Das Magazin für das Bayerische Oberland

Die neue Modellreihe

Ausstellung „Embrace the Future“ bei TESLA Motors
ModulArt Diamond von Leda Luss Luyken

von Teresa Pieschacón Raphael

München, 27.3.2012 – Bereits in der Antike, bei den alten Griechen, war das Verhältnis zwischen Kunst und Technik so eng, dass ein Philosoph wie Aristoteles sogar die „Techné“ mit dem Begriff der Schöpfung verband. Und so wundert es kaum, wenn, wie vor wenigen Tagen, die griechisch-deutsche Konzeptkünstlerin Leda Luss Luyken ihr neues Werk im Showroom des wichtigen Herstellers für Elektrofahrzeuge vorstellte, den Tesla Motors im Herzen Münchens. Unter dem Motto „Embrace the Future“ fanden sie beide zusammen, die Künstlerin Leda Luss Luyken und der neue Tesla Roadster, der im quietschigen „Very Orange“ farblich bestens zu vielen Bildern der Künstlerin abgestimmt war.

ModulArt – wie das Leben selbst

Unter tosendem Applaus wurde dann Leda Luss Luykens jüngste Arbeit enthüllt: „Diamond“ aus ihrer Modul-Art-Serie „Cosmos Sensual“. Ein Liebesakt, der sich lediglich im Genre an ihren Arbeiten bis Mitte der Neunziger Jahre  orientiert, in denen viele ihrer Aktzeichnungen und Torsi entstanden. Formal und technisch aber ist „Diamond“ in der von ihr Mitte der Neunziger Jahre entwickelten „ModulArt“ angefertigt, einen Stil, den sie in ihrer ganz eigenen Art beschreibt: „Ich musste mein Chaos irgendwie unterbringen, und so entstand ModulArt. Ich verwende quadratische Raster, die ich zusammenschweißen lasse, und setze darin meine Gemälde ein, die ich Module nenne.“

Jedes dieser Module oder Öl-auf-Leinwand-Panele misst 60 x 60 cm. Auf einem speziell dazu angefertigten Stahlrahmen, den ModulFrame, werden sie dann in 2er, 3er, 4er, 6er oder 9er Gruppen angeordnet - im Falle von „Diamond“ wählte Leda Luss Luyken die 9er Konfiguration (3 mal 3). Mittels Magnetstreifen können die einzelnen Tafeln dann nach Belieben umgruppiert werden, das Bild sozusagen de- und rekonstruiert werden, wodurch neue, 'modulierte' Bilder entstehen: „Wenn ich das Bild beendet habe, beginnt es zu leben. Man kann es brechen, zum Beispiel in der Früh, wenn man aufwacht. Und wenn man mal durchdreht, mit sich und der Welt nicht mehr zurechtkommt, dann beginnt man, wild die Tafeln umzumontieren“, beschreibt  die Künstlerin fröhlich diesen Prozess. ModulArt sei eben, wie das Leben selbst: frei, variabel, ungebunden, veränderbar, meint Leda Luss Luyken und fügt hinzu: „Panta rei - alles ist im Fluss, nichts ist starr“.

Meisterklasse, Handwerk, Technik und harte Arbeit

1952 in Athen geboren, besuchte sie die  Ecole d'Humanité im schweizerischen Goldern (Hasliberg), studierte im Anschluss daran Kunst und Architektur in Zürich, New York und Manchester und ging dann in die Meisterklasse des deutschen Bildhauers, Malers und Grafikers Alfred de Vivanco, einem Schüler von Emil Nolde. Bis heute ist sie dankbar für diese akademische Ausbildung, schließlich komme für sie Kunst zunächst von Können, das Handwerk, die Technik und harte Arbeit bleiben für sie die Grundvoraussetzung von Kunst. „Alle glauben immer, man müsse nur einen Farbklecks an die Wand werfen oder irgendein Objekt dorthin werfen und dies sei schon Kunst. Die Welt der Kunst kann unendlich oberflächlich, eitel und prätentiös sein; es wird oft viel geredet und nicht viel gesagt.“

Konzept-Künstlerin – Verbindung von Zivilisationsgeschichte und Moderne

Ihre berufliche Laufbahn begann Leda Luss Luyken zunächst als Innenarchitektin und architektonische Designerin in New York, bevor sie 1983 beschloss, Konzept-Künstlerin zu werden. Und so waren es zunächst Architekten wie Frank Lloyd Wright, Mies van der Rohe und Richard Neutra, sowie Gestalter der Japanischen Gartenarchitektur, die sie prägten und inspirierten. Heute zählen Francis Bacon, Georg Baselitz, Mario Comensoli und Peter Greenaway zu ihren Vorbildern. In ihren Gemäldezyklen greift sie Themen aus der abendländischen Zivilisationsgeschichte auf und verbindet sie mit Elementen der Moderne. So entstanden Millenium (1996-2002); Greek Spirit (2003-2005); Genesis (2006-2008) sowie Dark Matter (2008-2010) und Cosmos Sensual (2010-2011), die unter anderem in Ausstellungen in Leipzig, Berlin, Weimar gewürdigt wurden.

Bewegung und Innovation – Geistesverwandtschaft zu Tesla Motors

„In der Kunst geht es stets um Bewegung und Innovation”, sagt Leda Luss Luyken und sieht sich in einer gewissen Geistesverwandtschaft zu Tesla Motors. Sie ist beeindruckt davon, dass  dieses Start-up-Unternehmen aus dem Silicon Valley mit seinen Elektroautos in nur wenigen Jahren eine technische Revolution in der Autowelt in Gang setzte und heute ein angesehener Partner von Weltkonzernen wie Daimler oder Toyota ist. „Das ist doch auch Kunst! Oder? Also kann es nur heißen: Embrace the future!“, lacht sie.

Fotos: Fenny Rosemann


Ausstellung

Ausstellung „Embrace the Future“ – Leda Luss Luyken und TESLA Motors

Dauer

Bis 4. April 2012, täglich von 12-18 Uhr

Ort

Tesla Motors, Blumenstraße 17, 80331 München

Veranstalter

Tesla Motors München und LLLArts