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„Jedn Dog“ auf Blues-Recherche

Von Andrea Weber

Der Münchner Musiker Schorsch Hampel hat einmal gesagt, dass er sein ganzes Leben nach dem einzig wahren Blues-Ton sucht. Er wird ihn nur nie finden, glaubt er. Das müsste den Liebhabern der afroamerikanischen Musik gerade recht sein, denn so bleibt ihnen die Gewissheit, dass der Münchner Gitarrist und Frontmann von „Schorsch und de Bagasch“ noch lange mit seiner Blues-Recherche weiter machen wird. Hoffentlich „Jedn Dog“, wenn man dem Titel seines neuen Albums Glauben schenken darf.

Was der Schorsch, mit gebürtigen Namen Georg Hampel, erlebt, darüber singt er und spielt dazu die Gitarre, als hätte sie ihm „der Teufel persönlich gestimmt“. Dem Beelzebub ist er tatsächlich in seinem neuen Song „Dram an Blues“ begegnet, der aus ihm quasi im Schlaf einen Superstar machen wollte.  „… und i sieg mi scho im Zirkus Krone steh.“ Nein, da wollen wir den Schorsch samt seiner Bagasch nicht haben, der gehört auf die kleinen und feinen Blues- und Jazzbühnen dieser Welt, und sonst nirgends wohin.

Vierzehn neue Songs haben die fünf Musiker auf die neue CD geschmiedet – die Bagasch, das sind Ferdl Eichner Mundharmonika und Slide-Gitarre, Klaus Benz am Klavier, Orgel und Harmonium, Dominik Schindlbeck am Bass und Thomas Bittner am Schlagzeug und Percussion. Es sind Lieder und Texte, so wie der bärtige Bandleader aus der Münchner Au mit dem schwarzen Borsalino selber ist –  gerade heraus, ehrlich und tiefgründig. Er kommt mit wenigen Worten aus, um viel zu sagen. Er ist kein „Dummschwätzer“, wie er sie im Lied, „da Grantler“ beschreibt. Der Schorsch ist auch kein Grantler, er spielt seine Gitarre einfach nur in sich gekehrt. Man muss wissen, dass für ihn die Musik in der Atmosphäre steckt und der Mensch nur dazu da ist, sie durch sein Instrumenten hörbar zu machen. Das kann Schorsch par Excellenz, wenn er mit viel Gefühl über seine Slidegitarre streicht. Sein Blues braucht keinen Firlefanz, je schlichter umso schöner, wie etwa der Schaufeldampfer-Rhythmus im Stück „Seinerzeit“, wo er gesteht, dass er gerne damals gelebt hätte, als Ludwig Thoma für den Simplicissimus schrieb und Brecht mit dem Valentin im „Platzl“ Lieder sang.

Der Blues vom Schorsch hört sich schon mal an, als würde eine alte Dampflock am Fenster vorbeischrabbern, wie etwa in der sogenannten Wohnzimmerversion von „Wos des ois bedeit“. Das Lied ist zweimal auf der CD zu hören, ein weiteres Mal deftig elektrisch. Einmal mehr beweist Schorsch mit seiner Bagasch, dass sie durchaus auch Rock’n’Roller sind mit Power und Groove. Seine neue CD ist auf jeden Fall, wie der Titel verrät, eine Musik für „Jedn Dog“.

CD erhältlich auf der Homepage von Schorsch & de Bagasch

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