Festival D‘Amato in Wolfratshausen
Michael Fitz: „Über den Hintereingang zum Erfolg“
Von Peter Herrmann
Wolfratshausen, 9.8.2014 – Vielen Fernsehzuschauern ist er als Kommissar Carlo Menzinger, der die beiden Münchner „Tatort“-Ermittler Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) unterstützte, noch in bester Erinnerung. Doch Michael Fitz tritt auch seit nahezu dreißig Jahren als Sänger und Musiker auf und veröffentliche mittlerweile 14 CDs. Am Freitagabend präsentierte der 55-Jährige vor rund 150 Zuschauern im gut gefüllten Festivalzelt vor dem D’Amato in Wolfratshausen sein neues Programm „Erfolg“.
Michael Fitz spielt mit sechs Gitarren, die er je nach Song auswählt. Bei manchen Konzerten hat er sogar weitere Modelle dabei, doch in Wolfratshausen schlägt der Sohn des Volksschauspielers Gerd Fitz zunächst ruhige Töne an. „Wissen Sie überhaupt, was auf Sie zukommt?“, fragt er das aufmerksame Wolfratshauser Publikum höflich. Manchmal überrasche es ihn selbst, in welche Richtung sich ein Konzert entwickle. Erst im „fortgeschrittenen Alter von über 40 Jahren“ habe Fitz festgestellt, dass „ich Sachen mache, um von anderen anerkannt zu werden“.
Er erzählt über sein nicht immer reibungsloses Verhältnis zu seinem Vater, dem das Lied „Du siagst mi ned“ gewidmet ist. „Er hat jetzt mit 84 Jahren einen gewissen Altersstarrsinn erreicht, der den Umgang für andere sogar angenehmer macht“, erklärt Fitz. Noch komplizierter gestaltet sich „der schwierige Prozess einer Liebesbeziehung“. Im Song „Wuist du mi no“ heißt es beispielsweise „Wuist du mi no? Oder is des Feier scho aus?“. Fitz, der mit seiner Frau und einem Sohn südöstlich von München im Landkreis Ebersberg lebt, näherte sich nach fünf Liedern dem „Kernthema des Abends“: Erfolg. „Ich nehme da lieber den Hinter- und Lieferanteneingang als den Vordereingang“, gesteht Fitz.
Ganz nah bei den Fans
In einer fast vierzigminütigen Konzertpause nimmt sich Michael Fitz viel Zeit für seine Fans. Er redet mit ihnen über Alltagsthemen, seine Zukunftspläne und signiert nebenbei seine neue CD „Live & Aloa“. Die große Publikumsresonanz überrasche ihn immer wieder, gibt er zu. „Viele kennen mich natürlich aus dem Fernsehen. Das hilft schon a bisserl“, glaubt Fitz. Momentan wiederholt das Bayerische Fernsehen gerade die 80er-Jahre-Serie „Der Schwammerlkönig“, in der Fitz eine seiner ersten großen Rollen erhielt. Nach dem Ausstieg beim Münchner „Tatort“, hat für ihn jetzt erstmal die Musik Vorrang. Mit Liedern über den selbst erlebten Führerscheinentzug, den Weltuntergang, übereifrige Therapeuten und die Ölmalerei-Leidenschaft seiner Lebensgefährtin klingt das zweistündige Konzert aus. „Eigentlich spiele ich am Ende ja oft was Besinnliches. Aber heute war es genau umgekehrt“, so der Sänger.







