Neues Kunst- und Kulturzentrum für Kinder, Erwachsene und Familien - Interview mit Künstlerin Hülya von Poswik
"Ein Klecks ist kein Fleck"
Von Andrea Weber
Geretsried, 15.9.2024 - 2021, mitten in der Corona-Zeit, als die Kunst- und Kulturszene nahezu stillstand, eröffnete die studierte Industrie-Designerin und Künstlerin Hülya von Poswik mutig und voller Tatendrang ihr DADA-Kunstatelier in einem Büro-Raum am Dieselweg 12 in Geretsried. Das Atelier sollte eine Kunstschule für Kinder und Erwachsene werden. Trotz schwieriger Anfangszeiten hat Hülya von Poswik nie aufgegeben und sich erfolgreich durchgebissen. Nun expandiert sie in größere Räume. Seit Anfang September eröffnete sie ihr neues Kunst- und Kulturzentrum auf 90 Quadratmetern am Neuen Platz 24. Wir sprachen mit der Künstlerin über Ihr Vorhaben.
Sie haben Industrie-Design und Kunst studiert und sind Mutter von zwei Kindern. Wie wichtig ist Kunst für Kinder?
Ich bin der Meinung, dass man Kinder früh an die Kunst heranführen und ihnen die Freiheit geben sollte, verschiedene Techniken und Materialien auszuprobieren – sie sollen fühlen, spüren und riechen können. Das kann bereits ab einem Jahr beginnen. Für mich ist ein Klecks kein Fleck.
Warum ziehen Sie in neue Räume? Was ist Ihr Ziel?
Ich möchte in Zusammenarbeit mit kreativschaffenden Frauen einen Wohlfühlort für Kinder und Eltern schaffen. Wie bisher bieten wir Malkurse für Kinder mit und ohne Eltern an. In den neuen Räumen wird es auch Kinder-Yoga geben und wir organisieren Kindergeburtstage. Ab September 2024 richten wir eine Spielgruppe ein und ab April 2025 eine Kinderbetreuung für Gruppen von acht bis zehn Kindern im Alter von ein bis vier Jahren. Diese Betreuung wird auf Kunst, Yoga, Tanz und Musik basieren.
Sie erweitern Ihr Angebot aber auch für Erwachsene?
Natürlich bleiben meine Angebote als Kunstschule wie bisher. Zusätzlich werden qualifizierte Kursleiter Yoga-, Tanz-, Meditations- und Kreativ-Workshops sowie Beratungen anbieten. Ich möchte außerdem einen Open-House-Treff gründen, bei dem man Kontakte knüpft, Gespräche führt und Kaffee und Kuchen mitbringt. Die Räume werden regelmäßig für Ausstellungen meiner Teilnehmer genutzt. Darüber hinaus plane ich im Vorraum Kunstprodukte, die wir in Workshops produzieren sowie meine eigenen Designs zum Verkauf anzubieten. Jeder, der zum künstlerischen Konzept passt, kann dort eigene handgemachte Produkte präsentieren und verkaufen.
Wie sieht es mit der finanziellen Situation aus? Brauchen Sie Unterstützung?
Die Betriebskosten werden durch die verschiedenen Kurse gedeckt. Für die Einrichtung hoffe ich auf Spenden, z.B. kindgerechte Möbel, Sitzkissen, Stühle und Tische von Kindergärten, die noch gute Sachen abgeben möchten. Ich würde mich über Sponsoren freuen, die für das Atelier-Inventar spenden und so ein Teil dieses neuen Kunst- und Kulturangebots in Geretsried werden.
Wer dieses neue Bildungsangebot unterstützen möchte, kann sich bei Hülya von Poswik unter huelyavonposwik@gmx.de oder über die Website www.huelyavonposwik.com melden.
Foto: Andrea Weber



