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Mauses Geschichten von absurden Gestalten

Von Andrea Weber

 „In einem Haus, wo geheilt, gelitten und gestorben wird, muss es auch Zeit und Gelegenheit zum Schmunzeln geben“, begrüßte Dr. Stefan Schmidbauer, der ärztliche Direktor und Chefarzt der Chirurgischen Abteilung der Kreisklinik Wolfratshausen die Gäste zur Vernissage von Eva Mause. Die Ausstellung, die noch bis 15. Januar zu sehen ist, zeigt zwanzig Zeichnungen von niedlichen und zugleich surrealistischen Wesen. Gerhard Hasreiter, 1. Vorsitzender der „Freunde der Kreisklinik e.V.“, die die Kunstausstellungen in der Klinik initiieren, war überrascht, was er und die Gäste zu sehen und zu hören bekamen. Denn Eva Mause schreibt zu ihren Bildern humorvolle und hintergründige Texte und trug diese gemeinsam mit  Volker Witte in Zwiegesprächen vor.

Die beiden schlüpften in die Rollen der „absurden Gestalten“ und Volker Witte wisperte einmal mit mausspitzer Stimme oder brummelte ein anderes Mal tief und bärig. Der Respekt gebührte auch Eva Mause, die mit ihren 78 Jahren, humoristisch die Stimmen ihrer Phantasiewesen imitierte. „Ich bin sehr beeindruckt von Ihnen, Frau Mause. So etwas hätte ich heute nicht erwartet“, lobte Hasreiter das Zwiegespräch der beiden.

In ihrem Lächeln steckt der Schelm drin

Eva Mause wirkt als Mensch eher zurückhaltende, burschikos und sachlich schlicht. Doch wenn ihr ein vorsichtiges Lächeln über die Lippen kommt, dann steckt der Schelm darin. So sind auch die Zeichnungen, in denen sie ihre Lebensweisheit und Beobachtungsgabe ausdrückt immer mit saftiger Ironie.
Mause ist eine gelernte Gebrauchs- und Industriegrafikerin, hat später das Design von Tapeten und Heimtextilien entworfen und sich 1962 in München ihr eigenes Trickfilmstudio eingerichtet. Dreißig Jahre produzierte sie Trickfilme für den naturwissenschaftlichen Unterricht. So sind auch ihre Zeichnungen technisch, trickhaft und phantasievoll.

Mauses Wesen haben niedliche Gesichter

Ihre Gestalten bezeichnet sie als absurd, doch das sind sie nicht –haben sie doch menschliche Züge an sich, mit all den guten und schlechten Gewohnheiten. Mauses Wesen haben oft niedliche Tiergesichter, sind zart und zerbrechlich und gleichzeitig kraftvoll mechanisch. Die Künstlerin denkt sich die Motive nie vorher aus. „Die Bilder kommen einfach aus meinen Händen heraus“, sagt sie. Wenn sie mit einem Bild fertig ist, kommt es zuerst einmal fort. Erst später würden ihr die Details auffallen, sagt sie. „Der sieht ja aus wie ein zu kurz geratener Elefant.“ So entstehen die Namen und auch die Geschichten dazu. Wie etwa die vom „Mister Geldsack“, der zum Meer hinaus sieht und sich wundert, dass es keine Tiere mehr gibt. Oder die von der „Libellenlarve“, die als Einzelkind durchs Leben geht, weil sie ihre Geschwister frisst. Warum das „Nasobeem“ auf der Nase balanciert, das kann man noch bis 15. Januar im Kreiskrankenhaus Wolfratshausen erfahren – gleich unten rechts in der Nähe des Haupteinganges.

Fotografien von Andrea Weber



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