Stadt Geretsried
Neue Kulturleitlinien sollen Stadtentwicklung fördern
Von Peter Herrmann
Geretsried, 16.4.2015 – Kulturreferent Hans Ketelhut stellte in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Jugend, Senioren, Soziales, Kultur und Sport (Jusskus) einen Zwischenbericht zu den neuen Kulturleitlinien der Stadt Geretsried vor. Demnach sollen neben Großereignissen wie dem Kulturherbst künftig auch die Kulturtage „PiPaPo“ des Kulturvereins Isar-Loisach finanziell unterstützt werden.
Bürgermeister Michael Müller wünscht sich Kulturmeile
Bereits Ende März stellte Bürgermeister Michael Müller (CSU) dem Stadtrat die Idee eines Skulpturenparks beziehungsweise einer Kulturmeile vor. Demnach soll eine Verbindung vom Stadtmuseum an der Graslitzer Straße zum Rathaus und zum Karl-Lederer-Platz geschaffen werden. Ein Anfang wurde bereits mit der von dem Münsinger Künstler Hans Neumann entworfenen Holz-Plastik „Sterbendes Pferd“ – auch „Die Flucht“ genannt – gemacht, die nach dem Kulturherbst 2014 von der Stadt erworben und im Garten des Museums aufgestellt wurde. Laut Müller könne die Stadt bei ähnlichen Kunst- oder Kulturveranstaltungen Werke erwerben, um schrittweise einen Skulpturenpark anzulegen. Der Bebauungsplan für den Karl-Lederer-Platz müsste dann aber um das Stadtmuseum-Areal erweitert werden. „Es geht um eine verbesserte Anbindung des Museums und um eine Aufwertung der Innenstadt“, erklärte Müller. Zudem könnte er sich einen „Weg der Kultur“ – vergleichbar mit dem „Weg der Geschichte“ – quer durch Geretsried vorstellen.
Darüber hinaus soll das im Rathaus-Dachgeschoss geplante Foyer für Ausstellungen zur Verfügung gestellt und in die Kunstmeile eingebunden werden. Müllers Ideen müssen indes noch von den Gremien des Stadtrats genehmigt werden. Vorab wünscht sich der Bürgermeister ein kulturelles Gesamtkonzept, das sich stetig entwickeln soll und so den Standort Geretsried noch attraktiver machen soll. Die neuen Richtlinien kommentierte Kulturreferent Hans Ketelhut am Mittwochabend im Kulturausschuss.
Großzügigere Zuschüsse angestrebt
Vereine, Personen und Organisationen dürfen weiterhin Zuschussanträge an die Stadt stellen. Ketelhut regte zudem an, das eng bemessene Gesamtjahresbudget von derzeit 15.000 Euro zu erhöhen. Die Veranstaltungsreihe „Kulturherbst“ soll aufgrund ihrer positiven überregionalen Imagewirkung aufrechterhalten werden. „Denkbar wäre allenfalls eine Verkürzung von zehn auf acht Tage“, erklärte Ketelhut. Gemäß einer Empfehlung des Rechnungsprüfungsausschusses könnte ein externer Veranstalter mit der Gewährleistung der umfangreichen Logistik sowie der Gagenabwicklung und der Organisation beauftragt werden. Insgesamt sollen für den alle zwei Jahre stattfindenden Kulturherbst maximal 80.000 Euro in den Haushalt gestellt werden. Eine Deckelung der Kostenbeteiligung der Stadt wird empfohlen.
Im Wechsel mit dem Kulturherbst könnten alle zwei Jahre Kulturtage stattfinden, die ausschließlich durch Künstler und Vereine aus der Region geprägt werden. Ab 2017 sollen dafür 30.000 Euro pro Jahr in den Haushalt eingeplant werden. Als Probelauf wird die Stadt bereits 2015 die vom Kulturverein Isar-Loisach veranstalteten „PiPaPo“-Kulturtage mit einem Betrag von 7.000 Euro – der Verein forderte ursprünglich 16.725 Euro – unterstützen. Räumlichkeiten für künftige Kulturtage stehen unter anderem in Schulen, Gaststätten, Kirchen, den Ratsstuben, Firmen und Jugendclubs zur Verfügung.
Die kulturellen Aktionen könnten dann auf einer eigene Geretsried-App und der städtischen Homepage intensiv beworben werden. Am Ende der Jusskus-Sitzung wurde die Verwaltung beauftragt, auf der Basis der vorgestellten Kulturleitlinien ein Kulturkonzept zu erstellen und bis zur nächsten Jusskus-Sitzung ein darauf aufbauendes Handlungskonzept vorzulegen.
Fotos: Peter Herrmann







