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Kunst im Bunker in Geretsried

Vernissage zur Ausstellung „Jugendstil und frühe Moderne“

von Peter Herrmann

Geretsried, 15.6.2013 - Albrecht Widmann, frisch gekürter Kulturpreisträger der Stadt Geretsried, eröffnete am Freitagabend im Kunstbunker die Ausstellung „Sammlerstücke – Jugendstil und frühe Moderne“. Schirmherr Prof. Dr. Florian Hufnagl vom International Design Museum Munich und Zweiter Bürgermeister Gerhard Meinl würdigten in ihren Grußreden die Qualität der Exponate.

„Ich blicke neidvoll auf die hier zusammengetragenen Schätze. Viele Exponate würde ich selbst gerne in meiner Sammlung zeigen“, gestand Hufnagel. Der Münchner Sammlungsdirektor hofft vor allem darauf, dass die ausgestellten Möbelstücke, Bilder und Bronzestatuen bei den Besuchern das Interesse für den Jugendstil wecken und sie im Anschluss die Pinakothek der Neuen Moderne oder das Stadtmuseum in München aufsuchen.

Die Epoche des Jugendstils war die Zeit des künstlerischen und gewerblichen Aufbruchs

Dr. Kaija Voss, wissenschaftliche Leiterin der Ausstellung, beschrieb die Epoche des Jugendstils als Zeit des künstlerischen und gewerblichen Aufbruchs. Nach der Ablösung vom Historismus wollten Künstler wie Richard Riemerschmid, Joseph Maria Olbrich oder Hermann Hahn eine Einheit aus Design, Kunst und Architektur schaffen. „Das Suchen und Experimentieren brachte viele großartige Schöpfungen hervor, provozierte aber ebenso Widersprüche und Skandale“, erklärte Voss. Benannt wurde die Epoche nach der von 1896 bis 1940 in München erscheinenden Zeitschrift „Jugend“. Ebenfalls von Bedeutung war die 1907 erfolgte  Gründung des Deutschen Werkbundes – einer Vereinigung von Künstlern, Industrie und Handwerk. Insofern passt die Ausstellung ganz gut in die industriell geprägte Stadt Geretsried.

Exponate aus der Zeit von 1890 bis 1914

Fast hundert Jahre nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs, der auch das Ende des Jugendstils bedeutete, werden nun Exponate aus der Zeit von 1890 bis 1914 drei Wochen lang im Kunstbunker Geretsried zu sehen sein. Das Spektrum umfasst Möbel, Glas, Porzellan, Skulpturen, Plastiken und Drucke. Zahlreiche Fotografien zeigen Jugendstilinterieurs im Zusammenspiel mit der Architektur, für die sie entworfen wurden. Begleitend zur Ausstellung wird ein Vortragsprogramm angeboten, das die Exponate für den Besucher in einen historischen und kunsthistorischen Rahmen stellt. Geretsrieds Zweiter Bürgermeister Gerhard Meinl äußerte sich nach einem Rundgang durch den Kunstbunker begeistert und dankte vor allem dem Organisator. „Albrecht Widmann bietet Raum für Kunst und ist deshalb aus unserer Stadt nicht mehr wegzudenken. Ich hoffe der jüngst erworbene Lorbeer des Kulturpreises wird ihn noch lange an Geretsried fesseln“, so Meinl. Als originelles Gastgeschenk überreichte er dem Tierliebhaber Schokoladen-Katzenzungen aus dem Wiener Kaffeehaus Meinl.

Ausstellungsdauer

Die Ausstellung ist bis zum 7. Juli 2013 zu sehen:
Donnerstag, Freitag, Samstag: 15–19 Uhr, Sonn- und Feiertage: 12–17 Uhr,
sowie nach telefonischer Vereinbarung +49-8171-64 99 66.

Vorträge

  • 23.6. Dr. Kaija Voss „Jugendstilarchitektur / Interieurs”
  • 29.6. Dr. Frank Henseleit „Jugendstilkunst bekannter Bildhauer“.
  • 7.7. Dr. Kaija Voss „Deutscher Werkbund“.