Das Magazin für das Bayerische Oberland
Do020
02. Apr 2026
Fr030
03. Apr 2026
Sa040
04. Apr 2026
So050
05. Apr 2026
Mo060
06. Apr 2026
Di070
07. Apr 2026
Mi080
08. Apr 2026
Do090
09. Apr 2026

Griechische Gemeinde Geretsried feiert Neujahrsfest

Gottes Segen für Gewässer und einen Münzenfinder

Von Peter Herrmann

Geretsried, 11.1.2016 – Anfang Januar feierte die Griechisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland an der Isar in München ihre Gewässerweihe.  Am Samstag machten die Geistlichen im Geretsrieder Hallenbad Station und kürten kurz darauf mit der Griechische Gemeinde in der Gaststätte Isarau im Rahmen des traditionellen Neujahrsfestes den vom Glück gesegneten Mensch des neuen Jahres. 

Gemeinsame Zeremonie verschiedener Glaubensrichtungen
„Wir sind in diesem Jahr leider ein paar Tage zu spät dran“, bat der Vorsitzende der Griechischen Gemeinde Evangelos Karassakalides  um Entschuldigung. Denn normalerweise wird in der orthodoxen Kirche die Taufe Christi am 6. Januar, dem Tag der Epiphanie und nicht am 9. Januar gefeiert. Zu diesem Anlass segnen die Geistlichen das Wasser. Während in Griechenland diese Zeremonie meist am Meer stattfindet, traf sich die Griechische Gemeinde Geretsried zusammen mit dem Zweiten Bürgermeister Hans Hopfner und dem Polizeipräsident für Oberbayern Süd  Robert Kopp im Geretsrieder Hallenbad. Exzellenz Evmenios von Lefka, der bischöfliche Vikar in Bayern der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland Apostolos Malamoussis, Diakon Giorgios Siomos und Priester-Ökonom Plutarchos Kostantinidis vollzogen zusammen mit dem katholischen Pfarrer Georg März, dem evangelischen Pfarrer Theo Heckel und dem Baptisten Christoph Schirmacher die Zeremonie.

Nach der Andacht mit Hymnen, Psalmen und Lesungen warfen die Geistlichen das Kreuz dreimal in das Becken. Das Kruzifix wurde dann von den schnellsten Schwimmern herausgeholt und zu Apostolos Malamoussis zurückgebracht. Die Orthodoxen glauben, dass die Überbringer im neuen Jahr Glück haben und den besonderen Schutz durch Jesu Christi erhalten. Damit auch kleine Kinder mitmachen können, wurde das Kreuz auch in den Nichtschwimmerbereich geworfen. „Es ist ein schönes Zeichen der Ökumene, dass verschiedene Glaubensrichtungen gemeinsam feiern können“, hob der katholische Geistliche März hervor. Und Vize-Bürgermeister Hans Hopfner hoffte, dass der Segen dafür sorge, dass das stark sanierungsbedürftige Hallenbad noch länger erhalten bleibt. Denn das geplante Projekt des interkommunalen Bads ist aufgrund enormer Betriebskosten ins Stocken geraten.

Neujahrsfeier mit Vasilopita
Im Anschluss an die Zeremonie lud die Griechische Gemeinde Geretsried in die benachbarte Gaststätte Isarau ein. Dort übergab der Vorstand dem zweiten Bürgermeister Hans Hopfner einen Spendenscheck in Höhe von 700 Euro. Das Geld soll der Restaurierung der zerstörten Brunnenfigur zugutekommen. „Die Griechische Gemeinde ist ein Musterbeispiel für Integration“, zollte Polizeipräsident Kopp Respekt. Danach schnitt Evmenios von Lefka die Vasilopita an  In zwei der zwölf Kuchen waren eine Ein-Cent- sowie eine Zwei-Cent-Münze versteckt. Gefunden wurde indes nur ein Geldstück. „Das gab‘s vor ein paar Jahren schon mal. Entweder wurde die versehentlich gegessen oder weggeworfen“, glaubt der griechische CSU-Stadtrat Christos Saridis. Michael Gitsis, der die Ein-Cent-Münze entdeckte, erhielt eine Ikone der griechisch-orthodoxen Kirche und darf sich nun zudem als vom Glück gesegneter Mensch des neuen Jahres fühlen.

Fotos: Peter Herrmann

NEWS