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Geltinger Kulturtage 2012 mit neuem Atelier-Café

Pinsel, Pauke, Poesie – das ist Kultur mit allem Pipapo!


Immer in Bewegung – Isabel Heß

von Andrea Weber

„Was ich zeichne ist Spur und das darf bleiben“, erklärt Isabel Heß bei sich zuhause an der Staffelei, auf der ihre energetischen Tusche-, Bleistift- oder Kugelschreiber-Zeichnungen stehen. Mit „Spur“ meint die Grafikdesignerin die unzähligen Linien und Striche auf ihren Skizzen, die zeigen, wie lange sie konstruiert, bis die Arbeit vollendet ist. Isabel Heß interessieren Menschen – nackt wie sie Gott schuf und bekleidet wie sie im Alltag leben.

Isabel Heß studierte von 1998 bis 2003 an der Hochschule Anhalt in Dessau mit Schwerpunkt Grafik und audiovisuelle Medien. Sie intensivierte ihre künstlerische Fähigkeit in der „1. Werkstatt Zeichnen“ am Bauhaus Dessau. Dort lernte sie die Kunst der Abstraktion kennen. „Alles was ein Bild kompositorisch ausmacht, ließen wir weg.“ Stundenlang zeichnete sie am Stück, ohne den Spaß zu verlieren. „Ich entdeckte meine Leidenschaft für Strich und Linie.“ Heß beobachtete Menschen in Cafés und auf der Straße. Sie stellte Bewegungsstudien auf und simulierte ihr Verhalten mit puren Linienzügen.

Die Grafikerin aus Sachsen-Anhalt lebt seit 2006 mit Lebenspartner und ihrer kleinen Tochter Luise in Geretsried. Heß arbeitet gerne in Gemeinschaftsprojekten mit anderen zusammen. So organisiert sie gerade mit den beiden Wolfratshauser Malerinnen, Andrea Weber und Kirsten Braun und der Wirtin von der Kulturbühne Hinterhalt, Assunta Tammelleo, die Geltinger Kulturtage (14.11. bis 18.11.2012)

„In Bewegung sein ist mein zentrales Lebensthema“, sagt sie. Sie reist gerne, war schon in China, Indien, Singapur, Irland. In Spanien blieb sie für drei Monate und studierte ab Ende 2001 Aktzeichnen im Künstlerhaus „Cercle Artistic de Sant Lluc“ in Barcelona. Während den Sitzungen füllte Musik das Atelier. Heß faszinierte die Kombination aus Hören und Sehen, und wie die Musik ihre Arbeitsweise beeinflusste. „Der Tango gibt den schwungvollsten Strich“, sagt sie. Damals in Spanien lernte sie das Tanzen von Tango Argentina. 2011 fing sie in der Geretsrieder Tanzschule „vivetango“ wieder damit an. Doch Isabel Heß tanzt nicht nur, sie nimmt gelegentlich ihren Block und Bleistift in die Stunden mit und skizziert die Bewegungen der anderen.

In ihren aktuellen schwarz-weiß Arbeiten lässt sie durch Licht- und Schattenpartien die Tangotänzer deutlicher entstehen und zeichnet sie, als würden sie übers Papier schweben. Ihre Bilder sprühen vor Energie, und unzählige Linien sind wie Spuren auf dem Weg zur fertigen Komposition. „Man darf ruhig sehen, wie meine Bilder entstehen“, findet die Künstlerin.

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