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Otti zu Gast im Hollerhaus

von Andrea Weber

Irschenhausen, 20.1.2013 – Das wollten sich viele nicht entgehen lassen, wenn schon mal der „Bulle“ in die Pension Resi kommt. Im Klartext ist damit der bekannte Schauspieler und Kabarettist Ottfried Fischer gemeint und das Hollerhaus in Irschenhausen, indem viele Folgen der weit über Bayern hinaus bekannten Tölzer Krimikomödie „Der Bulle von Tölz“ gedreht worden sind. Das Hollerhaus war im Film die Pension von Resi (Ruth Drexel) und Benno Berghammer (Ottfried Fischer).

Am Sonntagabend blieb keine Nische im Galerieanbau des Hollerhauses unbestuhlt, in dem immer Objekte hervorragender Künstler ausgestellt sind. Das Hollerhaus ist ein Traditionsort für Kunst und Kultur und heute in Besitz der Ebenhauserin Lia Schneider-Stöckl. Für ihr Kultur-Engagement hat die Juristin und dreifache Mutter 2012 die Isar-Loisach-Medaille des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen erhalten – zu Recht. Natürlich kennt sie Ottfried Fischer persönlich gut. Sicher auch ein Grund dafür, dass der bekannte Schauspieler ins beschauliche Irschenhausen mit seinem aktuellen Programm „Mehr sog i ned“ zu Besuch kam. 

Mit Otti-Fähnchen begrüßte das Publikum seinen Star

Und dann stand Ottfried Fischer mit voller Präsenz im Türrahmen:  „Ja mei, wie viele Komparsen ham ma denn heit da?“ fragte er in den Raum und gab sich damit gleich selbst das Stichwort, um ein wenig aus dem Nähkästchen von Benno Berghammers Filmalltag zu plaudern. „Fragt‘s einfach, wenn ihr was wissen wollt“, sagte er zu seinen Gästen, die zu Beginn recht zurückhaltend waren und erst nach der Halbzeit in einen lebendigen Dialog mit ihrem Fernsehstar kamen.

„Mehr sog i ned“

In „Mehr sog i ned“ verrät Fischer einiges aus seinem persönlichen Leben und seinem Werdegang als Kabarettist, als Schauspieler und aus Ottis Schlachthof-Zeiten. Es sind die kleinen Anekdoten am Rande des Alltags, von denen er erzählt, die alle eine Schmunzelseite haben, die Otti – er kann und will nicht anders – auch hier wieder fein satirisch mit kleinen Sticheleien auf die Politik und Gesellschaft spickt.

Fischer sprach über Zeiten der „Lach & Schießgesellschaft“ mit Dieter Hildebrand. „Wer damals dachte, das Kabarett ist tot, war im Irrglauben – denn uns hat es da schon gegeben.“ Fischer erzählte – so wie man ihn kennt – mit sparsamer Mimik und kleinen Gesten, monoton und für manch einen ein bisschen zu schnell, um allen Nuancen seiner Beschreibungen über die Kabarettkollegen Bruno Jonas, Django Asül, Piet Glocke und Rolf Miller im Detail zu folgen. Vom „sinnentleerten Herumhängen und von guten Ideen“, sprach er, die schließlich wie 1984 zu seinem Kabarett-Programm „Mit Gewalt komisch“ führten – einer „Bierzelt-Comedy mit CSU-Kabarett“ – eine „kritische Form, des von hinten herum Betrachtens“ wie Otti Fischer Realsatiren nennt. Auch in „Schwer ist leicht was“ drückt er spitzfindig seine Betrachtung Schwabings aus. Fischer: „Die Provinz liegt doch mitten in München und in den Köpfen der Menschen“. Und schließlich kann Ottfried Fischer auch humorvoll über sich selbst Schmunzeln. Er betitelt seine Memoiren deshalb als „Ode an den dicken Schauspieler“.  
„Mehr sog i ned“ ist ein „Best-Of“-Programm aus vorder- und hintergründigen Geschichten aus sechs Kabarettprogrammen und seinen bekanntesten Filmen. Er kam zu seinen Fans und die freuten sich sehr, dem  „Bullen“ in „Resis Pension“ einmal Knie an Knie gegenüber zu sitzen.

Fotos: Fenny Rosemann

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