Kulturpicknick Wolfratshausen
Kulturpicknick Wolfratshausen
"Alles auf Liebe" mit Lucy van Kuhl und der Es-Chord-Band
Von Andrea Weber
Wolfratshausen, 28.7.2022 – Um Liebe gehts, und nur um das, auf dem neuen Album der deutschen Liedermacherin Lucy van Kuhl in musikalischer Begleitung der Es-Chord-Band. Von der ersten Liebe, um den verbliebenen Rest von Liebe nach 50 Ehejahren, um die Elternliebe, um die geliebte Wischfunktion am Handy. Humorvoll, ehrlich, ironisch, bissig – ein kraftvoll geschnürtes Chanson-Paket mit viel musikalischen Stilrichtungen, wie Swing, Pop, Rap.
Mit „Alles auf Liebe“ gastierte Lucy van Kuhl mit ihrer Es-Chord-Band erstmals im Rahmen der Reihe „Kulturpicknick“ im Garten der Wolfratshauser Stadtbücherei. Lucy van Kuhl mit ihrer Band ist bei Konstantin Weckers Label „Sturm & Klang“ unter Vertrag. Sie gewann 2019 das Passauer „ScharfrichterBeil“ und 2021 den roten „Stuttgarter Besen“ (Publikumspreis) für ihre ganz eigenwillige Kombination aus Chanson und Kabarett.
Um Liebe ging’s und um solche Begebenheiten im Leben, die versüßen und vermiesen, die jeder so gut kennt, und so gut darüber lachen kann. Von Hermine und Herbert. („Ich versteh Dich nicht, Du verstehst mich nicht!“) Nach 50 Ehejahren bleibt man zusammen. („Dabei hätte ich Lust, doch ich tue es nicht, Dir nen Dolch in den Rücken zu rammen.“) Mit feiner Ironie sich selbst und anderen gegenüber und mit herrlich humoristischen Texten geht auch bei Lucy van Kuhl die Liebe durch den Magen. Was sind schon „Küsse ohne Kaviar und Liebe ohne Lachstatar.“ Ihre Songs sind wandlungsfähig wie die Liebe und haben so viele Gesichter wie das Leben, was musikalischen und stilistischen Facettenreichtum anbelangt.
"Ich mach jetzt Detox, ich entgifte mal total."
Manche Lieder erzählen von tiefer Verbundenheit – von der geliebten „Omama“. („Dich umarmen ohne Sorgen, wär‘ das Schönste auf der Welt, selbst wenn Dein Duft von Kölnisch Wasser ewig lang im Pulli hält.) Auch die Qual des Schönheitsideals gehört zum Thema Liebe. (Ich mach jetzt Detox, ich entgifte mal total.) Die Liedtexte wurden musikalisch getragen von einer ungewöhnlichen Besetzung: Van Kuhl am Piano, Nenad Uskokoviĉ am Violoncello. Der studierte Klassikmusiker spielt im „Weltenbrand-Orchester“ von Konstantin Wecker. Und der international geschätzte Jazz-Schlagzeuger Lorenzo Riessler, der sanft den Besen rühren kann, leise mit den Händen die Trommelfelle bedient, aber auch mal im Solo Rhythmusvariationen dem Publikum gehörig um die Ohren klingen ließ. Kurzum, das war musikalisch wie sprachlich ein hochkarätiger Hörgenuss, natürlich mit viel Liebe präsentiert.
Fotos: Andrea Weber







