Wasserwelten in Nautik-Blau
Text und Foto von Andrea Weber
Geretsried, 1.2.2012 – Wasser, Wellen, Weltall, Wolken – also alle Wunder der Welt mit dem Buchstaben „W“. So einfach kann ein Kunstthema sein. Richard Hartmann malt auf teils großflächigen Formaten diese Naturphänomene in nautischem Blau. Seine „W-Welten“ in Acryl sind so tiefgründig, dass man am liebsten wie ein Schnorchler in sie eintauchen will. Seine aktuelle Ausstellung in der Geretsrieder Stadtbücherei nennt der Künstler indes schlicht „abstrakte Landschaftsbilder“.
Hartmann ist oft zu Besuch hier. „Ich liebe diese Atmosphäre zwischen all den Büchern.“ Er ist ein kreativer Mann, denn er schreibt Gedichte, kleine Romane und singt gerne. Seit 2003 malt er auch noch und hat, wie er sagt, bis heute unglaubliche 13.000 Bilder geschaffen. So viel Zeit für Kreativität hatte er nicht immer. Bis 2003 leitete der Diplomvolkswirt 25 Jahre lang die Personalabteilung einer Großbank. Dann riss den heute Sechzigjährigen unerwartet die lebensverändernde Diagnose Parkinson aus dem Joballtag. Die Folge: 2003 musste der gebürtige Westerwälder, der mit seiner Familie seit 1985 in Wolfratshausen lebt und seit 2004 nach Geretsried zog, aus dem aktiven Berufsleben ausscheiden. Die Malerei und das Schreiben, sagt er heute, habe ihm wieder neue Kraft geschenkt. „Ich wusste von dieser künstlerischen Seite nichts, die in mir steckte und nie raus kam.“
Intensive Blautöne der Tiefsee
Der Autodidakt, der sich alles selbst beibrachte, liebt die Gegensätze von weichen Farbübergängen zu harten Kontrasten, von lasierenden zu haptischen Flächen. Intuitiv lässt er den Pinsel auf den teils großformatigen Leinwänden mit Acrylfarben walten und bevorzugt dabei das reine Blau, das so intensiv wie die Tiefsee ist. Auf der aktuellen Ausstellung ist ein ganzer Zyklus zum Thema Wasser und Weltall zu sehen. Hartmann malt in reiner Abstraktion und lässt der Phantasie des Betrachters freien Lauf. „Sehen Sie, das hier ist eine bewaldete Küste“ – es könnte aber auch eine Brandung mit schäumender Gischt sein. „Und das hier ist eine Frau im fliesenden Gewand“, erklärt er – es könnte aber auch ein Ausschnitt des Voralpenlandes sein.
Zum zweiten Mal zeigt Richard Hartmann in der Stadtbücherei seine Bilder, 25 Mal hat er bis heute ausgestellt – von Bad Tölz über München bis Wien. Die Preise seiner Bilder sind breitgefächert, auch sehr günstige Arbeiten bietet er an. „Ich will jedem, dem sie gefällt, meine Kunst finanzierbar machen.“
Ausstellung
Bis 18. Februar sind Hartmanns W-Welten in Nautikblau in der Geretsrieder Stadtbücherei zu sehen.





