25 Jahre Stimmen, die unter die Haut gehen
Jubiläumskonzert zum 25-jährigen Jubiläum –
Isura-Madrigal-Chor in der Petruskirche in Geretsried
Foto und Text von Andrea Weber
Geretsried 23.10.2011– Der Isura-Madrigal-Chor (IMC) hat heuer ein Jubiläumsjahr. Seit 25 Jahren besteht das Vokalensemble. Zum Festkonzert in der Petruskirche in Geretsried kamen vergangenen Sonntag viele Freunde und ehemalige Sänger und Sängerinnen. Zu Ehren aller, die die lange Geschichte des Chors mitprägten, wurden langstielige Rosen überreicht.
Chorleiter Johannes Buxbaum brachte seine Faszination für den Chorgesang zu Konzertbeginn auf den Punkt: „Mich bewegt daran ganz besonders, wie man mit den Stimmen aus dem Nichts Töne zu formen vermag“. Und der schönste Moment für ihn und alle Chormitglieder ist, wenn nach vielen Proben und harter Chorarbeit, das Publikum die Erinnerung an ein gelungenes Konzert mit nach Hause nimmt.
Das Festkonzert war eine musikalische Kulturreise durch die Zeit der A Cappella-Musik von der Klassik bis zur Moderne, mit der Musik von Orlando di Lasso, über Beethoven bis zum modernen Chanson von Gerhard Deutschmann. Eine Programmänderung gab es leider: Es mussten die Beiträge des SolLuna Ensemble mit Evi Greif, Gabi Rau und Heidrun Lubahn krankheitsbedingt entfallen. Dafür durfte der Nachwuchs unter der Leitung von Hendrik Decker den Abend eröffnen. So frisch und rührig die Kinder sangen, so gewohnt souverän setzte das Erwachsenen-Ensemble das Konzert fort.
Das Konzert war bestimmt von einem Klangerlebnis, das bisweilen tief unter die Haut ging. Beispiel: Düster kamen die Tonfarben des „Gebets“ von Max Bruch (1838 – 1920) daher, der darin sein Lebens-Dilemma verarbeitet habe, erklärte Buxbaum. Um die Stimmung im Publikum wieder über Normal Null zu heben, sorgte die fröhlich-leichte Komposition von Johann Hermann Scheins (1586 – 1630) „Freue dich des Weibes“ für einen Hauch von frivoler Lebenslust, ehe sich die Stimmlage wieder tief absenkte auf die dunkle Seite des Jenseits. Beim experimentellen „Immortal Bach“ von Knut Nystedt (geb. 1915) verbreitete sich pures Gänsehaut-Feeling beim Publikum. Hier formierte sich der Chor im Halbkreis über den gesamten Kirchenraum und jeder einzelne von ihnen hielt nur noch einen einzigen Ton auf einer Lage – lange – so lange bis Buxbaum sie mit seiner subtilen Gestik wieder zum Durchatmen animierte. Da stockt auch dem Publikum der Atem, ehe es sich zu einem stürmischen Applaus hinreißen ließ.
Der Isura-Madrigal-Chor wurde 1986 von Günter Löffler gegründet. Von 2003 bis 2009 leitete Christian Preißler das Ensemble. Heute zählt der IMS dreißig aktive Laiensänger aus dem gesamten Oberland und dem Münchner Raum.





