auf der Loisach

Wolfratshausen, 15.7.2013 (red) – Können „Wasserhexen“ auf einer schwimmenden Bühne ihr Publikum verzaubern? Ja, das können sie, aber nicht als wilde Xanthippen, die auf dem Besenstil reiten, sondern als feinfühlige und sinnliche Musikerinnen. „Ganes“ ist das ladinische Wort für derarte Zauberwesen aus alten Geschichten und so haben drei Südtirolerinnen – die Schwestern Elisabeth und Marlene Schuen und ihre Cousine Maria Moling – auch ihre Band genannt. Ihre aktuelle und dritte CD heißt „Parores & Neores“, was übersetzt „Wörter und Wolken“ bedeutet. Mit der Musik überzeugten Sie am vergangenen Samstagabend ihr Publikum auf dem Flussfestival.

Zuerst aber brachte die Vorgruppe „Gurdan Thomas“ mit ihrem britischen Folk das Publikum in Laune. Ihre Musik hat mit Ganes durchaus eines gemeinsam: Es ist ein erdiger Sound, der sofort ins Gefühl geht. Das Publikum war überrascht, als die einzige Frau im Team in eine gigantische Helikontuba schlüpfte, ein Marching-Instrument, mit der Form einer dickwandigen Schnecke. Mit ihr gab sie dem britischen Folk ihrer Mitstreiter einen kraftvollen Sound. Die Musik der Briten aus Birmingham begeisterte ab dem ersten Ton, weil sie mit einer Instrumentenvielfalt immer neue Dynamik entstehen ließen.

Auch bei Ganes setzte sich der charakterstarke, schnell wechselnde Sound fort. 2010 gründeten Elisabeth, Marlene und Maria ihre Band. Die Damen haben das sagen, obwohl sie sich mit Nick Flade (Keyboard, Percussion), Raffael Holzhauser (Gitarre) und Sebastian Gieck am Bass, drei erstklassige Musiker mit ins Team geholt haben, die immer dann zu solistischen Hochtouren aufliefen, wenn die Frontfrauen ihnen die Bühne überließen.

Stilmix mit Wendungen, die an einen Serpentinenweg Richtung Gipfel erinnern

Doch ohne Zweifel, die Blicke der Zuschauer waren auf die Südtirolerinnen gerichtet, die optisch wie akustisch auch in den Mittelpunkt des Abends gehörten. Kraftvoll bodenständig gab die zierliche Marlene am Drum den Takt vor oder wechselte an die Akustikgitarre, während die Schwestern Maria und Elisabeth auf ihren Geigen bizarre, traurige, sehnsüchtige oder lebendige Klanglinien hervorzauberten. Es ist ein Stilmix aus Latin, Pop und Rock – mit permanenter Wendung, die an einen Serpentinenweg Richtung Gipfel erinnerte. Immer wieder beeindruckten neue Ausdrucksformen, neue Rhythmuselemente und der permanente Wechsel an Geschwindigkeit. „La La La“ lautet einer der Titeln der neuen CD, ein Song, der es schon in die Radiosender gebracht hat.

Viel Applaus für „Paores & Naeores“

Längst sind Ganes keine Unbekannten in der internationalen Musikszene mehr. Seit 2010 gehen die Südtirolerinnen ihren eigenen Weg und machen steile Karriere. 2007 waren sie als Background-Sängerinnen mit Hubert von Goiserns auf Tour. Bis heute haben sie drei Alben herausgebracht. Viel Applaus gab für die neue Scheibe „Paores & Naeores“ – die von „Wörter und Wolken“ handelt.