Der Tanz der Gefühle – vivetango
von Andrea Weber
Geretsried – Für den Argentinier Gustavo Gómez ist der Tango kein Standardtanz, sondern ein Gefühl, das in „jedem Menschen steckt“. Es müsse nur aufgeweckt werden, sagt der ausgebildete Profitänzer. In ihm ist dieser Tanz schon seit seiner Kindheit wach. „Ich bin Tango“, so empfindet der heute 33-Jährige, der nie etwas anderes machen wollte. Seit 2004 leitet er mit seiner Frau Gaby aus Geretsried die Tangoschule „vivetango“. Auf den Geltinger Kulturtagen „Pipapo“ werden Gustavo und Gaby Gómez diesen anmutigen Tango Argentino vorführen und anschließend soll es mit eingeladenen Tanzschülern und interessierten Besuchern eine echte Milonga geben – ein Tango-Tanzfest wie es in Argentinien Tradition hat.
Der Tango Argentino ist der „Vater des Tangos“, sagt Gustavo Gómez, quasi der Urtango, der Mitte des 19. Jahrhunderts als Volkstanz in Argentinien entstand. In den 1920iger Jahren wurde er des Landes verwiesen, weil der anmutig-erotische Tanz als zu sexistisch galt. Dafür verbreitete er sich weltweit und wurde als Standard-Tango berühmt. Heute ist der traditionelle Tango Argentino in seiner Heimat wieder weit verbreitet und gehört inzwischen zum Weltkulturerbe. Der Tango Argentino hat wenig mit dem internationalen Standardtanz zu tun, der durch die gerade Körperhaltung, die eckige Tanzführung und den reißenden Kopfbewegungen eine gewisse Unnahbarkeit ausstrahlt. Im traditionellen Tango sind die Bewegungen dagegen weich und fließend. Jeder Tanz ist eine improvisatorische Choreografie. Es gibt keine festen Schrittfolgen. Jedes Paar drückt die Musik mit ihrer Körperhaltung und Gestik anders aus. „Es geht darum, mit viel Gefühl Melancholie, Trauer, Erotik und Freude auszudrücken“, erklärt Gaby Gómez. „Und man kann sehr viel über sich und den Tanzpartner erfahren“, ergänzt sie.
„Wenn ich tanze, fühlt sich meine Seele frei“
Die 34-jährige Geretsriederin, die Soziale Arbeit in Benediktbeuern studierte und heute als Sozialpädagogin in der Mittelschule Geretsried arbeitet, ging 2002 für ein Jahr nach Puerto Rico und traf dort auf den Tanzlehrer Gustavo Goméz. „Durch den Tango lernte ich die Menschen, die Sprache und ihre Mentalität kennen“, sagt sie, und nicht nur das, sie verliebte sich in Gustavo und ging 2003 mit ihm nach Bayern zurück. Heute lebt das inzwischen verheiratete Paar mit zwei Kindern in Geretsried. Gustavo Goméz tanzt seit seiner Kindheit. „Wenn ich tanze, fühlt sich meine Seele frei“, sagt er.
Unter dem Namen „vivetango“ unterrichten Gaby und Gustavo Gómez gemeinsam seit 2004 in Wolfratshausen, in Bad Tölz, Murnau, Weilheim und Garmisch-Partenkirchen. Tango Argentino ist eine Kunstform und Entspannung für Körper und Geist gleichermaßen. Jeder kann ihn diesen Tanz lernen, ihn richtig zu verstehen, dauert allerdings ein Leben lang.
„Vivetango“ – Vorführung und Milonga, am Samstag, den 17.11. auf den Geltinger Kulturtagen Pipapo im Hinterhalt. Beginn 18 Uhr.
Mehr Info zur Schule: www.vivetango.de
Geltinger Kulturtage (14.-18.11.2012)
Programm und weitere Infos zu den Geltinger Kulturtagen finden Sie hier.
Vernissage am 16.11.2012
Vernissage der Kunstausstellung von Kirsten Braun, Andrea Weber und Isabel Heß am 16. November, Beginn 18.30 Uhr. Am Klavier spielt der Königsdorfer Komponist Fredi Auer.
Fotos: vivetango







