Kunstmeile Geretsried
Eine goldene Mitte für den Sitzungssaal
Von Andrea Weber
Geretsried, 10.5.2024 – Die Stadt Geretsried investiert in ein weiteres Kunstobjekt für die Kunstmeile im Zentrum. Es trägt den Titel „Die goldene Mitte“ und ist eine Wand- und Lichtinstallation der Künstlerin Johanna Widmann aus Egling. Die Arbeit hat eine große Symbolkraft für das, so die Künstlerin, „spirituelle und materielle Leben“. Das Kunstobjekt hängt an einer Wand des kleinen Sitzungssaals im Geretsrieder Rathaus, indem auch Trauungen stattfinden.
Für eine Stadt in der Größe wie Geretsried sei es die Aufgabe in Kunst zu investieren, erklärte Bürgermeister Michael Müller den Anwesenden bei der Vorstellung des neu angekauften Kunstwerks. „Die goldene Mitte“ war bereits 2020 für ein halbes Jahr am Kirchturm der Petruskirche zu sehen. Damals hatte es die evangelische Kirche angemietet. Die langsam entstehende Kunstmeile, die sich vom Museum der Stadt und dem Rathaus bis zur Petruskirche zieht, soll einen Bezug zur Stadtgeschichte haben und thematische Schwerpunkte setzen. Es folgt dem Narrativ „Not und Tod brachten uns her, Arbeit und Fleiß schufen uns Ehr“ der Egerländer Gmoi. Die Inschrift ist auf einem Stein vor dem Rathaus zu lesen.
Kunstmeile im Entstehungsprozess
Im Rathaus nehmen die Kunstwerke hiesiger Künstler auf die Gemeinde, Politik und Bürger Bezug. Am Karl-Lederer-Platz geht es um Treffen, Gespräche, Feiern. Die Egerlandstraße wird zum „Boulevard des Lebens“ und den Schlusspunkt der Kunstmeile setzt die „Vater-unser-Säule“ an der Petruskirche. Die Kunstmeile sei ein langwährender Entstehungsprozess, so Müller. „Wir kaufen nicht einfach irgendwas.“ Bereits zu sehen sind unter anderem die zur Stadtgeschichte gehörenden „Drei Grazien“ von Wilhelm Srb-Schloßbauer vor dem Rathaus, Hans Kastlers „Gorilla“ in der Egerlandstraße, „Der Dialog“ von Ernst Grünwald am Karl-Ledererplatz, „Das sterbende Pferd“ von Hans Neumann am Museum, sowie Aquarelle von Volker Witte im Bürgermeisterbüro.
Die Eglingerin Johanna Widmann ist Holzbildhauerin. „Ich lasse mich gerne von verschiedenem Material inspirieren“, erläutert die Künstlerin die Idee und den Entstehungsprozess ihres Wandkunstwerks. Es besteht aus drei runden Elementen aus einem vergoldeten Metall im Zentrum, aus dem sich der verästelte Reisig wie Strahlen ausbreitet, umgeben von einem verzinnten Blech, das durchzogen ist mit einer horizontalen und vertikalen Linie. Das Kunstwerk wirkt sowohl sakral als auch naturalistisch. Es könnte sowohl als ein religiöses Kreuz interpretiert werden, aber auch als ein Sternengebilde. „Es freut mich sehr, dass dieses Kunstwerk nun einen Platz hat, wo Menschen zusammenkommen“, so Johanna Widmann.
Fotos: Andrea Weber



