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Christian Springer alias Fonsi am 11. Juli beim Flussfestival in Wolfratshausen

Was ist drin in der Aktentasche, Fonsi?

Das ist die meist gestellte Frage, die Christian Springer alias Fonsi immer als erstes beantworten soll. Doch was das betrifft ist der Münchner Kabarettist wortkarg. Der spricht lieber über Aktuelles aus der Politik und der Wirtschaft, aus Bayern und der großen Welt – über all das, was die Leut‘ so umtreibt. Der scharfsinnige Nörgler ist seit Jahren bundesweit auf der Jagd nach der menschlichen Niedertracht und steckt gerne den Finger in die Wunde, wo es in der Nation besonders krankt.  Mit seinem aktuellen Programm „Jetzt reicht’s! …. Leider nicht für alle“ kommt Christian Springer am 11. Juli zum ersten Flussfestival nach Wolfratshausen. Oberland.de sprach mit dem Münchner Kabarettisten, der heuer mehrfach ausgezeichnet wurde. (Wolfratshausen, 4.7.2013, red.)

Oberland.de: Herr Springer, sind sie als Münchner seefest, wenn es am 11. Juli auf die schwimmende Loisach-Bühne geht?

Christian Springer: Ich bin grundsätzlich ein seekranker Mensch, ich habe aber schon diverse Floßfahrten vom Oberland nach München hinter mich gebracht. Ich hoffe sehr, dass der „wilde Fluss“ ein wenig Ruhe gibt, wenn ich da bin.

Was bringen Sie eigentlich in Ihrer Aktentasche mit?

Das ist die meist gestellte Frage überhaupt. Es geht nie darum, wie mir meine Geschichten einfallen. Alle wollen nur immer wissen: Was is im Fonsi seiner Tasch’n drin. Das Geheimnis wird gelüftet werden – wann und wo, des sog i ned.

Das mit der Tasche ist aber auch spannend, das reizt doch sehr, um nachzufragen.

So ist es.

Anders gefragt, Sie als Fonsi sind der Kassenwart vom Schloss Neuschwanstein. Was hat Sie zu dieser Rolle inspiriert?

Das Schloss Neuschwanstein ist neben dem Oktoberfest – wo der Fonsi auch unterwegs ist – das berühmteste Merkmal Bayerns. Es liegt oberhalb von Bayern, das heißt, er hat von dort oben den Überblick über alles. Außerdem kommt die ganze Welt zu ihm – chinesische Touristen genauso wie Schulklassen aus Bad Tölz. Und daher kann der Fonsi über Gott und die Welt reden.

Das heißt, dort bekommt er mit, was die Leut‘ so umtreibt.

Ja, denn die Belange der Normalbürger sind ihm wichtig, er ist ja der Anwalt der kleinen Leut‘. Es herrscht eine große Politikverdrossenheit und das Vertrauen in die, die über uns das Sagen haben schwindet und schwindet. Da lege ich als Fonsi gerne den Finger in die Wunde.  

Nur als Fonsi?

Der Fonsi ist eine Kunstfigur. Ich bin ja außerdem auch als Springer unterwegs. Christian Springer und Fonsi der Kassenmann nähern sich kabarettistisch immer mehr an. Wer, wer ist, ist manchmal nicht mehr ganz zu unterscheiden.  Am Ende des Programms nimmt der Fonsi immer die Mütze ab.

Sie sprechen vom aktuellen Programm „jetzt reicht’s! …. Leider nicht für alle.“ Was darf das Wolfratshauser Publikum erwarten?

Die Wolfratshauser erleben ein Kabarett, das mit der Zeit geht. Ich nehme Ereignisse aus der Gegenwart und spreche über die Belange der Leute. Aktualität steht an oberster Stelle.

Im Fernsehen oder live auf der Bühne, was macht für Sie den Unterschied?

Ich bin ein Bühnenmensch. Vor den Leuten zu stehen, das liebe ich. Ich werde mich hoffentlich nie entscheiden müssen. 

Seit März moderieren Sie und Michael Altinger die neue Sendung „Der Schlachthof“. Fordert das Mut, in Ottis Fußstapfen zu treten?

Michael Altinger und ich waren von Anfang an als Gäste dabei und oft im Hintergrund Ideengeber. Von daher sind wir beide schon lange mit dieser Sendung verbunden und sind nicht wirklich ins kalte Wasser gesprungen. Mit dem Segen vom Ottfried, lief das Ganze gut an. Jetzt ist Sommerpause, danach starten wir kraftvoll in den Herbst.

Etwas Neues zu machen und dabei die hohe  Anerkennung zu bewahren, ist doch eine große Herausforderung?

Ich sehe es anders. Es ist ein großes Geschenk diese Sendung, die sehr beliebt ist und in die Kabarettkollegen immer gerne zu Gast kommen, übernehmen zu dürfen. Wir werden deshalb damit sehr sorgsam umgehen. Der Schlachthof war immer eine Talentschmiede und das werden wir behalten und immer wieder neue Gesichter zeigen.

2013 ist das Jahr der Auszeichnungen für Sie. Herzlichen Glückwunsch zum  Bayerischen Kabarettpreis, zum Münchner Kabarettpreis und zum „Stern des Jahres“ der  Münchner Abendzeitung für das Projekt „Die Orienthelfer“. Was bedeuten Ihnen diese Anerkennungen?

Ich freue mich sehr und sehe es als Ansporn an, so weiterzumachen.

Zurück zu Fonsis Aktentasche – das lässt einem keine Ruh‘. Jetzt verraten Sie uns doch noch, was drin ist.

Es geht immer nur um den Inhalt der Tasche und nicht um den Inhalt des Kabarettprogramms. Aber ehrlich, mir gefällt das mit dem Geheimnis um den Tascheninhalt.
Übrigens hat man einmal ein bisserl hinein sehen können,  als ich auf dem Oktoberfest beim Schicht‘l geköpft werden sollte. Da habe ich schnell noch den Kopf wegziehen können, aber die Tasche hat’s erwischt.

Ach, und was war zu sehen?

Sog i ned - danach kam gleich was Neues rein.

Und wann kommt das Neue wieder raus?

Im März 2014.

Wir sind gespannt. Vielen Dank für das Gespräch, Herr Springer.