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In Wolfratshausen geht der Gypsy ab

von Andrea Weber

Wolfratshausen, 8.7.2013 – Während die meisten Bands ein gewisses Warm-Up brauchen, um ihr Publikum in Fahrt zu bringen, müssen die vier Musiker von Django 3000 lediglich auf der Bühne erscheinen, da geht schon die Post ab. So war das auch am Sonntag auf dem Flussfestival in Wolfratshausen.

Ausschließlich Top-Kritiken der regionalen Medien gibt es derzeit für das erste Veranstaltungswochenende des neu aufgelegten Flussfestivals – zu Recht, denn das Wolfratshauser Flussfestival bietet gute Laune und Stimmung. Besonders deutlich war das am Sonntagabend zu spüren. Fast 90 Prozent der Besucher waren von außerhalb des Stadtgebietes zum Konzert der Münchner Band nach Wolfratshausen gekommen – pure Django-3000-Fans. Schon bei der Vorband „Zico“ aus dem Altmühltal – das sind drei Jungs, die handgemachten Deutschpop mit hintergründigen Texten machen – begannen die Zuschauer zögerlich am Seitenrand zu tanzen. Zu dem Zeitpunkt war es noch hell.

Bis spät in den Abend nonstop getanzt, geklatscht, gesungen und gelacht

Nach der Umbaupause gegen 21 Uhr war schließlich keiner mehr zu halten. Die Zuschauer auf den Tribünen-Rängen sprangen schon vor dem ersten Ton auf, der Uferbereich vor der Bühne war in Null-Komma-Nix dicht gefüllt und die Leute schon vor dem ersten Ton außer Rand und Band. Gut so, denn dann lässt es sich besonders gut feiern. Und so wurde auch nonstop getanzt, geklatscht, gesungen und gelacht bis spät in den Abend.

Wild, frei und ungebändigt

Django 3000 bezeichnet sich als „bayerische Zigeunertruppe“, zu der der Geiger Florian Starflinger gehört, der Drummer Jan-Philipp Wiesmann, Michael Fenzl mit dem pechschwarzen Kontrabass, auch unter eingefleischten Fans als „der Mann mit der Frisur“ bekannt sowie Kamil Müller an der E-Gitarre. Wild, frei und ungebändigt behaupten die Münchner sei ihr bayerischer Gypsy-Pop – mitreißend, dynamisch und von galoppierender Geschwindigkeit getrieben, hört sich ihre Musik an. Es ist ein multikultureller Rhythmus-Mix in einem Schmelztiegel aus Ska, Latin, Hip Hop und treibendem Balkan-Beat gezaubert.

Dirndl-Trägerinnen hüpften ausgelassen zu den Songs

Dieser Mischung diverser Stilrichtungen bietet niemand lange Widerstand, selbst Dirndl-Trägerinnen hüpften am Sonntag ausgelassen zu den Songs aus dem Debüt-Album, die längst überregional hohen Bekanntheitsgrad genießen. Die Musiker sind weltweit unterwegs und bringen traditionelle Musik mit. Ein ruhiges Stück aus der russischen Taiga präsentieren sie mit ebenso viel Gefühl, wie den deftigen Beat, den sie peitschend vorantreiben und damit einen unwiderstehlichen Groove entfalten lassen. Auf einen Song aber warteten alle schon den Abend lang ungeduldig, und als ein paar Mädels aus der Tanzzone auf die Bühne geholt wurde, war klar – jetzt ist es soweit, jetzt kommt endlich die „Heidi“.