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Metropoltheater München, Foyer der Loisachhalle

Abschiedsdinner in gemütlicher Atmosphäre

Von Peter Herrmann

Wolfratshausen, 16.1.2019 – Mit zwei Aufführungen des Theaterstücks „Das Abschiedsdinner“ erlebte die vom städtischen Kulturmanagement organisierte Veranstaltungsreihe „Kultur pur“ einen fulminanten Auftakt. Die Inszenierung des Metropoltheaters München begeisterte die Besucher im jeweils vollbesetzten Foyer der Loisachhalle.

Publikum war hautnah am Geschehen

Es war zweifellos eine gute Entscheidung des städtischen Kulturmanagements, die vom Metropoltheater München inszenierte Aufführung in das Foyer der Loisachhalle zu verlegen und locker mit Sofas sowie Tischen zu bestuhlen. Denn so saßen die jeweils 80 Besucher am Freitag- und Samstagabend sozusagen mitten im Wohnzimmer des Paares Clotilde (Judith Toth) und Pierre (Winfried Frey), die den langjährigen Freund Antoine (Dieter Fischer) und seine Lebensgefährtin Bea zu einem Abschiedsdinner erwarteten.

Die Idee, den Kontakt zu den beiden nach einem opulenten Mahl für immer zu beenden, erweist sich in der Umsetzung als schwierig. Denn Antoine kommt alleine und ahnt sehr bald, dass er abserviert werden soll. Es folgten irrwitzige Dialoge und Szenen, bei denen das Publikum im wahrsten Sinne des Wortes hautnah am Geschehen war. So ließen Winfried Frey und Dieter Fischer einmal sogar die Unterhosen runter, um als Akt der gemeinsamen Verbundenheit ihre Kleider zu wechseln. „Ich denke, unsere Freundschaft ist noch zu retten“, gab sich Antoine kämpferisch.

Als er berichtete, dass seine Lebensgefährtin Bea vor vielen Jahren einmal mit Pierre geschlafen hat, schien sogar dessen Ehe mit Clotilde kurz gefährdet.

Temporeiche Inszenierung ohne Pause

Bis zum vermeintlichen Happy End, das musikalisch von dem Dionne-Warwick-Hit „That’s what friends are for“ untermalt wurde, wurden die Besucher mit weiteren irrwitzigen Lebenslügen konfrontiert. Die rund 90-minütige Aufführung verging wie im Flug und war an keiner Stelle langweilig. Auf eine Pause wurde bewusst verzichtet. Denn eine Unterbrechung hätte dem Stück viel von seinem Charme genommen.

Fotos: Peter Herrmann

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