White Dinner in Wolfratshausen
Amuse-Gueule am Loisachufer
Von Andrea Weber
Wolfratshausen, 24.8.2021 – Nach der Absage im Coronajahr 2020 und der Verschiebung des ersten Termins durch Unwetterwarnung fand kürzlich das zweite White Dinner an der alten Floßlände in Wolfatshausen statt. Menschen von Kopf bis Fuß in Weiß gekleidet, die gemeinsam dinieren, das mag aus der Ferne ein bisschen befremdlich anmuten, als wäre da eine Zusammenkunft einer Sekte am Werk. Doch ganz anders, es war ein herrlicher Sommerabend mit 350 Besuchern, die es sich an den vorbereiteten Biertischgarnituren gemütlich machten und sich an Tischkultur und Kulinarischen Besonderheiten überboten - freilich alles ganz in Weiß.
„Sagen Sie mal, was ist denn das für eine Gesellschaft?“, wunderte sich eine Dame in schwarzem T-Shirt und dunkler Hose die gerade vorbei spazierte. Das White Dinner ist mehr als sich nur in die "weiße Schale" zu werfen. Die Teilnehmer überboten sich mit mitgebrachter Tischdekoration, vom Kandelaber bis zum üppigen Blumenstrauß, vom orientalischen Amuse-Gueule bis zur bayrischen Biergartenspezialität. Einziger Unterschied zum ersten Mal vor der Pandemie: Weiße FFP2-Masken-Pflicht bis zum Tisch.
Ein Stößchen auf die laue Sommernacht
Organisiert hatten dieses festliche Freiluft-Dinner wieder die Vereine LAW (Lebendige Altstadt Wolfratshausen) und der Werbekreis. Vorsitzender Hans-Joachim Kunstmann begrüßte die Gäste. „Weiß nehmen wir heute Abend als ein Zeichen für Harmonie und Gemeinschaft. Lassen wir einmal die Welt, Welt sein.“ Ein Stößchen auf die laue Sommernacht und allseits wünschten die Damen und Herren sich guten Appetit. Für die musikalische Untermalung sorgte die Münchner Musikerin Alexandra Fischer mit feiner Barmusik.
Marika Kosyk aus Münsing ist mit ehemaligen Kolleginnen gekommen. Ihre Freundin Eva Schygulla hat schlesische „Hering-Häckerle“ mitgebracht und Christiane Krabbes degustiert den Damen Falafel, Hummus und libanesisches „Labneh“, ein Frischkäsegericht mit Pistazienöl. Am Dreigenerationen-Tisch sitzen Großmutter, Mutter und Tochter mit Freunden zusammen. „Ist das nicht ein herrlicher Ausblick? Und die schöne Live-Musik dazu. Das ist doch was Besonderes“, schwärmt die Familie aus Wolfratshausen. Es sei das erste Mal, dass sie an einem White Dinner teilnehmen. Es gibt gerade Tiramisu zum Nachtisch. Nebenan haben die 13-jährigen Teenager Marisa aus Waldram und ihre Schulfreundin Amelie aus Achmühle ihre Angehörigen verwöhnt. Sie haben „Würstchen im Schlafrock“ und Obstbowle ohne Alkohol vorbereitet. „Witzig, was die Leute so anhaben“, sagen die beiden jungen Damen. Auf ihrem weiß gedeckten Tisch stehen goldene Kerzenständer von Villeroy und Boch. „Die haben wir vom Flohmarkt“.
Kaffee, Kuchen und Knusperoliven
Bei der Damenrunde der Eurasburger Zumbagruppe blühen weiße Margeriten in der Vase. Nach dem Hauptgericht gebe es noch Kaffee und Kuchen. „Das trainieren wir schon wieder ab“, sagen die Sportlerinnen. Und die Waldramer Radlfahrer lassen sich gerade Knusper-Oliven mit Käsefüllung schmecken. „Wir sind eingefleischte Camper, wir lieben es, wenn wir draußen sein dürfen.“ Und schließlich endete der Abend in Weiß mit einem spektakulär inszenierten, farbstarken Feuerwerk als Lichtershow auf einem Wasservorhang von Afred Fraas und seinen Söhnen Max und Leo von Fraas Engineering.
Fotos: Andrea Weber








